21.03.2012 - Marcus Rätzke
Zum Anlass dieser fiktiven Eskalation dient den Entwicklern ein Zwischenfall, der sich im Jahr 1975 abgespielt hat. Ein Regimegegner und NVA-Soldat, Werner Weinhold, erschoss auf seiner Flucht in den Westen zwei ostdeutsche Soldaten. Die Bundesrepublik Deutschland schützte den Deserteur und lieferte ihn trotz entsprechenden Antrags nicht aus. Das damals tatsächlich vorgefallene Ereignis wertet im Spiel der kommunistische Staat als letzten Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Maßnahmen treffen auf Gegenmaßen und der Kalte Krieg findet nun nicht mehr am Verhandlungstisch statt, sondern auf dem Schlachtfeld. Das erdachte Konstrukt bietet mehr als genug Zündstoff für alternative Szenarien und Raum für zerstörerische Geschichten in ganz Europa.
Die Rahmenhandlung wird in vier Hauptmissionen und jeweils bis zu sieben Untermissionen erzählt. „Erzählt" ist dabei jedoch eher weit gefasst, denn World in Conflict wartete in Sachen Inszenierung, Handlung und Charakterdarstellung mit deutlich mehr Tiefgang auf. Der unverbrauchte Hintergrund hat eigentlich viel mehr in petto als das, was in den rund zehn Stunden Einzelspielerspaß trocken und nüchtern präsentiert wird.
In der Realität können wir nur allzu froh sein, dass das hier präsentierte Schreckensbild nicht Wirklichkeit geworden ist, im Spiel dagegen befehligen wir diverse Truppen, um die Vormachtstellung unserer Seite zu sichern. Hierfür steht uns das Feinste, was die damalige Zeit an Waffen und Kriegsmaschinen zu bieten hatte, zur Verfügung. Von Fußsoldaten über Lufteinheiten bis hin zu Panzern ist alles vertreten.
Der gewiefte Stratege muss dennoch bedenken, dass Eugen Systems ein besonderes Augenmerk auf Realismus legen. Hier reicht es eben nicht aus, seine Mannen einfach an die Front zu schicken und zu sehen, wer die dicksten Kanonen hat und dadurch den Kampf gewinnt. In Wargame: European Escalation ist es unabdingbar, auch die Spezialtruppen, wie Aufklärung und Logistik, im Blick zu haben, da nur sie für Nachschub sorgen. Sollte beispielsweise ein Rudel deutscher Leopard-Panzer damit beschäftigt sein, das feindliche Heer im Norden aufzumischen, sitzen die Stahlkolosse bei Treibstoffmangel ganz schnell in der Patsche oder werden ohne lebenswichtige Munition fix zu Altmetall verarbeitet.
Wer hat sich nicht schon tausendmal darüber aufgeregt, dass Panzer aufgrund ihres lächerlich kleinen Wirkungsgrads in diversen Taktikspielen nur wenige Meter auseinanderstehen dürfen, um ein Gefecht auszutragen? Die Franzosen punkten mit einer realitätsnäheren Reichweite. Einheiten nehmen Gegner aus mehreren hundert Metern Entfernung und nicht aus nächster Nähe aufs Korn, so wie es auch sein sollte. Hinzu kommt, dass Nachladezeiten und verfehlende Geschosse die Geplänkel spannend halten. Um an Munition zu kommen, benötigt das eigene Heer Nachschub. Den gibt es an bestimmten Stellen auf der Karte. weiter...
Zusatzpaket mit neuer Operation verfügbar
Dritter kostenloser DLC veröffentlicht
Erster kostenfreier DLC verfügbar [1]
Wargame: European Escalation - Preview [2]
Nach R.U.S.E. schicken euch Eugen Systems erneut als Strategen auf riesige Schlachtfelder.
Wargame: European Escalation - Mac Trailer
Trailer zur Veröffentlich auf Mac
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Kommentare zu Wargame: European Escalation
Kritik
Schade, dass der Artikel das Spiel etwas oberflächlich behandelt.
Es sollte meiner Meinung auch der Vorgänger R.U.S.E. erwähnt werden, mit dem die Entwickler wirklich ein Glanzstück hingelegt haben. Dieses Game hatte mich wirklich wochenlang und weit über 100 Stunden beschäftigt, während die Freude an Wargame doch etwas schleppen ist, da der Hauptkern in jeder Partie darin liegt, sich einen bunten Mix an Einheiten aufzustellen, um jeden möglichen feindlichen Angriff aufzuhalten. Auf diese Weise verliert sogut wie immer derjenige, der zu offensiv spielt (was in R.U.S.E. völlig anders war). Auch wenn dadurch sehr einseitige und sehr ähnliche Runden entstehen, bleibt doch ein gewisser Spielspaß erhalten. Anders ist es, wenn ein Gegner sich komplett einbunkert und nur mit Artillerie angreift und damit unverhältnismäßig großen Schaden anrichtet, was leider nur zu oft zum unverdienten Sieg führt.
Diese Einseitigkeit im Multiplayer hätte bei einem ausführlichen Test erwähnt werden müssen.
Natürlich hat der kluge Spieler auch die Option kleine strategische Einheiten-Gruppen einzusetzen und damit unvorsichtigen Gegnern Schaden anzurichten oder auch zu besiegen aber eine einfache Verteidigung in der Basis verhindert dies in den meisten Fällen, wodurch es wieder zum altbekannten "Verteidigen-Spiel" führt.
Der Vergleich hinkt.
Ich kann meinem Vorredner ausnahmslos zustimmen.
Der Vergleich mit World in Conflict hinkt ein wenig. WiC hatte eine ganz andere Zielgruppe, eine andere Art Gameplay.
WiC wurde damit verglichen, das Counter Strike für die RTS'ler zu sein. Das war es auch. Blitzschnell, kein Basenaufbau, Clangefechte, zu Anfangs support durch die ESL um das Spiel im Pro-Gaming Bereich zu etablieren... warum das scheiterte, steht auf einem anderen Zettel.
Wenn Wic das CS unter den RTS Spielen ist. Dann ist Wargame das ArmA (Operation Flashpoint) unter den RTS Spielen. Langsamer, realistischer, mit viel Liebe zum Detail. Ich selbst kenne mich mit der militärischen Kriegsmaschinerie nicht sehr gut aus, aber das Spiel lebt definitiv von seiner Liebe zum Detail für Realismus. Bei WiC war es Action, Taktische Hilfepunkte (Atombombe, usw.).
Hier steht aber meines Erachtens der taktische Aspekt viel mehr im Vordergrund. Wie positioniere ich meine Einheiten, habe ich damit einen Vorteil gegenüber meinen Gegner. Wie nutze ich Aufklärung effektiv. Wie spiele ich mit meinen Partnern zusammen um den Gegner vernichtend zu schlagen. Es ist grandios, macht sehr viel Spaß... und hoffe dass es noch lange ebenso begeisterte Spieler geben wird.
Volltreffer mit schönheitsfehlern
für mich ein Volltreffer, wenn auch mit div. Schönheitsfehlern.

Das Menü - ok, es ist auf den ersten Blick etwas altbacken aber nie wirklich umständlich. Alles ist geordnet und mit 1-2 Blicken hat man alles was man braucht. Technisch find ich es schon ganz gut! Grafik altbacken? Man überenke die Größe der Karten und überlege noch einmal :-) Finds sehr hübsch, vor allem wenn´s so richtig Kracht. Ein Gefecht aus der Nähe zu betrachten macht bock. Die Kanonensounds, MG, Maschinenkanonen...total gut! Da kracht´s meiner Meinung nach realistischer als in WiC! Was spielerisch nicht so schön ist, ist die Tatsache dass man seine Einheitengrüppchen nicht in versch. Richtungen ausrichten kann. Macht die Ki aber eigentlich oft ganz gut(Baumreihen, Hecken ect.)
Der Singleplayer ist ein nettes Beiwerk wenn auch nicht grandios. Sorgt er aber auch dafür dass man Befehlssterne bekommt, die man dann im Arsenal für eines der total vielen Spielzeuge ausgeben kann, um sich seine Decks für den Multiplayer zusammenzustellen. KI fehler - störend sind die mMn öfter, sehr langen, panischen Fluchtaktionen der Einheiten bei Beschuss von Artillerie. Nervt schon ein wenig :-) KI bleibt einfach im Feld stehen??? Hab ich so noch nicht gesehen. Schieb ich mal auf ein Problem hinter dem PC. Infantrie in Dörfern ist da schon eher ein Problem...die Burschen sind dermaßen schwer bis gar nicht aufzuklären! Das ist entw. ein Feature oder ein Bug.
Friendlist muss man noch negativ erwähnen...da scheinen immer wieder oder dauerhaft Server offline zu sein. Mal sind freunde da, mal nicht, obwohl alle Online und bereit sind ;-)
Tolles Spiel mit schönheitsfehlern und richtig taktischer Tiefe. WiC ist geil, Wargame gefällt mir aufgrund der riesigen Maps und der ernormen Auswahl an Kriegsgerät nen tick besser. Es spielt sich auch etwas langsamer, kommt mir zu gute