Test - Ankh : Ankh

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Es war einmal ein junger Ägypter, der lebte friedlich und glücklich zusammen mit seinem Vater in einem kleinen Haus im sonnigen Kairo. Doch Assil, so hieß der junge Mann, langweilte sich zu Hause und wollte endlich richtige Abenteuer erleben. Also stahl er seinem Vater den Schlüssel zu einer Grabkammer und machte sich mit seinen Freunden auf den Weg. Er trotzte der sengenden Hitze der Wüste, schlug sich durch die bedrohliche Finsternis der Nacht und überwand jegliche Fallen, die sich ihm in den Weg stellten. Doch eine Gefahr, den vielleicht schlimmsten Gegner, hatte Assil nicht bedacht: Seine eigene Tollpatschigkeit.

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Ein Junge gegen die Götter

So geschieht es, dass Assil zu Beginn von 'Ankh' von dem in der Grabkammer nächtigenden Skarabäenkönig mit einem Todesfluch belegt wird. Ihm bleiben lediglich wenige Stunden, um den Fluch wieder loszuwerden und somit sein Leben zu retten. Schnell wird Assil klar: Nur der Pharao höchstpersönlich kann ihm jetzt noch helfen. Doch wie kommt man als einfacher, kleiner Ägypter in den Palast des Pharaos? Und wie um alles in der Welt soll er ihn dann überzeugen, sich mit seinen unwichtigen Belangen zu befassen? Wie sich nach einer Weile herausstellt, ist das aber gar nicht so schwierig, weil der Pharao nämlich an seinen eigenen Problemen arbeitet und Assil der Schlüssel zu allem ist ...

Natürlich nimmt sich 'Ankh' bei solch einer Geschichte nicht ernst, sondern ist ein klassisches Comic-Adventure, bei dem die Story nur dazu dient, zahlreiche Gags aneinanderzureihen. Im Gegensatz zu Spielen wie 'Tony Tough' oder 'Leisure Suit Larry' kommt 'Ankh' jedoch ohne plumpen Holzhammer-Humor aus und sieht sich eher in der Tradition von Spielen wie 'Monkey Island' und 'Day of the Tentacle'. Auf die Schippe genommen werden nicht nur das alte Ägypten und seine Menschen, sondern zugleich auch Macken und Marotten der Neuzeit. Mit viel Situationskomik gelingt es 'Ankh' dabei tatsächlich, für zahlreiche Lacher und Schmunzler zu sorgen. Einen großen Beitrag zum Charme des Spiels liefern die sympathischen Charaktere, mit denen die Identifikation leicht fällt: Trotz seiner schwierigen Lage verfällt Assil nicht etwa in Depressionen, sondern bleibt stets freundlich und kämpft gegen seine Widersacher an.

Starker Beginn, schwacher Schluss

In Sachen Rätsel kommt 'Ankh' in den ersten beiden der insgesamt fünf Kapitel dann auch tatsächlich seinen großen Vorbildern so nah wie kaum ein anderes Spiel: Sämtliche Aufgaben lassen sich mit Logik und ein bisschen Um-die-Ecke-Denken lösen, fordern aber zugleich die volle Aufmerksamkeit von euch. Wer nicht jeden Bildschirm genauestens untersucht und allen Gesprächen ausgiebig lauscht, kann an dem einen oder anderen Rätsel schon verzweifeln. Unfair werden die Herausforderungen allerdings nie, da euch das Spiel in der Regel zahlreiche Tipps gibt, wenn es mal richtig schwierig wird – ihr müsst sie nur finden und deuten.

Leider kann 'Ankh' sein hohes Niveau in der zweiten Spielhälfte allerdings nicht halten. Das liegt ganz einfach daran, dass ihr im Prinzip schon nach der ersten halben Stunde fast die komplette Welt gesehen habt. Wer aufmerksam ist und jeden Gegenstand einpackt, muss daher bei späteren Rätseln kaum noch überlegen, sondern zückt einfach das richtigen Item aus seinem Inventar und im Nu geht es weiter. Die Entwickler haben versucht, dieses Problem dadurch zu umgehen, dass ihr später beispielsweise die Sphinx betreten dürft, die ihr zuvor nur von außen sehen konntet – doch naturgemäß sind alle Gebäude gegenüber der Außenwelt von 'Ankh' klein und eingeschränkt, sodass die Rätsel viel zu einfach werden, Überraschungen seltener sind. Ohnehin lässt der Umfang zu wünschen übrig: Wer sich Mühe gibt und ein wenig Erfahrung mit Adventures hat, wird in weniger als zehn Stunden den Abspann sehen.

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