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Test - Stormrise : Gib mir die Peitsche, Baby

  • PC
  • PS3
  • X360
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Theoretisch gut - praktisch eine Katastrophe!

Das funktioniert auf dem Papier gut und hört sich auch nach einer guten Idee für die Strategiesteuerung auf Konsolen an. In der Praxis, in der Hitze des Gefechts und mit vielen Einheiten, die auf der Karte verteilt sind, endet es allerdings meist im totalen Chaos. Bei vielen Truppen ist es viel zu zeitaufwendig, eine bestimmte auszusuchen. Und der darauf folgende Kamerasprung in die Ansicht über das gerade angewählte Platoon gleicht einer Achterbahnfahrt, bei der ihr oft jegliche Orientierung verliert.

Dazu kommt, dass ihr die Einheiten nur in mickrigen Dreiergruppen zusammenfassen dürft. Eine weitere Hilfe sollten die indirekten Befehle sein, diese sind aber - ebenfalls auf allen Plattformen - nur äußerst umständlich einzusetzen. Dass ihr eure Einheiten in Stormrise auf mehreren Ebenen unterbringen und steuern dürft, steigert das Durcheinander dabei eher, als dass es ein gewinnbringendes Feature wäre.

Das Fiasko geht weiter

Wer denkt, nun sei aber genug der widrigen Umstände, hat weit gefehlt. Die Wegfindungsroutinen, mit denen sich die Einheiten über das Schlachtfeld bewegen, sind so schlecht, dass wir teilweise nicht anders konnten, als darüber zu lachen. Einmal hatten wir einen unserer Scharfschützentrupps gerade schön in der vergrößerten Ansicht und erteilten den Marschbefehl zu einem nicht einmal 100 Meter entfernten Punkt. Anstatt akkurat loszusprinten, liefen unsere tollpatschigen Echelon-Soldaten eine Außentreppe nach oben und blieben dann einfach stehen, als sie sich gegenseitig den Weg versperrten! Ähm ...?

Auch seltsame epileptische Anfälle konnten wir bei unseren Truppen sehen. Diese äußerten sich in unkontrollierbaren Zuckungen der Betroffenen und traten auf, wenn eine Einheit gar nicht mehr mit dem erhaltenen Befehl zurechtkam. Zum Beispiel wenn ihr sie hinter einer Deckung Stellung beziehen lassen wollt und einem der Soldaten dabei ein Hindernis im Weg ist.

Gemeinsam spielt es sich besser?

Nun, dazu müsste es erst einmal eine große Gemeinschaft geben, doch Stormrise konnte noch keine umwerfende Community um sich scharen. Gerade mal 15 Spieler befanden sich in der deutschen Besten-Liste für die PC-Version, die in Microsofts Live geführt wird. Für die Konsolenversionen sieht es etwas besser aus. Doch grundsätzlich konnte uns auch dort das laufende Spiel nicht begeistern, wo ihr jederzeit ein- und aussteigen könnt. Mit einem guten Partner hatten wir in den Koop-Partien noch am meisten Spaß. Allerdings kommt dabei auch fast so etwas wie Wehmut auf. Denn dann lässt sich erahnen, welches Potential in Stormrise eigentlich steckt, das leider auf keiner der drei Plattformen genutzt wurde.

Am traurigsten ist dabei, dass die PC-Version eigentlich recht leicht zu retten gewesen wäre. Eine etwas geänderte Kameraführung und ein Auswahlrechteck für die Einheiten hätten bereits gereicht, um das Chaos zu beenden. Für Xbox 360 und PS3 bleibt „zu schlechter Letzt" zu sagen, dass beide Systeme anfingen, in die Knie zu gehen, wenn die Anzahl der Einheiten oder auch Effekte auf dem Schirm stieg. Bei wirklich großen Gefechten blieb Stormrise dann gerade noch spielbar, mit Spaß beim Spielen hatte das allerdings nichts mehr zu tun.

Fazit

von Juergen Siegordner
Was soll man dazu sagen? Vielleicht, wie konnte so etwas die Sega-Qualitätskontrolle passieren? Gibt es dort überhaupt eine Qualitätskontrolle? So ziemlich jedes Merkmal, das in den Werbesprüchen angepriesen wird, ist verpfuscht. Die eigentlich gute Idee der Peitschensteuerung hätte vor allem auf den Konsolen wirklich eine Erleichterung bei der Steuerung von Echtzeitstrategietiteln darstellen können. So umgesetzt ist sie genau das Gegenteil. Die mangelhafte Technik lässt euch gegen Windmühlen kämpfen und produziert am laufenden Band Frustration. So überwiegen die Probleme klar die wenigen lichten Momente, die Stormrise bieten kann.

Überblick

Pro

  • coole Science-Fiction-Geschichte
  • die Idee der Peitschensteuerung

Contra

  • die Umsetzung der Peitschensteuerung
  • Bewegungsschleifen bei Einheiten
  • schlechte Wegfindung der Einheiten
  • Performance-Probleme bei Konsolen

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