Test - NHL 2002 : NHL 2002

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NHL 2002
Die Steuerung im Überblick.
Wie weiter vorne im Text sicher ersichtlich ist, ist die gute und direkte Steuerung von 'NHL 2002' ein wichtiger Teil der ebenfalls sehr guten Lernkurve, die für ein stetiges Verbessern der eigenen Fähigkeiten sorgt. Aber auch bei Mehrspielerpartien macht sich die Steuerung bezahlt, die in die Kategorie 'einfach zu erlernen, aber schwer zu meistern' gehört. Ebenfalls erfreulich sind die Einstellungsmöglichkeiten, was den Schwierigkeitsgrad betrifft. Hier könnt ihr zwar wie gehabt aus einem von vier vorgefertigten Schwierigkeitsgraden wählen, wenn ihr wollt, könnt ihr aber noch einzelne Details individuell einstellen. Wenn euch 'Einfach' beispielsweise zu einfach ist, ihr auf 'Mittel' aber am liebsten in den Duschraum flüchten wollt, könnt ihr euch einen idealen Zwischenwert suchen. Beeindruckend ist hierbei, dass nicht nur Dinge wie die Fitness der eigenen Spieler, sondern auch tatsächlich die Spiel- und die Passgeschwindigkeit, die Aggressivität der Gegner und die Stärke von Checks eingestellt werden können. Durch die verstellbare Spielgeschwindigkeit ergibt sich eine wie bereits erwähnt beeindruckende Lernkurve. Während ihr nämlich anfangs noch langsam über das Eis kurvt und keine Probleme mit der Übersicht oder den Gegnern haben solltet, läuft das Spiel bei gesteigertem Schwierigkeitsgrad schon bald doppelt so schnell und eure Gegner werden euch des Öfteren so hart gegen die Bande knallen, dass die Scheiben wackeln. Einer der wenigen Probleme, die man mit dem Gameplay haben kann, sind allerdings die unrealistischen Spielergebnisse. Sofern man nicht mit ausgeglichenem Schwierigkeitsgrad und mit fünf Minuten-Dritteln spielt, werden die Spielergebnisse nämlich stets höher sein, als das eigentlich der Fall sein sollte. Darüber kann man zwar hinwegsehen, ärgerlich ist es aber trotzdem, vor allem für Fans von Statistiken.

Tonnenweise Statistiken und selbsterstellte Spieler
Doch wie wir ja alle wissen, kann ein Sportspiel heutzutage nur begrenzt Fans für sich gewinnen, wenn es keine umfangreichen Statistiken hat. Glücklicherweise war das aber noch nie das Problem der Spiele von EA Sports. 'NHL 2002' verfügt nicht nur über zahlreiche Statistiken der jeweiligen Teams, die ihre Leistungen im wirklichen Leben wiedergeben, sondern führt auch Buch über eure eigenen Erfolge und Misserfolge, beispielsweise während einer Saison. So ist es zum Beispiel auch möglich, einen oder mehrere selbsterstellte Spieler in eine Saison zu bringen, um dann zu sehen, wie sie sich im Vergleich zu den NHL-Stars so schlagen.

NHL 2002
Das riecht nach Ärger.

Womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären: dem Erstellen von Spielern. Dieses Feature ist angenehm detailliert ausgefallen, so dass eigentlich jeder mal einen eigenen Charakter erstellen sollte, nur schon um die zahlreichen Möglichkeiten zu sehen, die nicht nur im kosmetischen Bereich vorhanden sind.

Superbe Präsentation mit portierter Grafik
Die Grafik ist bei 'NHL 2002' ein zweischneidiges Schwert, zumindest auf der Xbox. Einerseits weiß die bombastische Präsentation, die um neue Features wie 'Game Story', das besondere Leistungen oder Erfolge erneut zusammenfasst, oder einen 'Bullet Time'-ähnlichen Zeitlupenmodus, der beim Alleingang auf das gegnerische Tor einsetzt und spektakuläre Paraden, knappe Tore sowie besonders harte Bodychecks aus verschiedenen Kameraperspektiven wiedergibt, erweitert worden ist, noch immer zu begeistern, andererseits zeigt sich aber deutlich, dass 'NHL 2002' ein typischer Multiplattform-Titel ist. Da sich solche Spiele bis zu einem gewissen Grad immer nach dem kleinsten Nenner, der in diesem Fall die PS2 darstellt, richten müssen, ist das Ergebnis auf den stärkeren Systemen oftmals nicht sehr beeindruckend. Zwar ist dies auch hier der Fall, der negative Effekt ist aber nicht ganz so groß, wie man es nun befürchten würde. Die Grafik ist zwar nicht das, worauf Kracher wie 'Halo' oder 'Dead or Alive 3' Lust machen, hat allerdings auch keine großartigen Mängel und weiß dank dem stets flüssigen Spielgeschehen doch zu gefallen.

NHL 2002
Auch eigene Spieler können erstellt werden.

Allerdings hat auch die Präsentation kleine Schönheitsfehler. Beispielsweise ist der grafisch beeindruckende Einmarsch am Anfang eines Spiels immer derselbe. Lediglich die Mannschaften und die per Zufall generierte Menge des anwesenden Publikums, das während Nahaufnahmen aus detaillierten Polygonmodellen und während dem Spiel aus Pappaufstellern besteht, ändern, die Bewegungen bleiben aber exakt dieselben. Bei einigen anderen Aktionen verhält es sich ähnlich, nur das dieses Problem hier nicht so deutlich ist und viel später zu Tage kommt, da es je nach Sequenz doch so manche Version gibt. Der Einmarsch bleibt also glücklicherweise das Extrembeispiel.

Kommentatoren, über die man sich streiten kann
Sehr geteilte Meinungen gibt es zu den Kommentatoren von 'NHL 2002'. Die beiden leider stets Englisch sprechenden Kerle reißen nämlich alles andere als selten Witze und kommentieren nebenbei noch den Spielverlauf. Problempunkt in dem insgesamt eigentlich guten Kommentar sind die bereits erwähnten Witze - die einen Spieler können sich darüber kaputtlachen, können nicht genug von den beiden kriegen und freuen sich gerade deshalb über die wirklich große Menge an verschiedenen Sprachsamples, die sich zwar ab und zu mal wiederholen, aber zur Wiedergutmachung neue Sprüche einstreuen, und die anderen können den Witzen absolut nichts abgewinnen und beenden dieses Geplapper dank dem Lautstärkeregler in den Optionen. Ich zähle mich zur ersten Gruppe und habe keinerlei Probleme damit, bierernste Hockey-Fans sollten sich aber auf für sie Schlimmes vorbereiten.
Ansonsten gibt es beim Sound wenig zu berichten. Bodychecks klingen wie Bodychecks, Schüsse wie Schüsse und jubelnde Fans wie … na ihr wisst schon. Wie schon die PS2-Version unterstützt 'NHL 2002' für die Xbox Surround Sound - hier sogar in feinstem Dolby Digital.

 

Fazit

von Sascha Szopko
Es ist in vielerlei Hinsicht beeindruckend, was EA Sports mit 'NHL 2002' geleistet hat. Die Pluspunkte überwiegen ganz klar, da sich 'NHL 2002' nicht nur einer fast schon perfekten Spielbarkeit erfreut, sondern auch mit detaillierten Statistiken, dem innovativen NHL-Karten-System, einer schnellen, flüssigen Grafik und einzigartigen Kommentatoren aufwarten kann. Durch das stimmige Gesamtbild fallen kleine Macken allerdings umso mehr auf, Beispiele hierfür sind die Zwischensequenzen, die zwar vor allem anfangs begeistern können, sich aber früher oder später zu wiederholen beginnen, oder die Ausgänge von realistisch eingestellten Spielen, bei denen es stets unrealistisch hohe Punktzahlen gibt. Wer Hockey mag, kommt aber auf gar keinen Fall um 'NHL 2002' herum, und wer nicht gleich wegrennt, wenn er 'Sport' oder 'Eishockey' hört, sollte sich das Spiel zumindest genauer anschauen, denn alleine schon die gute Mehrspielertauglichkeit ist ein echter Kaufgrund.  

Wertung

  • Xbox
    91
    %

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