Test - Call of Duty 4 : Moderner Krieg mit toller Optik

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Was war das Besondere an ’Call of Duty’, weshalb es anno 2003 ohne mit der Wimper zu Zucken die Konkurrenzserie ’Medal of Honor’ links liegen ließ? Spielerische Innovationen? Nein. Eine technisch besonders beeindruckende 3D-Engine? Auch nicht. Eine einmalige Inszenierung des Weltkriegs-Szenarios? Aber hallo! ’Call of Duty 4’ ist im Prinzip nicht viel anders, nur besser. Viel besser. Mörderisch besser. “Spiel des Jahres“-verdächtig besser.

Moderne Kriegsführung

Das größte Problem der ’Call of Duty’-Serie: Wer kann denn noch zweite Weltkriegs-Shooter sehen? Nach drei Teilen, vielen ’Medal of Honor’-Episoden und unzähligen Low Budget-Spielen in diesem Gebiet wird das Gähnen mit jedem weiteren Vertreter eines ähnlichen Szenarios immer lauter. Doch dafür auf einen berühmten Seriennamen verzichten? Nein, wozu denn auch: Der Titel ’Call of Duty’ impliziert nirgends den alten Krieg zwischen Alliierte gegen Achsenmächte. Also verlagert Entwickler Infinity Ward, der schon für die ersten beiden Teile verantwortlich war, das Geschehen in eine fiktive Version der Jetzt-Zeit.

Abhängig von der Mission spielt ihr entweder den Engländer Sergeant John “Soap“ MacTavish oder den Amerikaner Sergeant Paul Jackson. In wenigen Ausnahmen schlüpft ihr ausserdem in die Rolle eines anderen Charakters, was wir jedoch aufgrund der Spoiler-Gefahr nicht weiter erörtern möchten. Die Story spannt einen Plot, der euch hauptsächlich in den mittleren Osten oder nach Russland schickt. Fast jede Mission profitiert von einem eigenen Setting und oftmals von einer Inszenierung dramatischer Momente, welche selbst ’Half-Life 2’ das Fürchten lehrt. Ohne zu viel verraten zu wollen, sei euch versichert, dass es in fast jedem Level mindestens ein echtes “Staun!“-Erlebnis gibt.

Diese Faszination wird nicht nur durch eine ausufernde Zerstörungsgewalt erzeugt, sondern auch durch eine besonders mutige Darstellung diverser Sterbeszenen. Genau wie in einer intelligenten, spannenden Fernsehserie werdet ihr mit unerwarteten Todesfällen konfrontiert, welche in dieser Form die Erzählstruktur von Video- und Computerspielen revolutioniert. ’Infinity Ward’ hat mitnichten eine Geschichte um die Sympathien der Charaktere gestrickt, sondern baut auf schonungslose Dramatik. Allein deshalb ist ’Call of Duty 4’ besser als die meisten Ego-Shooter, weil diese Dramatik perfekt ins Spielgeschehen eingeflochten ist.

Der ganz normale Action-Wahnsinn

Das Spielkonzept kann es sich deshalb erlauben, ohne große Innovationen zu glänzen. Im Prinzip kennt ihr all die Waffen, Granaten und Extra-Ausrüstungsgegenstände, allen voran das Nachtvisier, schon aus vielen anderen Ego-Shootern. Ganz selten dürft ihr auch mal Luftunterstützung anfordern oder müsst euch in eurem Tarnanzug tief zu Boden werfen, damit euch der feindliche Helikopter nicht entdeckt. Lebensenergie im klassischen Sinne gibt es nicht, ihr sterbt also nur dann, wenn ihr mehrere Treffer am Stück kassiert.

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