Test - Project Zero : Project Zero

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Project Zero
Herr Takamine scheint nicht erfreut von eurem Besuch.
Mit solchen Hinweisen, einigen Rückblenden zu Mafuyu und Takamine und zahlreichen Notizen, Tagebucheinträgen, Buchseiten, Kassetten und Zeitungsausschnitten taucht ihr immer mehr ab in das dunkle Geheimnis der Villa. Wie es scheint, wurden hier schreckliche Menschenopfer in einem unheimlichen Würgeritual dargebracht. Doch umso mehr Geheimnisse gelüftet werden, umso gefährlicher und verstörender wird es für Miku. Das Abenteuer ist in drei Nächte aufgeteilt, die es durchzustehen gilt. Hierfür braucht ihr etwa sechs bis acht Stunden, in denen sicherlich nicht wenige User zitternd und mit angehaltenem Atem vor dem TV sitzen. Dabei eignet sich 'Project Zero' durchaus auch für Adventure-Neulinge, denn die zu lösenden Rätsel sind weder besonders zahlreich noch sonderlich schwer. Meist bekommt ihr einen Hinweis, wo ihr ein bestimmten Objekt wie einen Schlüssel oder ein einsetzbares Item findet. Dort gibt es dann bereits den nächsten Tipp, wo es weitergeht. Eher selten trefft ihr außerdem auf Genre-typische Rätsel wie Schiebeaufgaben, die durchaus fordernd sind.

Eine wichtige Rolle spielt auch Mikus Kamera, denn oft muss sie durch eine Anzeige und durch stimmiges Pad-Gerüttel paranormale Bereiche in den Räumen finden und fotografieren. Knipst ihr eine solche Sache oder einen vorbeihuschendes Gespenst, könnt ihr diese Bilder auf der Memory Card abspeichern. Dies gilt auch für den Spielstand, der an spärlich verteilten Save-Plätzen abgesichert wird. Obwohl das Anwesen ziemlich groß ist und viele Räume wie ein unheimliches Kinderzimmer, ein Waldstück, ein Garten, ein Keller, ein Begräbnisraum, einen Tempel und viele Gänge bietet, müsst ihr in den drei Nächten wohl oder übel ständig durch die gleichen Räume laufen und diese absuchen. Zwar trefft ihr dabei immer mal wieder auf unterschiedliche Gespenster und neue Story-Häppchen, trotzdem leidet darunter etwas die Abwechslung und somit die Motivation.

Project Zero
Eine der typischen Rätseleinlagen.

Bitte lächeln!
Ein Teil der sehr unheimlichen Atmosphäre entsteht durch die Tatsache, dass Miku nicht etwa mit Waffen ausgerüstet ist, um die hin und wieder erscheinende aggressive Sorte von Gespenstern wegzuballern. Um die attackierenden Geister zu besiegen, schaltet ihr in eine Art Egosicht, in der ihr durch die Kamera blickt. So bewegungstechnisch und perspektivisch eingeschränkt, müsst ihr nun versuchen, auf den Geist möglichst lange ohne Unterbrechung mit dem Kamera-Sucher zu zielen und dann ein Foto zu machen. Je nachdem, was für eine Sorte Film ihr gewählt habt und wie geschickt ihr wart, wird dem untoten Unhold etwas Energie abgezogen, bis er schließlich verschwindet. Kommt er euch allerdings zu nahe, verliert Miku ihrerseits Energie, die aber durch einsammelbare Items wieder aufgefrischt wird. Habt ihr Probleme im Kampf gegen die Gespenster, könnt ihr durch erhaltene Kampfpunkte und einige Items die Kamera verbessern und sie mit Extras ausstatten. Trotzdem sind die Kämpfe wohl nicht jedermanns Sache und nerven durch die fehlende Übersicht und Bewegungsfreiheit doch etwas.

Project Zero
Die Kamera lässt sich aufrüsten.

Feiner Horror in stimmiger Aufmachung
Grafisch kann bereits das interaktive Intro gefallen: In Schwarz-Weiß gehalten und mit Grisel-Filter kommt gleich Horror-Stimmung auf. Das gilt überhaupt für die ganze Optik, die äußerst passend ausgefallen ist und einen Grossteil des Gruselns ausmacht. Durch die Dunkelheit und den Lichtstrahl der Taschenlampe entstehen unheimliche Schattenspiele und eine beängstigende Sichteinschränkung. Dies findet man auch in der Ego-Kamerasicht wieder, bei der ebenfalls ein Grisel-Filter zum Einsatz kommt. Während die vielen japanischen Räume sehr stimmungsvoll und mit Liebe zum Details designt wurden, kann die Texturqualität leider nicht immer ganz überzeugen, zumal auch das berüchtigte Flimmern ab und an zu erkennen ist. Ebenfalls nicht so ganz gelungen sind die Animationen des Hauptcharakters.

Wem die Optik noch nicht einen eisigen Schauer auf den Rücken jagt, der verkriecht sich spätestens beim Klang des Sounds unter der Decke. Während eures Abenteuers erklingt ein Geistergeheule, Geklapper, Gespenster-Gejammer und leises Geklingel, das gelungen die Atmosphäre unterstützt. Allerdings hätte diese 'Hintergrundmusik' ruhig etwas abwechslungsreicher sein dürfen. Ein Lob geht auch an die englische Sprachausgabe, die bis auf ein paar Ausnahmen sehr professionell und stimmig daherkommt. Ebenfalls nix zu nörgeln gibt es an den stets passenden deutschen Untertiteln. Außerdem löblich, dass kaum erkennbare Ladezeiten auftreten. Wer einen 60 Hz-tauglichen Fernseher hat, sollte die 50/60 Hz-Option übrigens nutzen, denn beim Standard-50 Hz bekommt ihr unschöne dicke PAL-Balken und ein gestauchtes Bild zu sehen.

 

Fazit

von David Stöckli
Selten hat mich ein Spiel mehr gegruselt als Tecmos Horror-Adventure – und das ist ganz positiv gemeint. Adventure-Fans mit einem Faible für originelle Gespensterstorys und ohne Abneigung gegen das japanisches Szenario sowie die ungewohnte Idee mit der Kamera als Bewaffnung sollten sich 'Project Zero' nicht entgehen lassen. Leider verhindern einige Mängel wie die nervigen Kämpfe, das ständige Durchlaufen der gleichen Räume und die mäßige Texturqualität den Platz an der Genre-Spitze.  

Wertung

  • PS2
    82
    %

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