Preview - Octopath Traveler : So klassisch wie ein Orchester

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Acht Geschichten, ein Spiel. Octopath Traveler ist das nächste sehr klassische Rollenspiel von Square Enix, das durch einige Besonderheiten hervorsticht. Wir haben den Switch-Exklusivtitel Probe gespielt.

Aus Project Octopath Traveler wird einfach Octopath Traveler. Final Fantasy XV landet vorerst noch nicht auf der Switch. Das hält Square Enix aber nicht davon ab, fleißig an Oldschool-RPGs zu arbeiten, die zumindest mir gelegentlich fast lieber sind als „immer größer, immer epischer“. Octopath Traveler gehört zu jenen kleinen Titeln wie I am Setsuna und Bravely Default, die ihre Größe erst auf den zweiten Blick entfalten.

Ihr beginnt eure Reise als einer von acht Protagonisten mit jeweils eigenen Talenten und Zielen. In der Demoversion wurden bereits zwei dieser Pfade vorgestellt. Einen dritten, den des Wissenschaftlers Cyrus, durften wir im Hauptquartier von Nintendo anspielen. Darin geht es nicht wie in Primroses Geschichte darum, sich an den Mördern des eigenen Vaters zu rächen, sondern dem Verschwinden von Dorfbewohnern und dem Hintergrund grausiger schwarzmagischer Rituale auf die Spur zu kommen.

3-D oder 2-D? Beides!

Grafisch hat Octopath Traveler seinen eigenen Weg gefunden: den durch die Mitte. Ihr bewegt eure Charaktere durch eine Welt irgendwo zwischen 3-D- und Pixelgrafik, die von den Entwicklern HD-2D genannt wird. Generell eine sehr hübsche Sache, die alt und neu auf charmante Weise vereint. Allerdings wirkt das Bild wie schon in der Demo zur Mitte hin etwas hell und verwaschen, wodurch es aussieht, als wäre es durch einen Instagram-Filter gejagt worden.

Abgesehen davon zaubert das Rollenspiel aber ein wunderschönes Fantasy-Szenario auf den Bildschirm. Beschauliche Städtchen, rattenverseuchte Kanalisationen, all das zeigt schon ganz genau, was uns noch erwartet, ist aber auch ein recht risikofreies Terrain für Square. Doch es wirkt stimmig, und das ist zunächst einmal das Wichtigste. Was mich persönlich wahnsinnig freut, ist die hervorragende englische Sprachausgabe mit britischen Akzenten.

Klassischer als ein Orchester

Auch das rundenbasierte Kampfsystem könnte kaum klassischer sein. Bis zu vier Teammitglieder stehen den Feinden gegenüber. Physische Kämpfer, Magier, Kleriker und Tänzer, hier traut sich Square nicht viel Neues. Aber es gibt natürlich einige Mechaniken, die das starre Hin und Her etwas aufbrechen. Da merkt man, dass die Producer von Bravely Default ihre Finger im Spiel hatten. Das Brave- und Default-System, bei dem ihr Züge ansparen konntet, um gleich mehrfach hintereinander anzugreifen, kommt in abgewandelter Form wieder zum Einsatz. Und es wurde sogar zum Positiven hin beschleunigt. Der Mehrfachangriff hatte nämlich seinen Nachteil: Während ihr eine Attacke anspartet, konntet ihr nichts weiter unternehmen.

Project Octopath Traveler - Paths of Ritual and Research Trailer
Das neueste Video zum Switch-Exklusivtitel stellt euch die beiden Charaktere Cyrus und Ophilia näher vor.

In Octopath Traveler könnt ihr jede Runde einen Boost ansammeln und trotzdem noch eine Aktion ausführen, bevor ihr nach einigen Runden einen mächtigen Angriff entfesselt. Das bricht das rundenbasierte Kampfsystem zwar nicht auf, ist aber eine nette Verbesserung gegenüber den Bravely-Spielen. Ungünstig ist aber die fehlende Lebensanzeige der Gegner. Gerade bei Bossen wüsste ich gerne, wie viel Schaden meine mächtigsten Attacken überhaupt im Verhältnis zu den Kraftpunkten austeilen.

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