Special - PlayStation 4 goes 4K : Schöne neue Slim- und Pro-Welt?

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Ausgehend von 4,2 Teraflops dürfte allerdings recht klar sein, dass eine native 4K-Darstellung, wenn überhaupt, eher die Ausnahme bleiben wird und bei neueren und kommenden Blockbuster-Spielen kaum umsetzbar ist. Die Leistung liegt noch unterhalb einer AMD Radeon RX 470 mit 4,9 Teraflops, die als Desktop-Grafikarte bei 4K-Auflösung nur mit massiven Einschränkungen der Grafikeinstellungen auch nur ansatzweise die 30-fps-Grenze erreichen kann, und das noch ohne HDR.

Sicher, die schlankere Architektur einer Konsole kann etwas davon ausgleichen, aber schlussendlich sind selbst in der aktuellen Grafikkartengeneration bisher nur die High-End-Monster à la GTX 1080 mit knapp 9 Teraflops in der Lage, 4K flüssig auf den Bildschirm zu bringen. Es hängt natürlich vom Spiel ab, wir gehen mal von aktuellen AAA-Blockbustern aus.

Sony hat sich natürlich einiges ausgedacht. Zum einen sollen Besitzer eines „normalen“ Full-HD-Fernsehers von der stärkeren Leistung profitieren, insbesondere durch eine stabilere Framerate. Das klingt durchaus glaubhaft, denn bei 4,2 Teraflops sollte im Grunde bei entsprechender Optimierung so ziemlich alle Spiele bei 1.920 x 1.080 Pixeln mit 60 fps über die Glotze huschen können. Ob das allein als Kaufgrund reicht, sei dahingestellt. Wer bisher mit seiner PS4 zufrieden war, hat wenig Grund für einen Umstieg, sofern er nicht mit einem 4K-TV liebäugelt oder bereits einen besitzt.

Was die Darstellung auf 4K-Glotzen angeht, dürfte wohl statt nativen 4Ks eher auf entsprechendes Upscaling nebst optischer Optimierung gesetzt werden. Das hat bei der PS3 ja bereits von 720p auf 1080p recht gut funktioniert und die Technik ist nicht stehen geblieben. Redakteure, die vor Ort waren, zeigten sich beeindruckt von den angepassten Versionen diverser Spiele. Auch wenn bei näherem Hinsehen auf kurze Distanz offenbar recht deutlich zu erkennen war, dass ordentlich Kosmetik betrieben wurde.

Zwischenschritt in Richtung 4K

Mit oder ohne Kosmetik: Für künftiges 4K-Gaming ist auch die PS4 Pro nur ein Zwischenschritt. Für natives 4K mit hoher Bildqualität, HDR und 60 fps ist nochmals deutlich mehr Leistung erforderlich. Die Xbox Scorpio mit ihren voraussichtlichen 6,9 Teraflops dürfte der Sache deutlich näher kommen als die PS4 Pro. Und selbst da ist noch fraglich, wie es schlussendlich mit den Framerates aussieht.

Unbestreitbar ist allerdings, dass die stärkere Performance einem weiteren Neu-Launch von Sony zugute kommen wird: PlayStation VR. Derzeit bestehen noch starke Zweifel, ob PSVR auf der alten PS4 aufgrund der Leistung überzeugende Qualität abliefern kann. Mit der PS4 Pro dürfte sich diese Frage nicht mehr stellen.

Das Ende der Generationen

Fest steht in jedem Fall, dass wir uns nun endgültig von den festen Regeln früherer Generationen verabschieden dürfen. So wird deutlich, dass die Langlebigkeit früherer Konsolen wohl kaum noch Bestand haben dürfte. Wie bereits bei Smartphones oder Tablets müssen wir uns wahrscheinlich daran gewöhnen, dass alle paar Jahre eine leistungsfähigere Variante der jeweiligen Konsole auf den Markt kommt. Warum soll etwas, das bei einem 600-Euro-Handy funktioniert, nicht auch bei einer 400-Euro-Konsole funktionieren? Solange die Spielekompatibilität zwischen alter und neuer Konsole erhalten bleibt, kann das gutgehen – sofern die Käufer mitziehen.

Das bringt allerdings auch mit sich, dass wir uns von in Stein gemeißelten Grafikeinstellungen verabschieden dürfen. Egal, ob automatisiert oder manuell wählbar – wir werden damit leben müssen, dass es verschiedene Set-ups für unterschiedliche Auflösungen, Fernseher und Konsolen geben wird. So soll die Pro erkennen, welches TV-Gerät angeschlossen ist, und entsprechend reagieren. Schon in Rise of the Tomb Raider soll es drei manuell wählbare Profile geben: "4K Auflösung", "Hohe Framerate" und "Verbesserte Optik".

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