Test - Nintendo Switch Hardware-Test : Hardware, Controller, Akku, Interface – der große Rundumtest

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Handheld oder Heimkonsole? Beides oder keines so richtig? Nintendo legt mit der Switch ein faszinierendes Hardware-Konzept vor, dessen Potenzial im Moment nur schwer abschätzbar ist. Aber eines wissen wir dank der vorliegenden Testmuster definitiv: Das System funktioniert, wenn auch nicht immer absolut reibungslos. Wir wagen einen genaueren Blick auf die Stärken und Schwächen des Neuankömmlings.

Trotz der kurz gehaltenen Wartezeit seitens Nintendo hatten News-Spekulanten und Miesepeter im Netz Hochkonjunktur. Seit der ersten Ankündigung im Januar verging kein Tag ohne Unkenrufe in Bezug auf die neueste Innovation der Konsolenszene. Zeit, mal genau hinzuschauen, worum es wirklich geht. Eine Heimkonsole, mit der man auch unterwegs spielen kann – so vermarktet die Firma aus Kyoto das „Switch“ getaufte Gerät. Fragt man Nintendo-Fans, zeichnet sich das gegenteilige Bild ab. Viele sehen die Switch als Handheld, den man in Zweitfunktion an den Fernseher anschließen kann.

Völlig gleich von welcher Warte aus betrachtet, Nintendos Switch hält alle Versprechen. Kein Mogeln, keine versteckten Hintertürchen oder Beschränkungen. Das erstaunlich kleine Gerät, das auf den ersten Blick den Eindruck eines 7-Zoll-Tablets mit angehefteten Controller-Hälften hinterlässt, schaltet in Sekundenschnelle auf TV-Darstellung, wenn es in der „Switch Dock“ genannten Basis liegt, und kehrt ebenso flink in den Handheld-Modus zurück, wenn man es dort herausnimmt. Alles, was der kleine Zeitvernichter beim Umschalten verlangt, ist eine Bestätigung der aktuell verwendeten Controller durch das Drücken der Schulterknöpfe L und R. Schnell mal unterwegs weiter Zelda zocken? Überhaupt kein Problem!

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Einschränkungen sind für Switch ein Fremdwort, denn an Steuerungsmethoden wurde wahrlich nicht gespart. Der integrierte 6,2-Zoll-Bildschirm verfügt nicht nur über hervorragende Strahlkraft, die Spielrunden bei Tageslicht in scharfen 720p gewährt, sondern auch über eine vollwertige Multi-Touch-Funktion. Die beiden Joypad-Hälften, die man an der Seite des Tablets über Schienen einschiebt (genannt Joy-Cons), lassen zudem beinahe keine Funktion aus.

Alles unter Kontrolle

Echte Analog-Sticks mit darunterliegenden Druckknöpfen, vier Face-Buttons, zwei Schultertasten auf jeder Seite. Dazu noch Gyro-Bewegungssensoren, ein grober Formscanner, Vibrationsfunktion und ein NFC-Lesegerät. Wahnsinn, was man alles auf derart kleinem Raum unterbringen kann! Anspruchsvolle Videospielrennfahrer vermissen allerdings analoge Schulterknöpfe. Schade, denn das dürfte auch Freunde der Virtual Console enttäuschen, die auf GameCube-Retroschinken warten. F-Zero X und Konsorten lassen sich ohne analoge Schulter-Buttons nicht korrekt emulieren.

Abseits davon bleiben bei der Nutzung keine Wünsche offen. Zugegeben, die Analog-Sticks der Joy-Cons haben recht kurze Wege und eignen sich nur bedingt für feinfühlige Justierungen. Schon das Zielen mit Pfeil und Bogen in Zelda artet gelegentlich in Gefummel aus, wenn man auf die Gyro-Funktion verzichtet. Für Handheld-Gamer stellt der Umstieg trotzdem eine Steigerung dar, denn die Sticks arbeiten genauer und zuverlässiger als die Steuerungsscheibe und der Miniknubbel des 3DS.

Wir haben die Switch! - Unboxing-Video mit Felix
Die Nintendo Switch ist bei uns in der Redaktion angekommen. Felix hat sich die Konsole geschnappt und ausgepackt.

Wie in zahlreichen Werbespots und Vorführvideos gezeigt, ist ein direkter Anschluss der Joy-Con genannten Controller-Hälften nicht zwingend vonnöten. Sie arbeiten drahtlos über Bluetooth und verfügen über einen eigenen kleinen Akku, der einige Stunden ohne Laden auskommt. Wie lange genau, können wir leider nicht sagen, weil das vom verwendeten Spiel und seinen Funktionen abhängt. Nintendo verspricht bis zu 20 Stunden Akkulaufzeit, was aber extrem optimistisch erscheint.

Bei unserem Zelda-Test war nach rund sieben Stunden Feierabend, wobei aber ein paar kleine Pausen herausgerechnet werden müssen und wir zwischendrin Puzzles lösten, die den Gyro-Sensor beanspruchten. Für das Abschießen von Pfeil und Bogen schalteten wir die Bewegungssensoren ab, um Energie zu sparen. Spiele wie ARMS, die überwiegend auf die eingebauten Gyro-Sensoren vertrauen, werden den Akku beider Joy-Cons sicherlich schneller aussaugen. Interessant, wenn auch abzusehen: Der linke Joy-Con war in unserem Test immer schneller leer als der rechte. Kein Wunder, damit wird der Held eines Spiels ja auch durchgehend dirigiert.

Nur eine Macke fiel uns und vielen anderen Testern in den letzten Tagen auf: Umschließt man die Joy-Cons zu sehr mit der Hand oder lagert sie hinter dem Rücken, treten spürbare Verzögerungen und gelegentlich Aussetzer in der Bluetooth-Verbindung auf. Selbst beim Zusammenfügen der Hälften an einem Joy-Con-Grip, der die Haptik eines normalen Controllers gewährleistet, können Verbindungsprobleme dieser Art auftreten. Sie hängen ebenfalls mit der Entfernung zur Konsole zusammen. Wer die Hände beim Spielen unmittelbar vor dem Tablet beziehungsweise dem Switch Dock platziert, wird keine Probleme feststellen. Trotzdem wäre Nintendo gut beraten, sich dieses Problems anzunehmen. Es geht um eine typische Konsolenkinderkrankheit.

Und die Konsole selbst? Auch hier verspricht Nintendo weder zu viel noch zu wenig, da die Akkuleistung von vielen Faktoren abhängt, wenn man unterwegs ist. Bildschirmhelligkeit, Klanglautstärke und verlangte Rechenkraft des verwendeten Spiels haben Einfluss darauf. Mit Zelda: Breath of the Wild im Modulschacht und allen Funktionen (Bildschirmhelligkeit, Lautstärke) auf Maximum hielt der Akku unseres Testmodells exakt 2 Stunden und 27 Minuten durch.

Zugegeben, das ist im Vergleich mit dem 3DS herzlich wenig und reicht nicht für einen Flug über den großen Teich. Mit verringerter Bildschirmhelligkeit und heruntergedrehter Lautstärke auf mittleren Werten gelang uns zumindest eine Verlängerung der Laufzeit um etwa 25 Minuten. Wer seine Kinder auf Reisen vom Quengeln ablenken möchte („Sind wir bald dahaaa?“), kann die Spielzeit mithilfe einer Powerbase samt handelsüblichem USB-C-Kabel strecken.

Wir testeten eine günstige Powerbase, die gerade mal 6 Euro kostete und mit den für USB-C üblichen 5 V arbeitet. Alles lief reibungslos. Nur solltet ihr den Extrasaft nicht erst kurz vor Zapfenstreich anschließen, denn mit den 5 Volt und wenigen Ampere üblicher Nachladeakkus könnt ihr die Switch nicht am Leben erhalten. Ebenfalls nachteilig: Egal ob mit geknicktem USB-Anschluss oder einem geraden Kabel – hängt die Konsole an der Powerbase, kann sie nicht mehr mithilfe der rückseitigen Standhilfe gerade stehen, weil die USB-C-Buchse ohne Einschnitt an der unteren Kante der Konsole liegt.

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