Test - Project Rub (DS) : Project Rub (DS)

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Eines der originellsten Spiele zum DS-Start ist zweifelsohne Segas ’Project Rub’, das die Features des Nintendo-Handhelds konsequent ausnutzt. Doch kann der ungewöhnliche Titel auch spielerisch überzeugen? Die Antwort gibt’s im Review.

Eine seltsame Liebesgeschichte

Nintendos neuer Handheld namens DS verfügt bekanntlich über vielerlei interessante Features – zwei übereinander angeordnete Bildschirme, Touchscreen, zwei Modul-Schächte und ein eingebautes Mikrophon. Leider nutzt kaum ein DS-Startspiel diese Funktionen konsequent aus. Eine löbliche Ausnahme bildet da ’Project Rub’ aus dem Hause Sega. Das von Sonic Team entwickelte Spiel erschien in Japan übrigens unter dem Namen ’Feel the Magic XY/YY’. Passend zum frühlingshaften Erscheinungsdatum des Titels in Europa dreht sich die Handlung von ’Project Rub’ um die Liebe. Einem namenlosen Jüngling läuft eines Tages ein wunderschönes Girl über den Weg und er verliebt sich auf den ersten Blick sofort in sie. Nur leider zeigt die Angehimmelte keinerlei Interesse an dem schüchternen jungen Mann. Doch wie es sich nun mal in solchen Situationen oft verhält, ist Hilfe nicht weit - hier in Gestalt eines seltsamen Kauzes mit Hasenohren. Der abgedrehte Typ ist der Anführer einer karnickellastigen Straßenperformance-Truppe. Zusammen mit seinen neuen Freunden setzt der Jüngling nun alles daran, das Herz der unbekannten Schönen zu erobern.

Rubbeln, Rasen, Retten, Pusten

So ungewöhnlich die Hintergrundstory, so abgefahren ist auch das Spiel. Bei ’Project Rub’ handelt es sich um eine Ansammlung von Mini-Spielen, die jeweils in die Handlung eingeflochten sind. Der Held des Spiels versucht nämlich, durch spektakuläre Aktionen auf sich aufmerksam zu machen, außerdem muss er seine Angebetete öfters aus einer Notlage retten. Die Mini-Spiele setzen alle auf die neuen Features des DS, meist kommt dabei der Touchscreen zum Einsatz. Ihr müsst beispielsweise eine Herde wild gewordener Stiere wegtippen, Scorpione vom Rücken des Girls entfernen, verlorenen Schmuck im Sand finden, Graffitis malen, in einem Einkaufswagen ein Rennen bestreiten, wartende Menschen wegbowlen, auf einem Einrad über schmale Balken balancieren, verschluckte Fische ausspucken und vieles mehr. Bei einigen Games müsst ihr einfach möglichst schnell mit dem Stylus über den Bildschirm rubbeln, bei anderen ist eher eine ruhige Hand und Fingerspitzengefühl angesagt. Bei einigen Mini-Spielen ist hingegen euer Atem gefragt – ihr müsst in das Mikro pusten, um so beispielsweise Kerzen zu löschen oder ein Segelboot über den Ozean zu steuern. Was sich sehr einfach anhört, wird schnell zu einer kniffligen Angelegenheit. Die Mini-Spiele sind teils recht schwierig ausgefallen, zumal ihr pro Mini-Spiel fünf stets schwerer werdende Stufen nacheinander absolvieren müsst und dabei nur zwei Fehler machen dürft. Dadurch kommt bei Anfängern etwas Frust auf und die Spiele arten zuweilen in anstrengende Arbeit aus.

Witzige Inszenierung

Dies liegt bei einigen Games aber auch an der Realisierung – manchmal überfordern die pixelgenauen Herausforderungen den Touchscreen oder zumindest die etwas ungenaue Abfrage der Steuerung. Dies merkt man vor allem bei den kniffligen Boss-Kämpfen. Immerhin verdeckt der happige Schwierigkeitsgrad die Tatsache, dass der Umfang von ’Project Rub’ nicht gerade riesig ausgefallen ist – etwa 36 Mini-Spiele sind vorhanden. Habt ihr den Story-Modus durchgezockt, könnt ihr aber im Erinnerungs-Modus alle Mini-Spiele frei anwählen. Überdies lassen sich neue Outfits für die namenlose Schönheit freispielen. Hierzu kommt sogar der GBA-Schacht zum Einsatz – mit eingelegten GBA-Spielen von Sonic Team könnt ihr einige dieser Extras freischalten. Ein großer Pluspunkt von ’Project Rub’ ist die Inszenierung. Sowohl die Zwischensequenzen als auch die meisten Mini-Spiele nutzen beide Bildschirme voll aus. Ein echter Hingucker ist weiterhin die richtig stilvolle und herrlich abgedrehte Grafik, die ein wenig an Cellshading, moderne Comics und Popart erinnert. Der Sound fällt besonders durch die eigenwillige Hintergrundmusik auf, die sich allerdings ständig wiederholt.

Fazit

von David Stöckli
’Project Rub’ gehört alleine schon wegen der coolen DS-Ausnutzung in die Spiele-Sammlung eines jeden DS-Besitzers. Die abgedrehten Mini-Spiele und der einzigartige Grafikstil lassen dann auch einige Mankos wie den hohen Schwierigkeitsgrad leicht verschmerzen.

Überblick

Pro

  • originelle Mini-Spiele
  • gute Ausnutzung der DS-Features
  • toller Grafikstil

Contra

  • mäßiger Umfang
  • hoher Schwierigkeitsgrad
  • Touchscreen-Erkennung teils ungenau

Wertung

  • DS(i)
    80
    %

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