Test - Tomb Raider: The Angel of Darkness : Tomb Raider: The Angel of Darkness

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Nach zahlreichen Verschiebungen ist mit 'Tomb Raider: The Angel of Darkness' der mittlerweile sechste Teil der Reihe erschienen. Es handelt sich dabei um den offiziellen Nachfolger von 'Tomb Raider: Die Chronik'. Doch bereits im Vorfeld wurde bekannt, dass das Spiel mit einigen Bugs auf den Markt kommen und besonders ATI-Grafikkarten mit 'Tomb Raider: The Angel of Darkness' zu kämpfen haben würden. Ob es dennoch immer noch Spaß macht, Lara über den Bildschirm zu hetzen, erfahrt ihr im folgenden Review.

Tomb Raider: The Angel of Darkness
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Lara auf der Flucht
Die Story des neuesten 'Tomb Raider'-Teils kann sich sehen lassen. Lara befindet sich im Büro von Werner von Croy und soll für diesen die fünf Gemälde der Finsternis besorgen, da Werner selbst untertauchen muss. Doch was passiert nun? Werner nimmt eine Pistole, es fallen Schüsse und Laras Mentor liegt tot am Boden. Wir hören bereits die Polizeisirenen und Lara muss schnell weg, denn die Polizei glaubt, dass sie nicht nur Werner, sondern auch weitere 16 Opfer auf dem Gewissen hat. Eure Mission ist also klar: Ihr müsst die wahren Täter identifizieren und die Polizei von eurer Unschuld überzeugen; doch das ist sicherlich keine leichte Aufgabe, da sich selbst Lara nicht mehr erinnern kann. Die Geschichte spielt sich durchgängig in Paris und Prag ab, echte Gräber wie in den Vorgängern gibt es daher nicht mehr.

Tomb Raider: The Angel of Darkness
Ein Bug - hier sollte eigentlich ein Gegner stehen.

Steuerung: Sechs, setzen!
Während 'Tomb Raider'-Fans in der Vergangenheit eigentlich eine recht flüssige Steuerung gewohnt waren, setzt der neueste Teil Maßstäbe - leider jedoch im negativen Sinne. Es muss schon fast bei jeder Bewegung gebetet werden, dass Lara auch auf die Befehle reagiert. Unsere Heldin bewegt sich nur sehr träge und reagiert nur mit deutlicher Verspätung auf Befehle. Zudem müsst ihr vor nahezu jedem Sprung Lara im Stehen neu ausrichten, was arg an den Geduldsfäden zerrt. Leider ist es auch nicht möglich, verschiedene Bewegungen zu kombinieren, da Lara immer erst eine Bewegung abschließen muss, bevor sie bereit ist für neue Kommandos. Auch bei den Sidesteps wurde einiges vermurkst. Zuerst muss die Gehen-Taste gedrückt werden, bevor man einen Schritt zur Seite machen kann. Aufgrund der Steuerung kann ein Sidestep ein bis zwei Sekunden dauern, eine direkte Steuerung sieht in jedem Fall anders aus. Selbst mit einem guten Gamepad fühlt ihr euch hier schnell auf verlassenem Posten, mit Maus und Tastatur solltet ihr euch erst gar nicht ins Abenteuer stürzen. Die Bewegungen von Frau Croft sahen auch einmal schöner aus. Vor allem das Rennen wirkt eher wie das müde Joggen eines Rentners. Auch der Film 'Tomb Raider' hat am Spiel seine Spuren hinterlassen. Die Bewegungsabläufe sind zwar spektakulär, jedoch keineswegs realistisch. Gezielt werden muss zum Glück nicht, da wie in den früheren Teilen Lara das Zielen für euch übernimmt. Dennoch sind auch die Schusswechsel keinesfalls eine problemfreie Zone.

Tomb Raider: The Angel of Darkness
Dieser Schrank versperrt den Weg und muss weggeschafft werden.

Auch Splinter Cell-Elemente finden ihren Platz
Mit dem neuesten Teil hat nun auch Lara Schleichfähigkeiten bekommen - jedoch müsst ihr diese kaum anwenden, da die künstliche Intelligenz der Gegner größtenteils katastrophal ist. Es reicht meist aus, einfach auf den Wächter zuzurennen und diesen mit einer Waffe zu erledigen. Sollte euch die Munition ausgehen, so könnt ihr die Widersacher notfalls auch mit gezielten Fußtritten eliminieren. Wenn ihr dennoch den Drang zum Schleichen verspürt, so könnt ihr auch um Ecken blicken, um vorzeitig Gegner zu erkennen.

Die Schwierigkeiten von 'Tomb Raider: The Angel of Darkness' liegen auch in den Hindernissen, die sich euch beispielsweise im Louvre in den Weg stellen. Hier müssen nämlich Infrarotsensoren überwunden werden, damit kein Alarm ausgelöst wird. Über den Sinn mancher neuer Ideen lässt sich streiten - Lara kann nun zum Beispiel nicht mehr unbegrenzt an Dachrinnen hängen und muss von Zeit zu Zeit festen Boden unter die Füße bekommen, damit sich die Energie wieder auffüllt. Hier entscheiden oft Sekundenbruchteile darüber, ob ihr heil am Zielort ankommt, was aufgrund der Steuerung des Öfteren in Kopfzerbrechen ausartet.
Kopfschütteln verursacht auch Laras stupider Spruch, dass sie noch nicht stark genug sei, um beispielsweise an einem Geländer entlangzuhangeln. Brecht ihr eine Tür auf, so hat Frau Croft plötzlich die Kraft hierfür. Offenbar wollte Core Design das Action-Adventure mit einigen Rollenspiel-Elementen aufwerten, was man jedoch als gescheitert betrachten kann. Warum und wo Lara Kraft gewinnt, ist ohne Weiteres keinesfalls offensichtlich.

 

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