Test - Rise of Legends : Rise of Legends

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Eben noch war man fest davon überzeugt, dass im Strategie-Genre nur noch Orks, Elfen oder Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg auf das Schlachtfeld ziehen. Doch plötzlich melden sich die Jungs von Big Huge Games eindrucksvoll zurück und entführen euch bei 'Rise of Legends' in ein außergewöhnliches Szenario mit herausfordernden Taktikgefechten. Reicht das für den Sprung auf den Thron?

Giacomo, seines Zeichens genialer Erfinder aus dem technisch versierten Volk der Vinci, verliert bei einem hinterhältigen Angriff des finsteren Dogen sowohl einige Soldaten als auch seinen geliebten Bruder. Er selbst konnte sich zusammen mit einem General gerade noch retten. Trauer und Rachegefühle steigen in ihm auf. Am liebsten würde er sich sofort auf den Übeltäter stürzen, doch irgendetwas Seltsames geht vor sich. Mysteriöse Wesen tauchen auf, greifen in die Kämpfe ein und verschwinden wieder. Der Verdacht fällt zunächst auf die magisch begabten Alin, doch schon bald stellt sich heraus, dass wohl noch eine dritte Fraktion ihr Unwesen treibt. Ein fast schon episches Abenteuer nimmt seinen Lauf.

Dreigestirn der Macht

Auf den ersten Blick sieht 'Rise of Legends' noch wie ein handelsübliches Echtzeit-Strategiespiel mit bewährten Features aus. Drei Fraktionen, die natürlich allesamt über individuelle Eigenarten, Stärken und auch Schwächen verfügen, stehen sich in ebenso vielen Kampagnen gegenüber. Den Anfang machen die technisch orientierten Vinci. Sie leben in Städten aus Eisen, Zahnrädern und Schrauben, aus denen mechanische Kämpfer, Dampfkanonen und riesige Panzer auf das Schlachtfeld rollen. Viele Einheiten ähneln den Studien des Namenspaten Leonardo Da Vinci – angesiedelt zwischen Technik und Fantasie. Im krassen Gegensatz dazu stehen die so genannten Alin. Die orientalisch angehauchte Rasse setzt hauptsächlich auf Magie und mächtige Fabelwesen. Skorpionreiter, zaubernde Djinns und gefürchtete Drachenwesen ziehen auf ihrer Seite in den Kampf. Die Siedlungen werden auf Sandwüsten gebaut, einzelne Gebäude herbeibeschworen – alles verläuft in eher mystischen Bahnen. Den Abschluss in diesem Dreigestirn bilden die geheimnisvollen Cuotl, die einen aztekischen Ursprung nicht verleugnen können. Massive Bauwerke aus Stein, Felsenkrieger und magisch begabte Götzenwesen mit unmenschlicher Kraft zeichnen dieses Volk aus; unbequeme Gegner.

Ok, die Rassen stammen nicht aus dem gewohnten Strategie-Einheitsbrei, doch ansonsten klingt das doch alles recht vertraut. Ist es aber nicht. Spätestens beim Aufbau der Basis offenbart 'Rise of Legends' sein wahres Gesicht. Die Hauptstadt ist zu Beginn einer Mission meistens schon vorgegeben, sodass ihr euch lediglich um die Zusatzbauten kümmern müsst. Der Clou: Während ihr manche Gebäude, wie z.B. die Mine für den Abbau von Timonium-Erz oder Kasernen, als separate Bauwerke errichtet, spielen die so genannten Stadtbezirke fast noch eine größere Rolle. In mehrere Stufen flanscht ihr diese direkt an eure Hauptstadt an und erlangt somit verschiedene Boni. So erhöht ein Militärbezirk das Einheitenlimit, während Handelsbezirke die Staatskasse klingeln lassen. Je mehr Bezirke einer Art ihr errichtet, desto höher die Boni. Allerdings will jedes Bauvorhaben gut überlegt sein. Immerhin verschlingt jeder Zusatzbezirk mehr Geld bzw. Energie als dessen Vorgänger. Schon hier wird deutlich, dass 'Rise of Legends' mehr taktische Tiefe mit sich bringt als so mancher Konkurrenztitel. Stupider Basenbau samt Einheitenrush – das gibt es hier nicht.

Stein, Schere und Papier

Das liegt vor allem am recht gelungenen Balancing, das einen massiven Einsatz bestimmter Einheiten schon im Vorfeld zum Scheitern verurteilt. So sind die mechanischen Krieger der Vinci hervorragende Nahkämpfer, haben allerdings gegen Flugeinheiten keine Chance. Hinzu kommen die zahlreichen Heldenfiguren, die über besonders mächtige Spezialfähigkeiten verfügen. Diese reichen von hilfreichen Heilfeldern über Schockwellen bis hin zur kurzzeitigen Übernahme gegnerischer Einheiten. Im Verlauf der Kampagne sammelt ihr neben Armee- und Forschungspunkten (zum Investieren in neue Einheiten und Technologien) auch Erfahrungspunkte für die Helden. Ähnlich wie in einem Rollenspiel baut ihr mit deren Hilfe die Fähigkeiten der Helden aus oder schaltet neue Skills frei – nette Idee.

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