Preview - Silent Hill 3 : Silent Hill 3

  • PS2
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Silent Hill 3
Ein riesiger Wurm attackiert Heather.
Ein Hauch Adventure, ein Hauch Action
Ein weiteres Element des Spiels bilden die Rätsel. Während ihr speziell zu Beginn vornehmlich damit beschäftigt seid, einen Weg aus der Shopping-Mall zu finden, dürft ihr hier und da auch einige Aufgaben lösen. So gilt es mit einer Brotzange einen Schlüssel unter einem Palettenstapel zu angeln oder einen Code für ein Sicherheitsschloss zu finden. Wie schon beim Vorgänger könnt ihr die Schwierigkeit der Rätsel in drei Stufen einstellen - je höher, desto komplexer werden die Rätsel und desto spärlicher die Hinweise. Unterstützt werdet ihr durch eine übersichtliche Karte, auf der beispielsweise auch genutzte oder ausprobierte Türen markiert werden, so dass ihr einen guten Überblick darüber habt, wo ihr bereits gewesen seid. Für Spielstände stehen verschiedene Speicherpunkte zur Verfügung, die in ausreichenden Maße in den Umgebungen vorhanden sind.

Entdeckt Heather etwas Interessantes, neigt sich ihr Kopf in die entsprechende Richtung, wodurch ihr einen Hinweis bekommt, dass dort etwas Brauchbares liegt oder versteckt ist. Neben den Gegenständen, die für Rätsel benötigt werden, gibt es auch reichlich anderen Krempel. Dazu gehören unter anderem Erste-Hilfe-Kästen und Gesundheitstränke, aber auch Waffen und Munition. Seid ihr zu Beginn noch mit dem Messer unterwegs, kommen schnell Pistole, Eisenstange und später auch automatische Waffen und sogar ein Flammenwerfer hinzu. 'Silent Hill 3' spendiert dem Spieler also einen Hauch mehr Action als die Vorgänger. Wie bei den Rätseln kann auch der Action-Anteil in Bezug auf die Schwierigkeit in drei Stufen geregelt werden.

Über die Verwendung von Rindfleisch
Wer sich unbedingt mit den verschiedenen Monstern anlegen möchte, kann das gerne tun, allerdings können die Viecher einiges einstecken und nicht selten ist Flucht die bessere Lösung. Dafür stehen euch im Kampf einige Möglichkeiten zur Verfügung: Von der Schusswaffe zur Schlagwaffe wird genügend geboten, oder ihr tretet einfach auf ein am Boden liegendes Monster ein. Auch eine Abwehrbewegungen gibt es, die zumindest den erlittenen Schaden reduzieren. Oder aber ihr versucht, speziell schnelle Monster mit hingeworfenen Rindfleisch-Ködern abzulenken, die ihr im Supermarkt hier und da finden könnt. Wirklich nötig sind die Kämpfe jedoch oftmals nicht, hier liegt auch gar nicht der Schwerpunkt des Spiels. Stattdessen erlebt ihr mehr oder weniger einen interaktiven Horrorfilm, wobei im Gegensatz zu den früheren Ergüssen dieses Genres wirklich reichlich Interaktion möglich ist.

Silent Hill 3
Was da so alles in der U-Bahn herumliegt...

Als ähnlich gewöhnungsbedürftig wie bei den Vorgängern entpuppt sich die Steuerung. Zwar stehen euch 2D- und 3D-Steuerung zur Verfügung, beide können aber nicht verhindern, dass beim Wechseln der Kamera-Perspektive auch eure Laufrichtung unerwünscht geändert wird. Auch die Kamera-Führung ist dabei nicht immer ganz optimal, wobei es aber immerhin die Möglichkeit gibt, die Kamera per Tastendruck mehr oder minder hinter Heather zu postieren. Auch eine Strafe-Funktion ist vorhanden - sofern ihr nicht auf einen Gegner gelockt seid -, mit der ihr schnellen Monstern ausweichen könnt.

Geräusche in der Finsternis
Konami hat der Erfolgsreihe im dritten Teil eine neue Grafik-Engine spendiert. Und das ist auch gut so, denn nie war 'Silent Hill' optisch schöner als dieses Mal. Die Engine kitzelt einiges aus der PS2 heraus - auch die Texturen glänzen durch viele Details und optische Fülle, wobei Konami mit einigen netten Tricks arbeitet, um Texturen beweglich erscheinen zu lassen, was einigen Leveln einen enorm lebendigen und organischen Touch gibt. Grafikfehler oder qualitativ minderwertige Elemente sind nicht zu entdecken. Der Nebel - wenn vorhanden - dient auch nicht mehr zum Verdecken von Schwächen, sondern nur noch als atmosphärisches Element. Sehenswert sind auch die ebenfalls sehr natürlich wirkenden Animationen der Charaktere und Monster.

Silent Hill 3
Ein Mumienköter in der Abstellkammer.

Ebenso ansehnlich ist die - meist spärliche - Beleuchtung der Levels mit schönen Schattenwürfen und Lichteffekten gelungen, die bestens zur dichten Atmosphäre des Spiels beiträgt. Es hat schon etwas, wenn man durch garstige Umgebungen wandelt, die nur schwach und teilweise vom schummerigen Licht einer Taschenlampe erhellt werden. Ein Highlight sind auch die zahlreichen Zwischensequenzen, die ebenfalls vor Details nur so strotzen und auch auf den Gesichtern der Charaktere lebensnahe Regungen erscheinen lassen.

Natürlich spielt hier wieder der Sound eine große Rolle, um die gewohnt dichte Atmosphäre zu erzeugen. Los geht es mit dem grandiosen Soundtrack, der sich irgendwo im Independent-Bereich bewegt und sehr gut zum Spiel passt. Die englische Sprachausgabe ist ohne Fehl und Tadel, speziell die etwas brüchige Stimme von Heather weiß zu gefallen. Der Hammer sind jedoch die Ambient-Geräusche, die einem so manches Mal die Nackenhaare sträuben. Seien es schwere Schritte, merkwürdiges Stöhnen, knarrendes Holz, grunzende Monster, quietschendes Metall oder das altgewohnte Rauschen des Radios bei Annäherung an ein Monster - hier wird für Gänsehaut und Gruselvergnügen gesorgt.

 

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Konami hält sich gar nicht erst damit auf, das Rad neu zu erfinden, sondern setzt auf altbewährte Stärken, nämlich eine bizarre Story, düstere Umgebungen und vor allem eine enorm dichte Atmosphäre. Neu sind eigentlich nur die dickeren Waffen, der weibliche Hauptcharakter, die irrsinnigen Monster und natürlich die Grafik-Engine, die dem Spiel einen enorm organischen und fast schon kinoreifen Look verpasst. Sieht man einmal von der erneut gewöhnungsbedürftigen Steuerung und dem etwas fummeligen Interface ab, steht einem beinharten und nervenzerfetzenden Gruselvergnügen nichts im Wege - auch wenn es so gar nicht zum frühlingshaften Wetter passen mag. Genau das Richtige für eine nächtliche PS2-Session bei Kerzenschein, für den helllichten Tag viel zu schade.  

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