Special - World of WarCraft: Cataclysm : Beta-Tagebuch: Das neue Talentsystem

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Erfahrene World-of-Warcraft-Spieler kennen das: Die Verteilung der Talentpunkte ist eine Wissenschaft für sich. Für die optimale Verteilung müsst ihr euch durch jede Menge Forenbeiträge wühlen oder erfahrene Zocker ausfragen. Blizzard will dieses System nun stark komprimieren. Auf den Betaserver sind kürzlich die ersten Neuerungen aufgespielt worden.

Bei World of Warcraft habt ihr mit jeder Klasse verschiedene Spielmöglichkeiten. Als Priester könnt ihr beispielsweise als Schadensausteiler oder Heiler (auf zwei Arten) zocken. Die Ausrichtung basiert darauf, wie ihr die Punkte in den drei Talentbäumen verteilt. Das war bislang eine komplizierte Angelegenheit. Oft war nicht ersichtlich, welche Fähigkeit welcher Spielweise am besten diente. Das will Blizzard mit Cataclysm radikal ändern.

Eingedampfte Fähigkeiten

Auf dem Betaserver sind bereits Teile der komprimierten Talentbäume zu sehen. Die verfügbaren Talente wurden stark zusammengestrichen. Zudem müsst ihr euch bei Erreichen der Stufe zehn für einen der drei Bäume entscheiden. Erst wenn ihr einen der Bäume bis zur höchsten Fähigkeit mit Punkten versorgt habt, dürft ihr auch in einen der beiden anderen Bäume investieren.

Blizzard will euch damit helfen, klarer in eine Richtung zu gehen und nicht unnötig Talentpunkte zu verschwenden. WoW-Veteranen kritisieren an dem neuen Talentsystem, dass ihr nun nicht mehr großartig nachzudenken braucht. Sicher, ein Vorteil ist, dass ihr nicht mehr ewig in Foren suchen und herumfragen müsst, was die beste Talentverteilung ist. Der Nachteil daran: Ihr braucht euch noch weniger mit eurem Charakter auseinanderzusetzen.

Gerade das war früher das beste Mittel, ein wirklich guter (Schlachtzug-)Spieler zu werden. Viele Feinheiten und Kniffe hat man einfach nur dadurch gelernt, dass man viel nachgelesen und auch selbst ausprobiert hat. Mit den neuen Erleichterungen läuft Blizzard Gefahr, World of Warcraft immer weniger anspruchsvoll zu machen. Zugunsten der Einsteigerfreundlichkeit und Spielbarkeit werden hier immer mehr Abstriche gemacht.

Alles wird (trotzdem) gut?

Dennoch müssen wir zugeben: Das neue System ist erfreulich einfach zu bedienen. Alle Fähigkeiten haben verbesserte Beschreibungstexte, damit man weiß, zu welchem Zweck sie eingesetzt werden sollten. Die Grundprinzipien von World of Warcraft müsst ihr aber immer noch kennen. So benötigt ihr als Druide in Katzenform wie üblich viel Beweglichkeit und eine optimale kritische Trefferquote.

So oder so lässt sich noch nicht allzu viel über die neuen Talentbäume sagen. In der Beta ist bisher nur ein Teil der neuen Bäume integriert, bei manchen Klassen, wie dem Todesritter, fehlen sie noch komplett. Wir haben jedenfalls festgestellt, dass das neue System eine deutliche Erleichterung darstellt und halten euch auf dem Laufenden, sobald mehr von den Neuerungen auf dem Betaserver landen.

Unser Zwischenfazit: Die starke Vereinfachung der Fähigkeiten hat natürlich seine Vorteile. Auch Neulinge können schnell in die Materie einsteigen und dann (auf höchster Stufe) schneller bei Schlachtzügen und schweren Instanzen mitmachen. Fakt ist aber, dass gerade die Feinheiten im Talentbaum die Spreu vom Weizen getrennt haben. Nur wer sich wirklich stundenlang mit seiner Klasse und seinen Talenten beschäftigte, konnte das Beste aus seinem Charakter herausholen. Dieser Weg wird nun stark abgekürzt und dürfte vor allem WoW-Veteranen vor den Kopf stoßen. Da aber noch nicht allzu viel von den neuen Talenten auf dem Betaserver zu sehen ist, blicken wir zunächst einmal positiv in die Zukunft.

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