Test - Off-Road Wide Open : Off-Road Wide Open

  • PS2
Von Kommentieren

Off-Road Racing ist angesagt. Mit grossen Autos übers offene Gelände rasen und den Boden mal richtig zu durchwühlen, hatte schon immer einen gewissen Reiz. Dank Infogrames' neuestem Rennspiel 'Off-Road Wide Open' könnt ihr das nun auch mit den bekanntesten Off-Road-Wagen von Mercedes, Dodge, Ford und anderen Herstellern tun. Was der Titel sonst noch so bietet und weshalb Fans von 'Smuggler's Run' genauer hinschauen sollten, erfahrt ihr in diesem Review.

Off-Road Wide Open
Gleich geht's los.

'Off-Road Wide Open' erging es ähnlich wie schon 'V-Rally': Während das Spiel in den USA als Teil der 'Test Drive'-Reihe erschien, muss es hierzulande ohne den lockenden oder auch abschreckenden Effekt dieses Titels zurecht kommen. Vielleicht ist das aber auch besser so, denn anders als bei den bisherigen Off-Road-Spielen der 'Test Drive'-Serie gibt es über 'Off-Road Wide Open' tatsächlich Positives zu berichten.

Bereits wenn das Logo der Angel Studios über den Bildschirm flimmert, dürften die ersten unter euch erahnen können, was euch erwartet. Grund hierfür ist die 'Smuggler's Run'-Engine, die ihre Ursprünge ja sogar auf dem PC hat. Diese verwenden die Angel Studios nämlich auch für 'Off-Road Wide Open' - wer also eine realistische Simulation erwartet, wird schon mal enttäuscht. Leider wird auch enttäuscht, wer Grafiken wie bei 'Smuggler's Run 2' erwartet. Da 'Off-Road Wide Open' in den USA nämlich schon im August erschienen ist, ist das Spiel genau genommen älter, was man dem Titel auch ansieht.

Zuerst jedoch zum Spielumfang. Seid ihr im Hauptmenü angekommen, könnt ihr zwischen den Spielmodi 'Einzelrennen', 'Karriererennen' und 'Freie Fahrt' wählen. Ausserdem stehen euch noch die Optionen und eine Highscore-Funktion zur Verfügung. Die Modi 'Einzelrennen' und 'Freie Fahrt' sind eigentlich selbsterklärend. Ersterer bietet euch die Möglichkeit, mit allen bereits freigespielten Autos über alle freigespielten Strecken zu rasen. Die 'Freie Fahrt' erlaubt es euch, die drei grossen Areale, auf denen alle Rennen stattfinden, zu erkunden. Wer nun um die Anzahl der Strecken fürchtet, kann beruhigt sein. Auch wenn es nur drei Areale gibt, Strecken gibt es mehr als 25. Leider unterscheiden sich diese optisch dann nur sehr geringfügig, wenn sie auf dem selben Areal stattfinden.

Geld verdienen und Autos aufmotzen
Das Kernstück des Spiels ist aber wie gewohnt der Karrieremodus. Ihr beginnt mit einem Kontostand von 30'000 Dollar, von dem ihr euch erst einmal ein Auto kaufen müsst. Anfangs stehen euch elf Fahrzeuge zur Auswahl, von denen ihr aber nur einen Teil tatsächlich kaufen könnt, da einige einfach zu teuer sind. Habt ihr euch für ein Auto entschieden, kann es auch schon losgehen. Gewinnt ihr die erste Rennserie, dann habt ihr auch schon wieder ein paar tausend Dollar mehr als zuvor. Einkäufe könnt ihr allerdings noch nicht tätigen, da ein neues Auto zu kaufen unnötig und auch zu teuer ist, zudem wird das Aufrüsten des alten Autos erst möglich, wenn drei Rennserien bestanden wurden. Reparaturen fallen ebenfalls keine an, da die einzigen Schäden an den lizenzierten Karossen, die ihr jemals erleben werdet, abfallende Rückspiegel und Scheinwerfer sind, die sich dann nach dem Rennen auch wieder automatisch reparieren.

Off-Road Wide Open
Während den Ladezeiten gibt es nützliche Tipps.

Wie bereits erwähnt könnt ihr euer Auto nach drei Rennserien erstmals aufrüsten. Neben einem positiven Effekt auf einige oder alle Eigenschaften (Klettern, Höchstgeschwindigkeit, Beschleunigung und Handling) hat dies auch äusserliche Auswirkungen. Je nach Auto dürft ihr euch nämlich an höheren Federungen, verchromten Stosstangen, aufgesetzten Scheinwerfern und weiteren Modifikationen erfreuen. Leider kann der Fahrspass schon mal durch die Ähnlichkeit der Strecken getrübt werden. Da neben der optischen Ähnlichkeit auch so mancher Streckenabschnitt öfters verwendet und dann einfach mit anderen Teilen kombiniert wird.

Grund zur Kritik ist leider auch das Verhalten der sieben computergesteuerten Fahrer (bei zwei Spielern sind immerhin noch vier am Start). Diese fahren nämlich sehr aggressiv und während das eigentlich eine vielversprechende Voraussetzung für heisse Rennen ist, können die Gegner bei 'Off-Road Wide Open' schnell für Frust sorgen. Fast schon regelmässig fährt nämlich irgendein Fahrzeug gegen das Heck eures Wagens, wodurch es schon mal zu einem entscheidenden Dreher kurz vor dem Ziel kommen kann. Ausserdem scheinen die Gegner sehr standhaft zu sein, so dass ihr meist nur euch selber beim Versuch bremst, sie zu rammen oder zu bremsen.

Nicht schlecht aber auf jeden Fall zu erwähnen ist, dass 'Off-Road Wide Open' simples Arcade-Gameplay bietet und nicht mehr. Tuning-Optionen suchen Rennprofis hier vergebens, die einzigen Möglichkeiten die Werte des eigenen Autos zu verbessern sind die Aufrüstungen des Karriere-Modus. Diese verbessern dann allerdings vorgegebene Werte und lassen euch wiederum keine Entscheidungsfreiheit.

Off-Road Wide Open
Ob das gut geht …

Smuggler's Run 1.5?
Nicht nur das Handling der Fahrzeuge erinnert bei 'Off-Road Wide Open' sehr stark an 'Smuggler's Run', auch grafisch wird die Verwandtschaft sehr deutlich. Geboten wird nämlich ein recht flüssiges Spielgeschehen, bei dem es nur sehr selten zu Slowdowns kommt, und eine beeindruckende Weitsicht. Nebel gibt es nirgends zu sehen, leider wirken die Texturen entfernter Objekte und Strassen sehr verschwommen und verändern sich erst dann, wenn ihr euch ihnen nähert. Dieses eigentlich sinnvolle System funktioniert allerdings nur bedingt, da es absolut keine Seltenheit ist, dass sich Texturen direkt vor eurem Wagen gerade verändern und schärfer werden. Die verschiedenen Autos kommen recht detailliert daher, so dass sogar der Fahrer im Auto dabei beobachtet werden kann, wie er sich bewegt. Ein nettes Detail sind Dreckspuren, die während eines Rennens die Autos verschmutzen. An die grafische Qualität von 'Smuggler's Run 2' reichen allerdings sowohl die Umgebung als auch die Fahrzeuge nicht heran.

Beim Sound gibt es als Highlight die Musik, die unter anderem von Metallica, Fear Factory und Digital Assasins stammt. Die Motorengeräusche klingen zwar recht realistisch, unterscheiden sich von Auto zu Auto allerdings nur geringfügig, so dass ohne Musik schnell Langeweile aufkommen kann. Leider fängt auch die Musik recht schnell an, sich zu wiederholen. Immerhin passen die fetzigen Rock-Stücke aber gut zum Spielgeschehen.

 

Fazit

von Sascha Szopko
'Off-Road Wide Open' bietet soliden Off-Road-Rennspass, bietet aber leider nichts irgendwie Überragendes. Die Grafik erinnert stark an 'Smuggler's Run' und beweist die selben Stärken, leidet aber auch an den selben Schwächen und verwandelt nicht selten Texturen direkt vor eurer Nase. Der Soundtrack wiederholt sich zwar recht schnell, passt aber gut zum Geschehen. Das Gameplay ist simpel und erinnert ebenfalls stark an 'Smuggler's Run', bietet aber leider keine Tuning-Möglichkeiten. Wer rasante Off-Road-Action sucht, kann mit 'Off-Road Wide Open' eigentlich nichts falsch machen, sollte allerdings auch nicht zuviel erwarten.  

Wertung

  • PS2
    76
    %

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel