Test - Tropico : Tropico

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Es gibt neues Material für alle 'El Presidentes' da draußen, die schon in 'Tropico' ihrer Diktatorenlust gefrönt haben. Im nagelneuen offiziellen Add-on 'Paradise Island' versuchen diesmal die Mannen von Break Away Games den Erfolg des Pop Top-Originals auszubauen und die witzige Aufbausimulation sinnvoll zu verbessern und zu erweitern. Zahllose neue Szenarien und Missionen zeugen von der Arbeitswut der Entwickler, aber auch ein überarbeitetes Interface und viele neue Gebäude erfreuen das Diktatoren-Herz.

Tropico
Ein Gewitter sucht unsere Stadt heim.

Altbekanntes
Auf Tropico ist wieder der Teufel los und ihr seid mittendrin, denn ihr seid 'El Presidente' und müsst über euer Volk herrschen. Wie schon im Ursprungsspiel könnt ihr dabei fließend vom Makrokosmos eurer Wirtschaft in den Mikrokosmos, den Zahnschmerzen von Luise Figo, dessen Sohn Manuel gerade euer Hotel am Strand mit errichtet, wechseln. Am erfolgreichen Spielprinzip selbst haben die Entwickler natürlich wenig gerüttelt und so könnt ihr wieder alle Arten von Gebäuden bauen, Mietshäuser eure Einnahmen generieren lassen - neben den Steuern über die ihr als Diktator natürlich ebenso bestimmt - sowie über die Infrastruktur eurer Insel bestimmen. Auch diverse Edikte lassen sich wieder erlassen, und ihr entscheidet, ob ihr eure Bananenrepublik zum Tourismus-Anlaufpunkt macht oder lieber eine abgeschottete Militärdiktatur errichtet.

Aber auch, so paradox das klingen mag, als Diktator kulminiert die Spannung bei den regelmäßig abgehaltenen Wahlen. Denn nur mit zufriedenen Bürgern werdet ihr ein weiteres Mal im Amt bestätigt. Sicher, die ein oder andere Bestechung, ein schmutziger Wahlkampf oder eine grosse Schutztruppe helfen ein wenig, wie im richtigen Leben halt auch, doch auf lange Sicht hilft euch nur eines: Ein gutes Staatsoberhaupt zu sein.

Auch beim Äußeren bleibt alles beim alten, die schicke gerenderte Grafik und die putzigen Animationen eurer Einwohner werden euch wieder das ein oder andere Lächeln abringen und euch so richtig gut in Karibik-Stimmung versetzen. Der stufenlose Zoom ermöglicht es euch sowohl die Übersicht zu wahren, als auch ganz nah an eure Bewohner heranzuzoomen, um ihre geheimsten Wünsche zu entdecken, und sei es nur, dass Conchita gerne mit Julio ...

Die verschiedenen Gebäude sind wunderschön gezeichnet und fallen durch ihren Detailreichtum wieder einmal angenehm auf. Dass ihr die Karte nur in vier Stufen drehen könnt und dies zudem unverständlich lange Zeit benötigt, ist ein Kritikpunkt, der auch im Add-on weiterhin vorhanden ist. Sind eure Bauarbeiter hinter einem Gebäude verschwunden, hilft nur noch das Drehen der Karte - selbst wenn dieses noch transparent ist und ihr eigentlich auf euren Einwohner klicken könntet, wird nur das Haus ausgewählt. Ein extra Tutorial, welches euch die neuen Bedienelemente erklärt, habe ich auch vermisst, zumindest das Handbuch ist wieder einmal vorbildlich und sprüht vor Charme und Witz.

Tropico
Die gerenderte Iso-Grafik ist immer noch grundsolide.

Auch musiktechnisch hat sich nicht allzu viel getan, war auch nicht nötig, denn die Karibik-Klänge sind atmosphärisch wie eh und je und man ertappt sich immer wieder dabei, wie man mit dem Fuss zum Takt wippt.

Leider müsst ihr in 'Paradise Island' auf neue Rendervideos verzichten - bis auf das Logo, der neu zum Entwicklerstab hinzugestoßenen Break Away Games, hat sich im Intro nichts verändert.

Was gibt's Neues auf der Insel?
Da 'Tropico' selbst keine eigentliche Geschichte erzählt hat, sondern eben eher eine Lebenssimulation eines Diktators darstellte, verzichteten die Programmierer auch im Add-on auf eine fortgeführte Hintergrundgeschichte. Statt dessen erwarten euch über 20 neue Szenarien, welche sich dieses Mal in verschiedene Kategorien aufteilen. So könnt ihr in den Militärszenarien direkt als durch einen Putsch an die Macht gekommener Diktator agieren, welcher eine bereits recht gut aufgebaute Insel vorfindet. Eine andere Mission lässt euch eure Insel, getreu Henry Morgentau jr., zum Bauernstaat verwandeln. Im Prinzip spielen sich die Militärmissionen nicht viel anders als die Hauptszenarien, nur die Hintergrundgeschichte ist ein wenig anders.

Tropico
Studenten lieben Bars.

Ganz anderer Natur sind hingegen die Tourismus-Szenarien, in denen ihr ganz nach 'Holiday Island' für die Schönheit eurer Insel und deren Attraktivität sorgen müsst. Hotels, Bars und Sportmöglichkeiten stehen im Vordergrund. Ist doch jeder Tourie, sei es der Öko-Freak oder auch der anspruchsvolle Luxus-Tourist, in eurer Republik wichtig und hilft euch eines der zahlreichen Spielziele zu erreichen. Mal müsst ihr eure Insel zum Glücksspielparadies ausbauen, mal sündteure Clubanlagen zaubern oder auch den Konflikt zwischen Touristen und euren Einwohnern bewältigen, welche den Touristen mit ihren lauten Bergwerken auf den Geist gehen. Die Tourismus-Szenarien sind ein echtes Highlight in 'Paradise Island' und haben mir am meisten Spass gemacht. Nun ja, wer nix wird, wird Wirt, war wohl auch mein Leitspruch in früheren Tagen.

 

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