Test - Timeshift : Zeit spielt keine Rolle? Von wegen!

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Eigentlich hätte der Ego-Shooter 'Timeshift' schon im Frühjahr 2006 erscheinen sollen, doch kurz vor Release zog Publisher Vivendi, der die Rechte am Titel erworben hatte, die Reißleine und gab den Entwicklern über zwölf Monate zusätzliche Entwicklungszeit – eine absolute Rarität in der schnelllebigen Branche. Ob das Spiel dank Zeitbonus ein echter Shooter-Hit geworden ist, klärt unser Test.

Nobelpreis oder Weltherrschaft?

In 'Timeshift' dreht sich alles um die Zeit. Wissenschaftler haben einen Nanoanzug entwickelt, der es dem Träger ermöglicht, die Zeit nicht nur zu verlangsamen, sondern sogar anzuhalten oder rückwärts laufen zu lassen. Dummerweise klaut einer der Wissenschaftler einen Prototyp des Anzugs und richtet in einer Zukunftswelt als Bösewicht Krone viel Schaden an. Einzige Hoffnung, den fiesen Wissenschaftler aufzuhalten, ist der Kollege, der ebenfalls an der Erschaffung des Zeitanzugs beteiligt war. Dieser zwängt sich kurzerhand in den zweiten Prototyp und reist ebenfalls in die andere Zeit, um dort die gewalttätigen Pläne Krones zu stoppen.

Die abgedrehte Geschichte von 'Timeshift' klingt zwar spannend, doch letztlich baut sich über die gesamte Spielzeit keine echte Spannung auf, dafür wird die Story einfach zu wirr und lieblos erzählt. Ab und zu werden mal ein paar Zwischensequenzen eingestreut, doch diese sind kaum verständlich. Aber sei´s drum, denn auch ohne Storyverständnis macht der Shooter viel Spaß.

Wer hat an der Uhr gedreht?

Großen Anteil am Spielspaß hat natürlich das Gameplay. Auf der einen Seite spielt sich 'Timeshift' wie ein klassischer Ego-Shooter im Stile von 'F.E.A.R.', bietet aber mit dem Zeitkontroll-Feature eine interessante Besonderheit. Wobei man freilich anmerken muss, dass auch viele andere Shooter die Verlangsamung der Zeit ermöglichen, doch 'Timeshift' geht eben noch eine Spur weiter. So dürft ihr jederzeit die Zeit auch anhalten oder für einige Sekunden rückwärts laufen lassen. Dadurch ergeben sich nicht nur für den Mehrspielerpart interessante Möglichkeiten.

Greifen euch beispielsweise mehrere Feinde an, könnt ihr einfach die Zeit anhalten, den Gegnern die Waffen aus der Hand nehmen und sie mit gezielten Kolbenschlägen munitionssparend erledigen. Aber auch kleinere Rätsel sind geschickt in den Spielablauf eingebunden. Damit ihr auf einen fahrenden Kran aufspringen könnt, verlangsamt ihr das Geschehen. An anderer Stelle wird vor euren Augen die einzige Verbindungsbrücke zu den verbündeten Widerstandskämpfern von einem riesigen Mech zerstört. Ein Druck auf die Rückspulfunktion und die Brücke ist wieder passierbar.

Gefangen in der Zeit

Shooterfans brauchen keine Befürchtungen zu haben, dass die Rätseleinlagen den Spielfluss hemmen, der Einsatz der Zeitkontrolle ist meist offensichtlich. Zudem wählt das Spiel von sich aus immer die optimale Art der Zeitfunktion aus. Bei Bedarf dürft ihr alle drei Manöver aber auch manuell ausführen, was zumindest einmal im Rahmen des Einzelspielermodus auch nötig ist. Natürlich steht euch die Zeitkontrolle nicht unbegrenzt zur Verfügung, sondern nur für wenige Sekunden. Danach lädt sich der Anzug aber relativ schnell wieder auf. Etwas anders verläuft die Zeitkontrolle im Mehrspielermodus. Hier müsst ihr so genannte Zeitgranaten einsammeln und erschafft durch den Abwurf dieser Granaten ein Art Zeitkugel. In dieser könnt ihr beispielsweise Konkurrenten einfangen und ihnen dann ohne Probleme ihre Waffe abnehmen.

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