Test - WWF Road to Wrestlemania : WWF Road to Wrestlemania

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Die Videospiele rund um die muskelbepackten Kämpfer der World Wrestling Federation erfreuen sich nicht nur in den USA grosser Beliebtheit. Mit 'WWF Road to Wrestlemania' erscheint nun erstmals ein WWF-Spiel für Nintendos Handheld Game Boy Advance. Ob das Spiel mit den Wrestling-Hits auf den Heimkonsolen mithalten kann, erfahrt ihr hier.

WWF Road to Wrestlemania
Austin besiegt 'The Rock'.

Die WWF, also die World Wrestlin Federation hat ein stürmisches Jahr hinter sich - nach der Übernahme des langjährigen Konkurrenten World Championship Wrestling entwickelten sich die Quoten doch nicht so positiv, wie man das zunächst vermutet hätte. Trotzdem zählen die Shows des Sport Entertainment-Konzerns zu den meistgesehenen Sendungen im US-Fernsehen. Im Gegensatz zum deutschsprachigen Gebiet, wo die WWF seit über einem Jahr nicht mehr im Free-TV zu sehen ist. Trotzdem sind auch hier die Wrestling-Videogames gefragt und so waren wir gespannt, wie gut das erste WWF-Spiel auf Game Boy Advance werden würde, schliesslich wurde die Meßlatte in diesem Genre auf GBA durch 'Fire Pro Wrestling' bereits recht hoch gesetzt.

Beachtlicher Umfang
Zumindest in puncto Umfang hat das Spiel schon auf den ersten Blick den bisherigen meist sehr schwachen WWF-Spielen auf Game Boy (Color) mächtig zugelegt: Insgesamt 24 Wrestling-Stars wie 'The Undertaker', 'Chris Jericho', 'Triple H', 'The Rock', die 'Hardys' und die 'Duddley Boys' stehen zur Auswahl. Dabei besitzt jede Figur natürlich ihren eigenen Special-Move und auch die sonstige Move-Palette variiert leicht von Kämpfer zu Kämpfer, wenn auch der Großteil des Repertoires stets dasselbe ist. Zu Beginn des Spiels habt ihr ausserdem die Auswahl aus insgesamt sieben Spielmodi: 'Saison', 'Exhibition', 'Gauntlet', 'Ironman', 'Royal Rumble', 'Pay Per View' und 'King of the Ring'. Und natürlich darf auch ein Optionsmenü nicht fehlen, in dem ihr zum Beispiel den Schwierigkeitsgrad einstellt. Wer zwei GBAs, ein Link-Kabel und zwei Module des Spiels besitzt, kann im Multiplayer-Modus zu zweit in den virtuellen Ring steigen. Dort wird ebenfalls in mehreren Variationen gekämpft: Neben den üblichen 'Singles-Matches', also 1 vs 1, sind auch 'Tag-Teams' (2 vs 2) , 'Triple Threat' (1 vs 1 vs 1), 'Handicap-Matches' (1 vs 2), 'Cage-Matches' (mit einem Käfig um den Ring) und 'Hardcore-Matches' möglich - letzteres allerdings seltsamerweise scheinbar nur im 'Saison'-Modus.

Dieser ist auch der Hauptmodus, denn ihr müsst mit einem ausgesuchten Wrestler eine ganze Saison durchstehen und jede Woche kämpfen. Seid ihr erfolgreich, sammelt ihr nach und nach die verschiedenen WWF-Championtitel wie 'Intercontinental Title' und 'European Title', um schlussendlich beim grossen 'Pay Per View Wrestlemania' um den 'World Title' anzutreten. Doch bis dahin ist es ein langer und anstrengender Weg, denn ihr müsst jede Woche antreten und nur alle vier Wochen erhaltet ihr ein langes Passwort, um so euren Spielstand zu sichern. Ziemlich mühsam, denn die Matches dauern meist recht lang und sind nicht gerade sonderlich abwechslungsreich.

WWF Road to Wrestlemania
Ungleiches Kräftemessen zwischen 'Undertaker' und 'X-Pac'.

Einige Mängel
Dies liegt hauptsächlich an dem doch recht eingeschränkten Move-Repertoire des Kämpfers - neben diversen Schlägen führt ihr hauptsächlich Grapling-Würfe aus, von denen jeder Kämpfer fünf aus der normalen Position besitzt. Dazu kommen Angriffe von der Ringecke aus, Attacken gegen den am Boden liegenden Gegner und Techniken, wenn man hinter dem Kontrahenten steht. Ebenfalls nützlich sind Angriffe mittels Rennen. Was sich nun nach vielen Moves anhört, hat man allerdings schon recht bald gesehen und irgendwelche Neuigkeiten oder erspielbare Boni sucht man vergebens. Ebenfalls recht mühsam ist die Kollisionsabfrage, bei der man ganz genau auf der richtigen Höhe und im richtigen Abstand zum Gegner stehen muss, damit der Angriff auch wirklich trifft, was zuweilen sehr hakelig ausgefallen ist. Auch sonst fallen dem Wrestlingfan einige Mängel auf - was macht ein 'Triple Threat-Match' zum Beispiel für einen Sinn, wenn der freie Wrestler nicht den Pin im Ring unterbrechen kann? Und wieso gelingen keine Sprünge vom Eckpfosten zum Gegner nach draussen? Und wieso sind alle Figuren, vom 'Undertaker' bis hin zu 'X-Pac' gleich gross?

WWF Road to Wrestlemania
Heftige Prügelei zu dritt.

Tolle Präsentation
Immerhin ist die Steuerung recht simpel ausgefallen und auch die Kämpfer bewegen sich zügig durch den Ring. Ebenfalls gefallen kann die grafische Umsetzung: die Figuren sind schön gross und man erkennt meist schon auf den ersten Blick, wen die Figur im Ring in Wirklichkeit darstellen soll. Dafür sind viele Aktionen im Ring etwas karg animiert - da hätten ein paar Animationsschritte mehr nicht geschadet. Sehr cool und bisher für Handheld-Wrestlinggames ein Novum sind die witzig umgesetzten Einzüge der Kämpfer in die Arena - zuerst sieht man einige teils animierte Bilder des Entrance-Filmchens des Wrestlers und sieht ihn dann beim Eingang der Halle oben auf der Rampe. Dabei erklingt natürlich die jeweilige Entrance-Musik der Kämpfer. Auch sonst ist der Sound gut gelungen - vor allem bei den knackigen Schlaggeräuschen. Nur das Geräusch bei einem angesetzten Aufgabegriff wirkt arg seltsam und künstlich.

 

Fazit

von David Stöckli
Mit 'WWf Road to Wrestlemania' zeigt THQ klare Verbesserungen gegenüber den bisherigen Game Boy-Wrestlinggames. Besonders der Umfang und die technische Gestaltung können überzeugen. Leider ist dafür das eigentliche Gameplay ziemlich oberflächlich und langweilig ausgefallen und auch einige sonstige Mängel wie das umständliche Passwort-System trüben den Wrestling-Spass - da hat 'Fire Pro Wrestling' trotz fehlender Lizenz klar die Nase vorn.  

Wertung

  • GBA
    71
    %

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