Vorschau - Unravel : EAs Indieperle

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Da war Martin Sahlin, Creative Director von Unravel, aber ganz schön nervös, als er auf der Pressekonferenz von Electronic Arts sein neuestes Projekt vorstellte, das er zusammen mit einem kleinen Team bei Coldwood Interactive in Schweden produziert. Dieses Werk versprüht so unfassbar viel Charme, dass es sofort einen Platz in unseren Herzen ergattern konnte, nachdem wir auf der E3 in Los Angeles ein bisschen Zeit damit verbringen durften.

Während der Präsentation fehlte von Martin jede Spur. Möglicherweise erholte er sich noch von seinem Auftritt bei der Pressekonferenz von Electronic Arts. In seine Fußstapfen trat Producer Håkan Dalsfelt. Er stellte gleich am Anfang klar, dass Coldwood Interactive ein Unternehmen sei, das sich schon seit einer ganzen Weile mit Videospielen beschäftigt: „Wir haben vor der Zusammenarbeit mit Electronic Arts schon an acht Titeln gearbeitet. Wir wurden zwar nicht sonderlich berühmt damit, aber, hey, wir haben acht Spiele gemacht!“

Bei Unravel konzentrieren sich die Entwickler auf eine emotionale Spielerfahrung. Ihr übernehmt die Rolle von Yarny, einer Figur, die komplett aus rotem Garn besteht. Yarny haust bei einer einsamen alten Dame und ihr macht euch auf die Suche nach den anderen Familienmitgliedern. Unravel ist kein Spiel, das von seiner Story lebt. Es wird kein einziges Wort im Laufe des Abenteuers gesprochen.

Wenn ihr euch mit Yarny durch die Spielwelt bewegt, soll das gleiche Gefühl vermittelt werden wie bei einem kleinen Kind, das zum ersten Mal die Welt entdeckt. Mit jedem Schritt, den ihr geht, verliert Yarny etwas mehr von seinem Garn. Es ist der sprichwörtliche rote Faden, der sich durch das komplette Spiel zieht. Dabei handelt es sich um mehr als nur ein Gimmick. Irgendwann geht dem kleinen roten Wollknäuel das Garn aus. Dann könnt ihr euch nicht mehr bewegen. Glücklicherweise findet ihr in den Leveln neues Garn, was gleichzeitig als Checkpoint fungiert.

Unravel - E3 2015 Announcement Trailer
Hier könnt ihr euch EAs neue Franchise Unravel erstmals im Video ansehen.

Mehr als nur niedlich

So entstehen immer wieder interessante Rätsel, zumal ihr Yarnys Garn aktiv nutzen könnt. Beispielsweise um daran hochzuklettern, euch von hohen Positionen abzuseilen oder aber um zwischen zwei Knotenpunkten eine Art Trampolin zu erstellen, um so höher zu springen. Außerdem sind Knobeleinlagen, die die Umwelt mit einbeziehen, zahlreich vorhanden. So müsst ihr an einer Stelle zum Beispiel mit Garn eine Art Rampe bauen, um Äpfel in ein kleines Loch rollen zu lassen. Die Äpfel dienen dann als eine Art Brücke, nachdem ihr  Wasser in das Loch gefüllt habt.

Was Unravel jedoch so bemerkenswert macht, zumindest in den beiden spielbaren Abschnitten, ist die Atmosphäre. In nicht wenigen Szenen erinnert das Spiel an Werke wie Limbo. Wenn Yarny verängstigt über eine Straße läuft, während ein Gewitter tobt und ein Auto den kleinen Fratz erschreckt, dann ist das einfach nur liebenswert und herzerweichend. Der Titel sprüht aufgrund der zahlreichen Details vor Charme und Leben.

Fazit

Christian Kurowski - Portraitvon Christian Kurowski
Putzig und clever

Unravel kam aus dem Nichts und eroberte die Herzen vieler Spiele-Fans im Sturm. Zu Recht, denn Yarny ist schlicht bezaubernd. Doch hinter Unravel steckt mehr als nur ein knuffiger Protagonist. Die Welt ist interessant und steckt voller Details und der Plattformer bietet mit dem Garn, das Yarny mit jedem Schritt einbüßt, interessante Spielkonzepte, die für clevere Rätsel genutzt werden. Unravel ist die kleine Oase inmitten der vielen Blockbuster-Titel aus dem Hause Electronic Arts. Ein Spiel, das dem Arts aus Electronic Arts wirklich gerecht werden könnte.