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Preview - Borderlands 4 : Angespielt: Das ist nicht mehr mein Borderlands. Es ist besser!

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Das rote Kreuzchen mit dem Claptrap-Sticker daneben im Kalender aller Borderlands-Fans zeigt es an: Nur noch (ungefähr) 86 Mal schlafen und das Trauma, das der grauenhafte Borderlands-Film hinterlassen hat, könnte mit Borderlands 4 geheilt oder zumindest etwas gemildert werden. Entwickler Gearbox Software und Publisher 2K Games haben mich eingeladen, vorab einen Blick auf Borderlands 4 und die neuen Kammerjäger zu werfen. Und was ich da spielen durfte, war gleichzeitig vertraut, aber irgendwie doch auch völlig anders.

Bereits während der einleitenden Präsentation durch die Entwickler runzeln meine Stirnfalten auf Hochtouren. Eine offene Welt ohne Ladezeiten? Tag-Nacht-Wechsel? Schicke Unreal Engine 5 mit Dynamic Lighting? MAN KANN SCHWIMMEN??? Ist das überhaupt noch mein Borderlands? Nach kurzer Zeit im Spiel wird es mir dann aber klar. Nein, es ist definitiv nicht mehr mein Borderlands. Es ist besser!

Claptrap? Ich habe das Gefühl, wir sind nicht mehr auf Pandora.

In der Geschichte von Borderlands 4 bekommt ihr jetzt die Rechnung für die Ereignisse aus dem Vorgänger. Im Finale drohte der Mond Elpis damals auf den Planeten Pandora zu stürzen und unsere aller Lieblings-Siren Lilith (hier ausdrücklich NICHT gespielt von Cate Blanchett) sah keine andere Lösung mehr, als den kompletten Mond einfach wegzuteleportieren. Damit ist Pandora zwar gerettet, dummerweise muss der riesige Himmelskörper aber ja irgendwo hin und hier setzt Borderlands 4 an.

Statt auf Pandora kracht Elpis jetzt nämlich auf den Planeten Kairos. Der war bis dato von einer dicken Barriere geschützt, dank unserer illustren Runde an Anti-Helden ist es jetzt aber vorbei mit der Ungestörtheit. Vor allem der Timekeeper, tyrannischer Herrscher von Kairos, ist darüber so gar nicht glücklich und macht Jagd auf die Überreste der Crimson Raiders, die sich schließlich als Crimson Resistance dem örtlichen Widerstand anschließen.



Dabei will der äußerst manierliche Timekeeper doch eigentlich nur für Ordnung auf dem Planeten sorgen. Und es ist ja wohl nicht seine Schuld, dass er dazu allen Bewohnern kybernetische Implantate verpassen muss, mit denen er sie überwachen und im Zweifelsfall sogar kontrollieren kann. Im Kampf für die Ordnung sind eben alle Mittel recht und da kommt ihm das personifizierte Chaos in Form unserer Vault Hunter natürlich äußerst ungelegen.

Der Inhalt unserer Anspiel-Session war sehr früh im Spiel angesiedelt. Ein etwas nerviger, kleiner Roboter mit Treppen-Phobie (hier leider NICHT gesprochen von Jack Black) schickt uns los, um im Namen der Crimson Resistance mit einer örtlichen Rebellengruppe Kontakt aufzunehmen. Und natürlich eskaliert der Plan nach kürzester Zeit, und schon schießen wieder alle auf uns. Manche Dinge ändern sich eben nie.

Die Katze und der Kammerjäger

Zu einem neuen Borderlands-Teil gehört natürlich immer auch eine frische Auswahl an durchgeknallten Helden bzw. Vault Huntern. Zwei davon durfte ich bereits anspielen. Für Teilzeit-Krieger und Vollzeit-Poet Amon, sowie die stets gut gelaunte Tech-Spezialistin Harlowe müssen wir uns wohl noch ein bisschen in Geduld üben.

Der neue Hunter Rafa hat endlich das Problem gelöst, dass man beim Schießen mit zwei Waffen immer gleich beide Hände voll hat. Er nutzt einfach zusätzlich zwei auf seinen Schultern montierte Peacebreaker Cannons, die für faustgroße Löcher in den Gegnern vor ihm sorgen. Auf Wunsch steckt er seine Schusswaffen aber auch ganz weg und greift stattdessen zu zwei Energieklingen für feinstes Feind-Geschnetzeltes. Oder er schnappt sich die fürchterliche Apophis-Lanze, eine Kanone, die durchdringende Schock-Blasts verteilt und für mehr Schaden, schnellere oder einfach größere Projektile weiter aufgeladen werden kann.



Vex ist die obligatorische Siren in Borderlands 4, setzt ihre magischen Fähigkeiten aber ein wenig anders ein als ihre Vorgängerinnen. Statt Teleportation oder Maschinenkontrolle spezialisiert sich Vex auf das Herbeirufen von nützlichen Verbündeten. Darunter passend zum Goth-Style der Siren Geister und Sensenmänner, aber allen voran natürlich ihr supersüßes Phasenkätzchen Trouble.

Der riesige lila Tiger kann auf Knopfdruck direkt in die Gegnermenge teleportiert werden und verwandelt sich anschließend sogar in einen Badass, bekommt ein extra dickes Fell (aus Lebenspunkten) und verursacht noch mehr Schaden. Prince Adam von Eternia wäre so stolz auf Vex. (Für alle unter 30: Das ist eine He-Man-Anspielung. Alte Fernsehserie. Fragt eure Großeltern!)

Mehr Waffen, mehr Feinde, mehr Levels, mehr Details

Was braucht es noch für ein richtig gutes Borderlands? Richtig! Circa drei Bazillionen unterschiedlicher Schusswaffen, und da hat Gearbox mit einem genialen Trick nochmal einen draufgesetzt. Bisher kamen Waffen immer von einem bestimmten Hersteller und hatten dementsprechende Besonderheiten. Waffen von Maliwan verschießen Elementar-Projektile, Jakobs Revolver können so schnell ballern, wie ihr in der Lage seid, den Trigger zu hämmern, Tediore-Waffen explodieren beim Nachladen und bei Schießeisen der Marke Torgue explodiert gerne mal alles außer der Waffe.

Mit den neuen Licensed Parts können Waffen nun aus Einzelteilen von mehreren Herstellern bestehen und damit unterschiedliche Eigenschaften mischen. Hinzu kommen mit Order (Burst-Schüsse), Ripper (Mini-Miniguns) und Daedalus (können mit unterschiedlicher Munition geladen werden) auch noch drei komplett neue Hersteller. Das verspricht ein spannendes System zu werden und lädt zur Jagd nach der ganz persönlichen perfekten Waffe ein.



Aber egal, wie viele Waffen uns Gearbox hinterherwirft. Das alles verblasst im Vergleich zu den neuen Möglichkeiten, sich auf Kairos zu bewegen. Mit dem Enterhaken katapultiert ihr euch an festen Ankerpunkten nach oben oder bringt Gegner aus dem Gleichgewicht. Hinzu kommt noch ein Glider für langsameres Fallen bzw. Segeln und ein Double Jump. Spätestens mit der Möglichkeit zu klettern, sind steile Felsformationen oder die Wände gegnerischer Basen kein wirkliches Hindernis mehr für euch.

Zu Tränen rühren dürfte Borderlands-Spieler aber vor allem das Schwimmen. Für alle nicht Eingeweihten: Tauchte man in den bisherigen Teilen gefühlt auch nur den kleinen Zeh ins Wasser, explodierte der Charakter sofort und musste notdürftig aus seinen Einzelteilen wieder zusammengesetzt werden. Mit Borderlands 4 gehört das jedoch der Vergangenheit an. Stattdessen steht jetzt Schwimmen und sogar Tauchen auf dem Programm. Was für eine schöne, neue Welt!

Da diese Welt mit all ihren Bossen und Geheimnissen am Wegesrand sehr groß ist und wie bereits erwähnt komplett ohne Ladezeiten auskommt (Zitat: Less Borders, more lands!), verabschiedet sich Gearbox von einer weiteren altgedienten Borderlands-Tradition. Die festen Catch-A-Ride-Stationen, bei denen man Fahrzeuge spawnen konnte, gehören der Vergangenheit an. Mit dem Digirunner erhaltet ihr recht früh eine Art Hover-Bike, das ihr jederzeit herbeirufen und wieder wegschicken könnt. Das macht nur noch mehr Bock auf die Erkundung der neuen Borderlands.

Fazit

Sebastian Ruppert - Portraitvon Sebastian Ruppert
Das könnte Borderlands werden, wie es schon immer hätte sein sollen!

Ja, auch ich gehöre zu der großen Gruppe an Borderlands-Fans, die in Borderlands 2 den bisherigen Höhepunkt der Reihe sehen und bei den beiden Nachfolgern (Pre-Sequel und BL3) nur müde mit den Schultern zucken. Genau so scheint es jedoch auch den Entwicklern von Gearbox zu gehen. Nach eigener Aussage versuchen die nämlich zurück zum trockenen und bodenständigen Humor der frühen Teile zu gehen und wieder mehr Fokus auf Environmental Storytelling legen. Sogar der Timekeeper wirkt wie ein Versuch, den Bösewicht-Charme von Handsome Jack einzufangen, welchen die verzogen Influencer-Zwillinge Troy und Tyreen aus BL3 schmerzlich vermissen ließen.

Bei dieser Rückbesinnung auf frühere Teile wirkt es fast fehl am Platz, so viele Neuerungen einzuflechten. Aber bei Borderlands 4 funktioniert das wunderbar. Die neuen Movement-Optionen sind für mich die größten Änderungen und gleichzeitig am unmerklichsten. Es bieten sich ganz neue taktische Möglichkeiten und das Spiel gewinnt dank neuer Vertikalität (wortwörtlich) eine neue Dimension. Gleichzeitig fügen sich die Skills so nahtlos in das bekannte Gameplay ein, dass man sich im Nachhinein fragen muss, wieso das nicht schon immer Teil von Borderlands war.

>>Erst schießen, dann fragen, dann abhauen: Die 10 besten Extraction-Shooter<<

Borderlands 4 erscheint am 12.09. für Playstation 5, Xbox Series X|S, sowie via Steam und Epic Games für den PC und dank Crossplay dürft ihr sogar plattformübergreifend mit euren Kumpels losziehen. Eine Version für die Nintendo Switch 2 wurde für einen späteren Zeitpunkt angekündigt. Gerüchte um einen Preis von 80 Dollar pro Spiel haben sich nicht bestätigt, viel günstiger wird es aber trotzdem nicht.

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