Test - Until Dawn: Rush of Blood : Horror auf Schienen

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Mit Until Dawn schuf Supermassive Games eine Hommage an die Klassiker des Horrorfilms, die vor allem durch ihre beeindruckende Technik und und raffinierte Erzählweise bestach. Until Dawn: Rush of Blood geht nun neue Wege und verbindet das Universum des Horrorschockers mit dem Rail-Shooter-Prinzip. Das geht zwar auf Kosten der Atmosphäre, macht aber trotzdem Spaß.

Until Dawn: Rush of Blood schickt euch nicht nur im übertragenen Sinne auf eine Achterbahnfahrt, die gespickt ist mit Gruselklischees aller Couleur: In einigen Abschnitten kämpft ihr gegen verrückte, blutverschmierte Clowns, an anderer Stelle jagen euch zum Leben erweckte Schweinehälften in einer Metzgerhalle oder eine Welle von Spinnen will euch ans Leder. Supermassive Games versucht, jede Form von weit verbreiteter Phobie abzudecken und konfrontiert euch immer wieder mit absurden Situationen.

Das wichtigste Element ist dabei das Umsehen mit der PS VR. Immer wieder vernehmt ihr während der Achterbahnfahrt unheimliche Geräusche, die von außerhalb eures Blickfelds kommen. Wenn ihr euch dann danach umdreht, erwartet euch mit verlässlicher Regelmäßigkeit der nächste kalkulierte Schreckmoment. Ihr verfallt schnell in einen permanenten Angstzustand und sucht ständig nervös den Raum um euch herum ab, um nicht plötzlich einem Angriff aus dem Dunkel zum Opfer zu fallen.

Selbstverständlich ist die Ausleuchtung der verlassenen Achterbahnanlage spärlich, daher seid ihr nicht nur mit zwei Waffen zur Verteidigung ausgerüstet, sondern auch mit Taschenlampen. Ihr nutzt entweder die Move-Controller, um jede Waffe und Taschenlampe einzeln zu steuern, oder die Bewegungssteuerung des DualShock 4, um beide Arme gleichzeitig zu bewegen. Dementsprechend bewegt ihr nicht nur euren Kopf wie wahnsinnig während der Spielsitzung, sondern fuchtelt ebenso mit euren Armen herum.

Das Spielen mit den Move-Controllern ist deutlich angenehmer, da zum einen das Tracking genauer funktioniert. Zum anderen erhaltet ihr die Möglichkeit, beide Arme getrennt voneinander zu bewegen. Leider hatte Until Dawn: Rush of Blood einige Schwierigkeiten beim Erkennen der Move-Controller. Immer wieder reagierte ein Arm nicht exakt auf unsere Bewegungen, was vor allem in den letzten Leveln des Spiels zu einem Problem werden kann. Woher dieses Problem kommt, ist uns nicht bekannt. Andere VR-Titel funktionierten mit unserer Hardware reibungslos.

Die Spielmechanik hinter Rush of Blood entspricht dem gängigen Lightgun-Shooter-Prinzip. Ihr zielt auf Gegner und Zielscheiben und müsst regelmäßig eure Waffe nachladen. Das geschieht durch Tastendruck oder schneller Bewegung der Knarre nach oben. Vor Endgegnern finden sich meist Extrawaffen wie Schrotgewehre oder Maschinenpistolen, die sich durch farbige Markierungen in der Levelumgebung abheben, damit ihr sie leichter in der Dunkelheit aufspüren könnt. Für jeden getroffenen Gegner und jedes Ziel erhaltet ihr Punkte, durch Kombinationen erhaltet ihr mehr Punkte. Am Ende eines jeden Levels bekommt ihr neben der Gesamtpunktzahl noch eine Rangwertung. Dazu lassen sich eure Punkte in eine Online-Highscore-Liste eintragen.

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Während die ersten drei Level für viele Schock- und Schreckmomente sorgen, legt sich dieses Gefühl jedoch im weiteren Spielverlauf. Wer anfällig für Jumpscares ist, wird sicherlich öfters zusammenzucken, dennoch nutzen sich viele Muster mit der Zeit ab. Nach rund zwei Stunden habt ihr jedes Level abgeschlossen und alles gesehen. Vier verschiedene Schwierigkeitsgerade sowie die Highscore-Listen sollen einen Wiederspielwert bieten. Außerdem gibt es alternative Routen in einigen Leveln. Ich fühlte mich jedoch nach einem Spieldurchlauf mehr als gesättigt.

Ein kleines Highlight sind auf jeden Fall die Achterbahnsequenzen, die euch vor allem zum Ende des Spiels hin auf eine turbulente Reise schicken. Das Geschwindigkeitsgefühl wird sehr gut eingefangen, Spieler mit einem schwachen Magen sollten hier etwas aufpassen. Da ich auch auf realen Achterbahnen mit Übelkeit zu kämpfen habe, bescherte mir Until Dawn: Rush of Blood nicht nur einmal Grummeln in der Magengegend. Das wiederum spricht jedoch nur für die gelungene Umsetzung der Achterbahnsequenzen.

Greift zu, wenn...

…ihr Railshooter und klischeehafte Horror- und Jumpscare-Sequenzen mögt.

Spart es euch, wenn...

… ihr keine Geisterbahnen mögt und Lightgun-Shooter nichts für euch sind.

Fazit

Robin Rottmann - Portraitvon Robin Rottmann
Zeitvertreib für zwischendurch

Leider liefert der Ableger Until Dawn: Rush of Blood bei Weitem nicht so viel Tiefe wie der Hauptteil der Serie. Als Rail-Shooter ist er jedoch solide umgesetzt. Die rund zwei Stunden fordern euch je nach Schwierigkeitsgrad einiges ab. Leider beschränken sich die meisten Schockmomente auf Jumpscares, die sich zudem nach einer Weile abnutzen. Hier hätte man deutlich subtiler zur Sache gehen und mehr Kopfkino durch den Einsatz von Geräuschen erzeugen können.

Unterm Strich bietet Rush of Blood jedoch alles, was ein Starttitel der PS VR benötigt, um die Möglichkeiten der Brille zu demonstrieren. Bei diesem Umfang ist der Preis von rund 20 Euro gerechtfertigt.

Überblick

Pro

  • Achterbahnsequenzen fühlen sich realistisch an
  • viele Schockmomente sorgen für Gänsehaut
  • Steuerung mit Move und DualShock 4 gut umgesetzt
  • ansprechende Optik

Contra

  • Spielprinzip bereits nach kurzer Zeit eintönig
  • Aufbau der Level gleicht sich oft
  • kaum Verknüpfung zum Hauptspiel
  • Sprung des Schwierigkeitsgrads von “normal“ auf „schwer“ sehr hoch

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