Special - SEGA-Event in Wien : Kleiner Ausflug in die Fremde

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    Sega präsentiert die neue Wien-wien-Strategie. So steht es auf der Einladung. Wobei das „e" rot und kursiv geschrieben ist. Hat wohl weniger mit der Stadt Wien zu tun als vielmehr mit einer Win-win-Strategie. Laut Wikipedia auch als Doppelsiegstrategie bekannt, ist das eine Konfliktlösung, bei der beide Beteiligten einen Nutzen daraus ziehen. Für uns Spiele-Journalisten bedeutet das hoffentlich, dass wir einen ganzen Nachmittag ungehindert neue Spiele ausprobieren dürfen. Dazu sind die Covers der Spiele Sonic and the Black Knight, Empire: Total War, MadWorld, House of the Dead: Overkill und der SEGA Mega Drive Ultimate Collection abgebildet. Zwei kleine Screenshots kündigen noch einen First Look auf The Conduit und Let´s Tap an. Klingt nach einem abwechslungsreichen Nachmittag.

    Speed-Dating

    Kurz nach 14.00 Uhr, dem offiziellen Starttermin, treffe ich im Studio 67 in der Gumpendorferstraße im sechsten Bezirk ein. Ein gemütliches Lokal mit großen weißen Fauteuils. Auf der Homepage habe ich gelesen, dass hier hin und wieder auch Speed-Dating-Veranstaltungen stattfinden. Für meinen Spielenachmittag hoffe ich, dass mir pro Game mehr als fünf Minuten Zeit bleiben werden. Im Lokal läuft mir als Erste eine hübsche junge Frau entgegen. Das fängt ja schon mal gut an. Sie heißt Susanne, ist von Sega, hakt mich auf einer Liste ab und schickt mich gleich auf Erkundungstour. Nach zwei Minuten.

    Ausflug in die Vergangenheit

    Sechs Flatscreens sind im Lokal verteilt, davor stehen jeweils zwei der weißen Sessel und kleine rote Tischchen. Bis auf eine sind alle Spielstationen bereits besetzt. Da fällt die Entscheidung nicht schwer. Nebenbei ist das die einzige Station mit einer PS3. In voller Erwartung auf bombastische Grafik tippe ich mich ein wenig durchs Menü. Schaut, ehrlich gesagt, etwas altbacken aus. Kein Wunder, hier läuft auch die Sega Mega Drive Ultimate Collection. Das Bild auf dem Schirm ist furchtbar grob gepixelt. In den 80ern sah das eben so aus.

    Ich lauf ein bisschen durch die Umgebungen von Golden Axe, bleibe ständig an irgendwelchen Hindernissen hängen, weil sich die Spielfigur nur nach rechts, links, oben und unten bewegen lässt. Schräg war damals noch nicht in. Trotzdem bin ich früher tage- und nächtelang davorgesessen. Und habe im Hintergrund Don Johnsons Heartbeat gehört. Lang, lang ist's her. Den kompletten Test zur SEGA Mega Drive Ultimate Collection gibt's unter diesem Link.

    Das 18. Jahrhundert

    Susanne reißt mich aus der Nostalgie. Die Empire: Total-War-Präsentation fängt gleich an. Also kehre ich der Vergangenheit den Rücken und setze mich im dunklen Ende des Lokals auf einen Hocker, von dem aus ich komfortabel aus der zweiten Reihe auf den Laptop blicken kann. Die Landschaft, die Pflanzen, das Meer. Das sieht echt schön aus. Zur Veranschaulichung wird auch gleich ein Seegefecht angezettelt. Wir zoomen in das Getümmel hinein und schauen den Kanonieren eines Schiffes dabei zu, wie sie mitten im Kampf seelenruhig neben ihren Kanonen stehen. So wird das nichts, Jungs, denke ich mir.

    Und schon hat der Segler ein paar schwere Treffer abbekommen. Deshalb müssen wir ein neues Schiff auswählen, mit dem wir ein anderes entern können. Ein paar letzte Kanonenschüsse, dann legen wir längsseits an. Und zoomen wieder rein. Jetzt sieht das schon eher aus wie ein klassischer Freibeuter-Film mit Errol Flynn. Einen ausführlichen Test zu Empire: Total War könnt ihr euch hier durchlesen.

    MadWorld

    Genug Gewusel. Den richtigen Total War gibt's ein paar Fernseher weiter. Das Intro von MadWorld ist dort zu sehen. Warum wohl die Fernseher hier auf zwei Meter hohen Gestängen montiert sind? Wahrscheinlich, damit wir demütig von unten die neuen Sega-Werke anhimmeln müssen. Um meinen Protagonisten herum wimmelt es gleich von Gegnern. Ich habe gar nicht genug Zeit, mir die Steuerung genauer anzusehen, aber die Bewegungen gehen ohnehin gleich ins Blut über. Das heißt, je besser ich sie beherrsche, desto stärker wird der ansonsten schwarzweiß gehaltene Bildschirm in rote Farbe getaucht.

    Einige Kontrahenten zersäge ich mit meiner Kettensäge, andere bekommen ein Straßenschild in die Halsschlagader und wieder andere werden fein säuberlich an Haken an der Wand gepinnt. Das ist abwechslungsreich, zwar ordentlich brutal, aber schon wieder so überzeichnet, dass man es auch extrem schwarzen Humor nennen könnte. Eine Kellnerin offeriert mir Fingerfood-Häppchen: ein Stückchen Rindfleisch. Schön blutig. Mit scharfer Sauce. Lecker.

    Schallgeschwindigkeit mit Schwert

    Nach der Stärkung mache ich mich auf zum nächsten Spiel: Sonic and the Black Knight heißt das neueste Abenteuer von Segas blauem Igel. Diesmal verschlägt es ihn in die Welt von Camelot. Dort gilt es, eine dunkle Macht zu besiegen. Vom legendären Zauberer Merlin erhält er dafür das magische Schwert Caliburn, das zwar fast doppelt so groß ist wie der Igel selbst, mit dem aber die Ritter der Unterwelt bekämpft werden können. Erst einmal laufe ich mit Sonic durch eine riesige Höhle. Mal mit Normalgeschwindigkeit, dann düst der Igel wieder so schnell durch die Kurven, dass einem fast schlecht werden könnte. Und da sind auch schon die ersten Bösewichter. Ich schwinge die Wii-Fernbedienung wie ein Schwert und die Ritter explodieren. Dann heißt es wieder laufen, springen und Vorsicht bei den Fallen.

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