Test - Brothers in Arms: Earned in Blood : Brothers in Arms: Earned in Blood

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In ’Brothers in Arms: Earned in Blood’ erlebt man den gefährlichen WW2-Fronteinsatz sowie den viel gelobten Mix aus Ego-Shooter und Taktik des Vorgängers aus einer anderen Sicht. Ob die virtuelle Reise in das besetzte Frankreich erneut unterhalten kann, klären wir im Test der Xbox-Fassung.

Genau genommen ist 'Brothers in Arms: Earned in Blood' weder inoffizielles Sequel noch neues Kapitel: Ihr erlebt die Ereignisse von 'Road to Hill 30' dieses Mal einfach aus einer anderen Sicht. Sergeant Matt Baker ist Geschichte, Joe 'Red' Hartsock euer neuer Mann an der Front. Der junge Soldat ist ebenfalls mit der 101st Airborne Division in der Normandie gelandet und muss mit seinen Kameraden einen Beitrag dazu leisten, dass der Zweite Weltkrieg zu Gunsten der Allierten entschieden wird. Habt ihr das originale 'Brothers in Arms' nicht gespielt, mag die Story ganz interessant sein – Kenner des Erstlingswerks werden aber ein leises Gähnen nicht unterdrücken können.

Taktische Feuergefechte

Wie schon 'Road to Hill 30' ist auch 'Earned in Blood' kein typischer WW2-Shooter im Stile eines 'Medal of Honor'. Anstatt alleine ganze feindliche Armeen auseinander zu nehmen, seid ihr bei 'Brothers in Arms' stets in Squads unterwegs, habt also mehrere Begleiter an eurer Seite. Diesen könnt ihr als Squadleader jederzeit Befehle erteilen; sie zu bestimmten Positionen vorrücken, in Deckung gehen oder euch Feuerschutz geben lassen. Letzteres ist immer dann nötig, wenn sich eure Gegner irgendwo verschanzen: Während euer Squad die Feinde ins Sperrfeuer nimmt, könnt ihr euch nämlich unbemerkt auf die gegnerische Stellung zubewegen und ihnen in die Seite oder den Rücken fallen. Die Steuerung geht dabei problemlos von der Hand.

Das Leveldesign ist erneut stark auf diese Vorgehensweise ausgelegt, was leider mitunter ein wenig zu künstlich wirkt und ein Erkunden der Umgebung überflüssig macht. Immerhin haben die Entwickler aber auf einen anderen Kritikpunkt am Original reagiert und den viel zu hohen Schwierigkeitsgrad deutlich gesenkt: In der niedrigsten der vier verfügbaren Stufen seid ihr kaum auf eure Begleiter angewiesen und könnt die Gegner fast im Alleingang ausschalten. Unabhängig vom Schwierigkeitsgrad hält sich deren Intelligenz aber weiterhin in Grenzen – unverständlich ist vor allem, warum sie noch immer lieber zuschlagen als schießen, sobald ihr ihnen zu nahe rückt. Auch eure Mitstreiter reagieren nicht immer sinnvoll und suchen sich gerne mal eine unbrauchbare Deckung, wenn sie unter Feuer geraten.

Skirmish sei Dank!

Einzige echte Neuerung von 'Brothers in Arms: Earned in Blood' ist der Skirmish-Modus: Allein oder mit einem Freund könnt ihr per Splitscreen, System Link oder Xbox Live fünf Missionen aufseiten der Deutschen und fünf Missionen aufseiten der Amerikaner unabhängig von der Story spielen. Eine sinnvolle Erweiterung zu der Kampagne, auch wenn die spielerischen Unterschiede gering sind. Vor allem die Missionsziele fallen mitunter aber etwas anspruchsvoller und vielschichtiger aus. Davon abgesehen enthält das Spiel im Wesentlichen die gleichen Multiplayer-Modi wie der erste Teil, die mit maximal vier Teilnehmern spielbar sind. Das Testen dieser war anhand unserer Review-Version leider noch nicht möglich.

Ansonsten macht 'Earned in Blood' nicht viel anders als 'Road to Hill 30'. Erneut weiß die dichte Atmosphäre zu gefallen; alles fühlt sich ein bisschen echter an als bei vergleichbaren Spielen. Ob das nun toll oder fragwürdig ist, mag jeder für sich selbst beurteilen. Die Grafik jedenfalls wirkt mittlerweile ziemlich angestaubt, die Parallelentwicklung für die PlayStation 2 macht sich bemerkbar. Anders sieht es bei der Soundkulisse aus, die erneut begeistert.

Fazit

von Fabian Walden
Eigentlich ist 'Earned in Blood' nicht schlechter als sein Vorgänger: Spielerisch hat sich schließlich kaum etwas verändert und Feinheiten wie der Schwierigkeitsgrad sind sogar besser geworden. Dennoch werde ich nicht so richtig warm mit dem Spiel: Die wenigen Neuerungen, die schwache KI und die inzwischen sehr müde wirkende Grafik enttäuschen. Richtig empfehlenswert ist der Titel daher nur, wenn ihr 'Road to Hill 30' nicht gespielt habt.

Überblick

Pro

  • sinnvolle Taktiken
  • simple Steuerung
  • ausbalancierter Schwierigkeitsgrad
  • guter Skirmish-Modus
  • starke Atmosphäre

Contra

  • kaum Neues
  • mäßige KI
  • teils ödes Leveldesign
  • schwache Grafik

Wertung

  • Xbox
    79
    %

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