Test - Apex Legends : Ein Meilenstein fürs Battle-Royale-Genre

  • PC
  • PS4
  • One
Von Kommentieren

Dank des Erfolges von Titeln wie PUBG oder Fortnite ist das Battle-Royale-Genre aktuell schwer in Mode. Große und etablierte Marken wollen was vom schmackhaften Kuchen abbekommen, weswegen auch Call of Duty und Battlefield ihre eigenen Vertreter in den Ring werfen oder noch in den Kampf schicken werden. Der Star der Stunde heißt jedoch Apex Legends: Titanfall-Macher Respawn Entertainment kleckert nicht, sondern klotzt.

60 Spieler kämpfen, aufgeteilt in Dreierteams, ums Überleben. Die Ausrüstung wird aufgesammelt, der spielbare Bereich mit der Zeit immer kleiner. Auch Apex Legends bleibt den Grundpfeilern des Battle-Royale-Genres treu. Trotzdem fühlt sich Respawns neuester Streich besonders an, was garantiert auch damit zusammenhängt, dass das Spiel quasi aus dem Nichts aufgetaucht ist. Es bestand gar nicht erst die Möglichkeit, im Vorfeld großartig skeptisch zu sein.

Allerdings hat der Free-to-play-Titel Apex Legends einige frische Ideen im Gepäck, unterschiedliche Helden zum Beispiel. Die acht Legenden bringen mit ihren passiven und aktiven Fähigkeiten eine gehörige taktische Komponente mit, da jede Legende nur einmal pro Team ausgewählt werden kann. Jeder Charakter fühlt sich einzigartig an und besitzt Möglichkeiten, die Runde nachhaltig zu beeinflussen.

Immer im Team

Außerdem entstehen clevere Synergien: Habt ihr Bangalore im Gepäck, eine Soldatin, die unter anderem Rauchgranaten verschießen kann, empfiehlt sich als Begleitung Bloodhound, da seine Spezialfähigkeit es ermöglicht, Gegner durch den Rauch zu erspähen. Nach knapp 80 Stunden mit Apex Legends stechen bestimmte Charaktere heraus, auf die ich mich fokussiere, aber ich erwische mich auch immer wieder dabei, wie ich andere Vertreter im Kader wähle und mit großer Freude ihre Eigenheiten einsetze.

Teamwork ist in Apex Legends das A und O. Dank des Smart-Comms-Systems ist das auch einfach umzusetzen, selbst wenn ihr mit zufällig zusammengewürfelten Teamkollegen spielt, die das Mikrofon am Headset scheuen. Ihr könnt alles in der Spielwelt markieren und so für andere sichtbar machen: von Waffen und Munition über Rüstungen und Modifikationen für die Gewehre und Pistolen bis hin zu Gegnern oder interessanten Orten.

Apex Legends: Alles nur Hype? - Felix, Kuro und Sascha spielen im Dreierteam
Das kam unerwartet: EA hat vor ein paar Tagen seinen eigenen Battle-Royal-Shooter ins Rennen geschickt. Wir haben uns Apex Legends mal genauer angeschaut.

Das funktioniert ganz einfach: Ihr habt eine bestimmte Richtung im Blick? Pingt es für eure Mitspieler. Ihr untersucht ein Haus und bemerkt, dass hier schon Gegner herumgestöbert haben? Pingt es für eure Mitspieler. Ihr seht, wie ein Landungsschiff einen feindlichen Mitspieler wieder ins Rennen wirft? Pingt es für eure Mitspieler.

Ebenfalls ein tolles Feature: Beißt ein Mitspieler aus eurem Team ins Gras, muss er nicht bis zum Ende der Runde zuschauen. Ihr habt die Chance, sein Banner aufzusammeln und ihn am Respawn-Punkt wieder einfliegen zu lassen, allerdings ohne Ausrüstung. In der Realität sieht es jedoch nicht selten so aus, dass gerade im Squad mit Randoms eure Teamkollegen trotzdem das Spiel verlassen, wenn sie aus den Latschen geschossen werden. Mit einer festen Truppe wertet dieses Feature jedoch das Spielerlebnis deutlich auf.

Schlaraffenland für Shooterfreunde

Apex Legends fühlt sich rund und ausgefeilt an. Mit Ausnahme der kümmerlichen Mosambik hat jede Waffe ihre Daseinsberechtigung. Das Gunplay ist flott und befriedigend, bietet aber im Gegensatz zur Titanfall-Reihe einige Unterschiede. Zum einen gibt es keine Doppelsprünge. Ihr dürft auch nicht an Wänden entlangsprinten. Titanfall-Fanatiker brechen in Tränen aus, allerdings ist das Bewegungsspektrum in Apex Legends immer noch groß und steckt voller raffinierter Details.

Abhänge lassen sich hinunterrutschen, Wände können bis zu einem bestimmten Punkt erklommen werden oder ihr haltet euch einfach an der Kante fest und späht hinüber. Zwar ist Apex Legends nicht so rasant wie die Titanfall-Reihe, bietet im Vergleich zur Konkurrenz allerdings immer noch mehr Schwung und große Freiheiten – sowohl auf Konsole am Controller als auch am PC mit Maus und Tastatur. Bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass die betagte Source-Engine zum Einsatz kommt. Dafür macht Apex Legends eine ordentliche Figur, auch wenn einige Texturen sehr altbacken aussehen.

Apex Legends - Launch Trailer
Wie angekündigt ist Apex Legends, das neue Battle-Royale-Spiel im Titanfall-Universum, ab sofort erhältlich.

Die Insel Kings Canyon lädt dazu ein, jeden Winkel zu erkunden. Nicht nur ist der Schauplatz vollgepackt mit interessanten Orten, ihr stoßt auch oft auf Gegenden, die auf den ersten Blick so aussehen, als könntet ihr sie nicht erreichen, nur um dann festzustellen, dass ihr sie mit etwas Geschick doch betreten dürft. Mit der Zeit fällt allerdings auf, dass einige Gebäudetypen öfters in der offenen Umgebung recycelt werden, was aber kaum negativ ins Gewicht fällt.

Looten, leveln und Geld ausgeben?

Viel zu meckern gibt es über Apex Legends aktuell nicht. Lediglich die schwer zu erklärenden Abstürze am PC und auf Konsole nerven. Besonders am PC, da es keine Fehlermeldung gibt. Auch kann es passieren, dass die Server am Anfang einer Runde lahmen und ihr das Gefühl habt, ihr würdet ihr euch wie angekettet bewegen. Die Mikrotransaktionen geben ebenfalls ein gemischtes Bild ab. Ich persönlich habe nichts gegen Lootboxen einzuwenden, gerade in einem kostenlosen Titel. Ihr könnt jedes Objekt mit Crafting-Material herstellen, das ihr ebenfalls in den Boxen bekommt. Bis zum Levelcap werden euch insgesamt 45 Boxen durch Levelaufstiege spendiert. Wollt ihr dann noch weitere Boxen ergattern, müsst ihr Apex-Münzen investieren.

Einige Preise der kosmetischen Skins sind aber mindestens fragwürdig und wie im Falle der zeitlich limitierten Valentinstag-Skins so gestaltet, dass ihr deutlich mehr Apex-Coins erwerben müsst, als ihr eigentlich für das gewünschte Objekt braucht. Da sollte Respawn noch mal etwas an der Preispolitik schrauben. Denn auch wenn sich die Preise ungefähr auf dem Niveau von Fortnite bewegen, sind die Skins bei der Konkurrenz derzeit deutlich aufwendiger und extravaganter. Mal schauen, was der Battle-Pass im März bringt.

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel