Test - Super Smash Bros. for 3DS : Familiäre Prügelei

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Lange mussten Nintendo-Fans warten. Seit der offiziellen Ankündigung von Super Smash Bros. for 3DS / Wii U quellen Foren vor Spekulationen, Erwartungen und Hoffnungen über. Alle beteten sie zu ihrem Heiland Masahiro Sakurai, der die Versäumnisse des Wii-Vorgängers wettmachen sollte. Das Mindestziel der Fans ist klar: Das neue Super Smash Bros. soll, nein, muss der beste Teil der Reihe werden. Die zahlreichen Informationen, die seit der Enthüllung verlautbart wurden, ließen die Vermutung zu, dass Super Smash Bros. for 3DS den Erwartungen gerecht werden könnte.

Manch einer wird sich fragen, was das ganze Getöse um diesen Titel eigentlich soll. Ist ja nur ein Prügelspiel, wird der eine oder andere denken. Die sind ja ohnehin vom Aussterben bedroht und locken höchstens noch Hardcore-Spieler hinter dem Ofen hervor. Im Fachjargon würde man von Nische sprechen. Doch Super Smash Bros. ist das komplette Gegenteil davon. Während viele Prügelspiele im Laufe der Zeit immer mehr an Popularität verloren, trotzte die Reihe diesem Abwärtstrend und bescherte Nintendo auch in Krisenzeiten Millionenverkäufe.

Zu N64-Zeiten erschuf Masahiro Sakurai ein auf den ersten Blick unübersichtliches Mehrspielergetümmel, das scheinbar lediglich durch das Aufgebot einiger Nintendo-Helden beachtliche Erfolge verzeichnen konnte. Doch weit gefehlt. Hinter all dem Chaos verbarg sich eine originelle Spielidee, die nicht nur dadurch überzeugen konnte, dass sie die festgeschriebenen Regeln des Kampfspiel-Genres über den Kopf warf. Ziel war es, seinem Gegner so viel Schaden wie möglich zuzufügen, um ihn anschließend von der Plattform zu werfen. Doch statt nur auf dem Boden zu kämpfen, konnte jede Spielfigur - ähnlich wie in einem Jump 'n' Run - springen, um auch in der Luft weiter anzugreifen.

Anders, aber gut

Super Smash Bros. verbindet also die Elemente eines klassichen Beat-'em-ups mit denen eines Jump 'n' Runs und das wird auch in Super Smash Bros. for 3DS zelebriert. Ist das also der Grund für den Erfolg der Reihe? Die Popularität der hauseigenen Marken, gepaart mit einem für damalige Verhältnisse originellen Ansatz? Nicht ganz. Das wirklich Geniale an Super Smash Bros. ist die extrem niedrige Einstiegshürde. Jeder von euch wird mal ein Beat-'em-up wie Tekken oder Street Fighter gespielt haben. In diesen Spielen verfügt jede Spielfigur über individuelle Manöver, die von der Pieke auf gelernt werden müssen. Kommt ihr dann mal auf die waghalsige Idee, eine weitere Figur auszuprobieren, löst sich dieser ganze Fortschritt in ein laues Lüftchen auf. Alles, was ihr gelernt habt, nützt euch nichts mehr. Ihr beginnt komplett von vorne und paukt neue Kombos.

In Super Smash Bros. funktioniert das anders. Hier sind die Grundmanöver bei jeder Spielfigur identisch. Jeder Charakter verfügt über eine normale Attacke und einen Spezialangriff. Diese ändern sich bei der jeweiligen Richtungseingabe des Control-Sticks beziehungsweise des Circle-Pads des 3DS. Mehr steckt im Grunde nicht dahinter. Zusätzlich könnt ihr ausweichen, blocken oder euren Gegner greifen. Habt ihr das verinnerlicht, könnt ihr mit jedem spielen, sei es nun Link, Pikachu, Mario oder Samus Aran. Auch wenn es simpel klingt, birgt dieses Kampfsystem ungeheures Potenzial.

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Dass das nicht einfach so dahergeredet ist, beweist Super Smash Bros. Melee, das seit seinem Debüt auf dem GameCube immer noch auf professioneller Ebene gespielt wird. Super Smash Bros. für das Nintendo 64 war ein neuer, origineller Ansatz, Super Smash Bros. Melee hingegen war die Perfektionierung dessen und krönte all das mit ungeheurem Fan-Service, der den Nintendo-Anhängern von einst einen Herzinfarkt samt anschließendem Krankenhausaufenthalt bescherte. Das Ding war bis obenhin vollgepackt mit Charakteren und freischaltbaren Extras und dazu noch verdammt schnell.

Seitdem hat es sich der hauptverantwortliche Director Masahiro Sakurai zur Aufgabe gemacht, mit jedem neuen Ableger noch eine Schippe auf den bereits turmhohen Haufen draufzulegen. Dieses Versprechen, das offiziell nie ausgesprochen wurde, hält auch Super Smash Bros. for 3DS. Die Charakterriege ist mittlerweile wahnwitzig umfangreich. Die große Auswahl wird lediglich durch einige Klone getrübt, die zwar anders aussehen, im Grunde aber über das exakt gleiche Angriffsrepertoire verfügen. Ein Großteil der Neuzugänge wie die Dorfbewohner aus Animal Crossing, Mega-Man oder Shulk aus Xenoblade Chronicles fügt sich jedoch nahtlos ein, spielt sich komplett anders und fühlt sich im Gegensatz zu den alteingesessenen Veteranen noch richtig frisch an.