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The Legend of Zelda: The Wind Waker HD

Neu aufgetischt

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Der Entstehungsprozess von The Wind Waker war der Nintendo-Prototyp wutentbrannter Proteststürme, endloser Diskussionen in Internet-Foren und hasserfüllter Kommentare. Eine Welle der Entrüstung zog durch die ansonsten so heile Zelda-Welt, als die ersten Bilder zum Nachfolger von Ocarina of Time und Majora's Mask veröffentlicht wurden. Über zehn Jahre später zeigt sich die Zeitlosigkeit dieses einst so kontrovers diskutierten Grafikstils. Braucht es da überhaupt ein HD-Remake? Schließlich hatte der Titel zu Zeiten der Erstveröffentlichung eher mit anderen Problemen zu kämpfen.

Die Reise auf hoher See kann lang und beschwerlich sein. Der kühle Wind bläst einem um die Nase, der Wellengang sorgt für Übelkeit und der ständige Regen tut sein Übriges, um selbst den Willen eines raubeinigen Matrosen zu brechen. Doch das Schlimmste, was euch auf hoher See widerfahren kann, sind weder schlechtes Wetter noch ein mulmiges Gefühl im Magen. Es sind Langeweile und Monotonie: tagein, tagaus auf einem riesigen Ozean zu schippern und nichts außer Wasser zu sehen. Und ein wenig Treibholz.

The Legend of Zelda: The Wind Waker Bild 1The Legend of Zelda: The Wind Waker Bild 2The Legend of Zelda: The Wind Waker Bild 3

Im Grunde war The Wind Waker aus dem Jahre 2002 also die perfekte Seefahrersimulation. Statt eine weitläufige Ebene nach Herzteilen, Rubinen und anderen Geheimnissen zu durchforsten, bereist ihr das große, weite Meer und seid währenddessen mit Nichtstun beschäftigt. Gelegentlich entdeckt ihr einen Geschützturm, den ihr von Feinden befreit, oder ein verlassenes U-Boot, das einen kostbaren Schatz beherbergt.

Im Laufe des Abenteuers könnt ihr in den Besitz eines Segels gelangen, das die Fortbewegung auf dem Wasser erheblich beschleunigt und die recht drögen Seefahrten angenehmer gestaltet. Die Triforce-Suche, ein weiterer großer Kritikpunkt am Original, gestaltet sich ebenfalls ein wenig anders. Statt acht unterschiedliche Karten finden zu müssen, erhaltet ihr einen Teil der Triforce-Splitter bereits ohne das Entschlüsseln einer Karte und die darauf folgende Bergung per Greifhaken.

The Legend of Zelda: The Wind Waker HD - Video-Review

Licht und Schatten

Zwei der drei großen Kritikpunkte wurden also beseitigt. Die wohl größte Schwäche von The Wind Waker existiert nach wie vor. Im Vergleich sowohl zu seinen Vorgängern als auch den späteren 3D-Ablegern bietet The Wind Waker fast schon belanglose Tempel. In dieser außerordentlich wichtigen Kategorie fehlt es an kreativen Ideen, der nötigen Komplexität sowie interessanten und fordernden Rätseln. Das Entzünden von Fackeln, Schieben von Kisten und Betätigen von Schaltern erreicht in diesem Ableger seinen Höhepunkt. Hinzu kommt die äußerst stark ausgeprägte Linearität innerhalb der Tempel, die keinerlei Herausforderung für erfahrene Zelda-Spieler darstellt. Abhilfe leistet da nur der neue, von Beginn an wählbare Heldenmodus. Dieser verdoppelt nicht nur den von Gegnern ausgeteilten Schaden, sondern macht es auch unmöglich, Herzen in Gräsern oder Krügen zu finden.

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