Test - S.T.A.L.K.E.R.: Shadow of Chernobyl : Total verstrahlt oder strahlender Hit?

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Das eigentliche Gameplay entspricht dem üblicher Shooter, wobei 'S.T.A.L.K.E.R' versucht, so realistisch wie möglich zu bleiben, mit gewissen Einschränkungen zugunsten der Spielbarkeit. Wer sprintet, ermüdet, die Tragkraft ist begrenzt und wenn ihr total am Ende seid, lasst ihr die Waffe vor Erschöpfung fallen. Auch ums leibliche Wohl müsst ihr euch kümmern und etwas zu futtern im Gepäck haben. Ein Icon verrät euch, wann es mal wieder Zeit für einen Imbiss ist. Die zahlreichen Schusswaffen verfügen teilweise sogar über heftigen Rückschlag, realitätsnahe Ballistik und klemmen auch immer wieder mal. Einziger Abstrich beim Realismus sind die Medipacks und Verbände. Diese könnt ihr flugs per Hotkey aktivieren, wenn es mal eng wird, egal ob ihr nebenher gerade am Laufen oder Feuern seid. Im Grunde ein Stilbruch, es wäre sicherlich interessanter, wenn man erst mal in Deckung hechten muss, um sich zu verarzten. Bei den teilweise ohnehin nicht gerade leichten Kämpfen und einigen anderen Unannehmlichkeiten ist diese Methode aber sinnvoll und zu verschmerzen.

Von Menschen und Mutanten

Ein Highlight ist zuweilen die künstliche Intelligenz der Lebewesen in der Zone – wenn sie denn funktioniert. Selbst simple Mutationsmonster stürmen nicht einfach blind auf euch zu, sondern kreisen euch mitunter ein oder fliehen, wenn deren Gruppe zu stark dezimiert wird. Gruppenverhalten ist allerorten vorhanden. Erregt ihr bei einem Gegner Aufmerksamkeit, könnt ihr mit fast hundertprozentiger Sicherheit davon ausgehen, dass er Gesellschaft mitbringt, die versucht, euch einzukreisen oder in die Flanken zu fallen. Auch einzelne Gegner stellen sich im Kampf alles andere als blöd an. Insbesondere die menschlichen Feinde sind ausgesprochen mobil, nutzen jede Deckung und hinterlassen deutlich das Gefühl, sich ihrer Umgebung „bewusst“ zu sein. Negativ fällt eigentlich nur auf, dass ab und zu Gegner für einen Moment überhaupt nicht reagieren oder ihre eigenen Gegner – euch eingeschlossen – durch Wände, Decken oder andere Hindernisse aufs Korn nehmen.

Sehr beeindruckend ist, dass sich in der Spielwelt immer etwas tut und verändert. Wo gestern noch Mutanten herumstapften, sitzen morgen vielleicht ein paar Stalker am Lagerfeuer. Sämtliche Lebewesen in der Welt führen durchaus ein Eigenleben und bekämpfen sich auch gegenseitig. Ihr braucht euch nicht wundern, wenn ihr einen optionalen Auftrag nicht erfüllen könnt, weil der zugehörige NPC gerade von der Konkurrenz weggeblasen wurde. Auch die Gruppierungen spielen eine Rolle. Habt ihr für die Freiheitsgruppe den Auftrag erfüllt, ein Camp der Wächter auszuhebeln, begrüßen euch die Wächter allerorten mit reichlich Blei in der Luft.

Neben den zahlreichen Gegnern erwartet euch aber auch noch der Kampf mit der Umwelt. Immer wieder trefft ihr auf Anomalien, die zum Teil verheerende Auswirkungen auf eure Gesundheit haben können, wenn ihr ihnen zu nahe kommt. Auch bleibt euch nichts anderes übrig, als in stark radioaktiv verseuchte Gebiete einzudringen – wohl dem, der einen Strahlenschutzanzug hat. Selbst PSI-Kräfte spielen eine Rolle, die unter anderem auch von einigen Kreaturen ausgesprochen unerfreulich gegen euch eingesetzt werden können. Dazu noch Feuer, Gift, Elektrizität und andere Nettigkeiten – die „Zone“ ist wahrlich kein Ort für den Sommerurlaub.

Vieles von dem, was in früheren Zeiten zum Konzept von 'S.T.A.L.K.E.R' gehörte, wurde allerdings mittlerweile über Bord geworfen, sonst sähen wir das Spiel vermutlich selbst in zwei Jahren noch nicht auf unseren Rechnern. So ist zwar ein durchaus gelungenes Physiksystem vorhanden, Interaktion mit Objekten gibt es allerdings nur relativ wenig und dient eher zur Zierde. Fahrzeuge könnt ihr nicht selbst steuern, was eigentlich schade ist, denn zum einen stehen quasi überall mehr oder minder gut erhaltene Fahrzeugwracks herum, zum anderen sind die Laufwege zuweilen nicht ganz ohne.

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