Special - Altered Carbon : So verkürzt ihr euch die Wartezeit

    Von Kommentieren

    Altered Carbon spielt in einer dystopischen Zukunft, in der die Persönlichkeit eines Menschen, mitsamt seinen Erinnerungen, in einen neuen Körper übertragen werden kann. So ergeht es auch Ex-Elitesoldat Takeshi Kovacs, der nicht nur mit seiner neuen Hülle zurechtkommen muss, sondern auch den Mord an dem einflussreichen Geschäftsmann Laurens Bankroft aufzuklären hat. Die Ästhetik mit ihrem futuristischen Design und grellen Neonfarben lässt sich eindeutig dem Cyperpunkgenre zuordnen, das zurzeit eine kleine Renaissance erlebt. Wir stellen euch ein paar andere Medien vor, mit denen ihr euch die Wartezeit auf den kommenden Netflix-Hit verkürzen könnt und gleichzeitig tiefer in die Thematik eintaucht.

    Altered Carbon - So verkürzt ihr euch die Wartezeit auf die Serie
    Am 2. Februar startet die SciFi-Serie Altered Carbon auf Netflix. Wir sagen euch, wie ihr euch die Wartezeit verkürzen könnt und euch gleichzeitig bestens auf d

    Bücher

    Zunächst ist natürlich das gleichnamige Buch von Richard K. Morgan zu nennen, auf dem die Netflixserie basiert. Altered Carbon aus dem Jahre 2002 hat sich unter Science-Fiction-Fans einen kleinen Kultstatus erarbeitet. Es verknüpft innovative Ideen mit einer Handlung, die in Teilen an klassische “Hard-Boiled”-Detektivromane erinnert. Eine Mischung, die auch bei den Kritikern gut ankam und dem Autor unter anderem den renommierten Philip K. Dick Award bescherte. Die knapp 400 Seiten lesen sich trotz der komplexen Themen gut weg, sodass ihr zum Serienstart perfekt eingestimmt seid.

    Als Vater des Cyperpunk gilt William Gibson, der den Begriff in seinem Roman Burning Chrome zum ersten Mal verwendete. Das bekannteste und einflussreichste Buch des Autors ist aber Neuromancer aus dem Jahre 1984. Die Geschichte rund um Hacker Henry Dorsett Case diente in den Folgejahren als Inspiration für zahllose andere Werke, wie der Matrix-Trilogie mit Keanu Reeves. Konzepte wie “Matrix” im Sinne einer virtuellen Raumes sowie “Cyberspace”, das vor allem in den 90er-Jahren als Synonym für das Internet zirkulierte, gehen direkt auf Neuromancer zurück.

    Eine ähnliche Anerkennung wurde auch Snow Crash von Neal Stephenson zuteil. Mit dem im Roman konstituierten Metaverse nahm Stephenson quasi das MMO-Zeitalter vorweg und etablierte den Begriff “Avatar” für ein virtuelles Alter Ego. Auch sonst verfügt das Buch über sämtliche Merkmale des Cyberpunks: undurchsichtige Megakonzerne, eine aus den Fugen geratene Welt und eine kritisch hinterfragte Verbindung von Mensch und Technologie. Darüber hinaus unternimmt Snow Crash aber auch Abstecher in fernöstliche Philosophien und Linguistik. Ein komplexes Werk, das nichts von seinem Reiz verloren hat.

    Film und Fernsehen

    Wir hoffen zwar sehr, dass ihr das Sci-Fi-Meisterwerk Blade Runner schon gesehen habt, zur Einstimmung auf Altered Carbon kann es aber nicht schaden, sich den Film von Ridley Scott aus dem Jahre 1982 noch einmal zu Gemüte zu führen. Die Replikantenjagd mit Harrison Ford in der Hauptrolle basiert auf dem Roman Träumen Androiden von elektrischen Schafen von Philip K. Dick und ist in puncto Atmosphäre bis heute unerreicht. Die Stimmung des futuristischen Los Angeles mit seinem Dauerregen, asiatischen Einflüssen und starken Kontrast zwischen Arm und Reich wurde unzählige Male kopiert. Und wer könnte je Roy Battys legendäre “Tränen-im-Regen”-Rede vergessen? Der Nachfolger Blade Runner 2049 ist ebenfalls sehr empfehlenswert.

    David Cronenberg, der Meister des Körperhorrors, sorgte 1999 mit dem Film eXistenZ für Aufsehen. Videospiele existieren nicht mehr elektronisch, sondern werden mit sogenannten Bioports direkt in den Körper eingespeist. Hauptcharakter Allegra (gespielt von Jennifer Jason Lee) ist eine erfolgreiche Spieldesignerin und muss in ihre eigene Schöpfung eintauchen, um sie auf mögliche Fehler zu überprüfen. Die Grenzen von Spiel und Realität verschwimmen nach und nach immer mehr. Da es sich um einen Cronenberg-Film handelt, scheut eXistenZ keine unangenehmen Szenen, ein gewisser Ekelfaktor gehört bei diesem Regisseur einfach zum guten Ton.

    Vor Kurzem startete auf Netflix die vierte Staffel der viel gelobten Serie Black Mirror. Bei jeder Folge handelt es sich im Grunde um eine abgeschlossene Handlung, die aber durch ein gemeinsames Thema verbunden sind: Technologie und die moralischen Komplikationen, die damit einhergehen. Dabei wird die Technik aber nicht grundsätzlich verteufelt. Es sind fast immer menschliche Schwächen, die zu meist verheerenden Resultaten führen. Einige Episoden gehören definitiv mit zum Verstörendsten, das ihr je gesehen habt. Interessant ist auch, dass viele Technologien, die in der Serie präsentiert werden, zumindest in Ansätzen heute schon vorhanden sind. Black Mirror stellt somit einen ziemlich schlüssigen Ausblick in eine mögliche, unbehagliche Zukunft dar.

    Videospiele

    Deus Ex gilt nicht nur als eines der besten Videospiele aller Zeiten, sondern ist auch der wahrscheinlich wichtigste Vertreter des Cyberpunk in diesem Medium. Ein bedeutendes Spielelement sind Augmentierungen – kybernetische Verbesserungen, die den Protagonisten stärker, aufmerksamer oder charismatischer machen. Die Frage, wie lange ein Mensch noch ein Mensch ist und welche Konsequenzen eine zunehmende Verschmelzung mit Maschinen mit sich bringt, zieht sich durch die gesamte Reihe. Der aktuellste Teil – Mankind Divided – entwirft gar eine Zukunft, in der verbesserte Menschen, sogenannte Augs, von der Gesellschaft unterdrückt werden und sich in Ghettos zurückziehen müssen.

    Snatcher ist ein heute fast vergessenes Frühwerk von Metal-Gear-Schöpfer Hideo Kojima, dessen Parallelen zu Blade Runner sofort ins Auge stechen. Hauptcharakter Gillian Seed macht in der Stadt Neo Kobe City Jagd auf die namensgebenden Snatcher, künstliche Lebensformen, die das Aussehen ihrer Opfer annehmen. Das Grafik-Adventure zeigte schon damals Kojimas Fähigkeit, komplexe Geschichten mit einer Botschaft zu erzählen. So heißt es im Spiel etwa: “Der wahre Konflikt existiert in den Herzen der Menschen.” Da Snatcher nie für aktuellere Plattformen umgesetzt wurde, ist es nicht leicht, es zu zocken. Aber wenn ihr die Chance habt, solltet ihr es unbedingt tun.

    Cyberpunk 2077 von CD Projekt RED ist zwar noch weit von der Veröffentlichung entfernt, aber nach dem Erfolg von The Witcher 3 erwartet man nicht weniger als ein Meisterwerk. Man darf gespannt sein, wie die Entwickler, die bisher vorrangig im Fantasygenre zu Hause waren, das neue Szenario angehen werden. Das Wenige, was bisher zum RPG zu sehen war, verspricht auf jeden Fall eine dichte Atmosphäre. Schaut euch zur Einstimmung unbedingt den CGI-Trailer zum Spiel an.

    Tabletop

    Keine Cyperpunk-Liste ohne Shadowrun. Das 1989 veröffentlichte und seitdem mehrfach erweiterte Pen-&-Paper-Rollenspiel zählt auch heute noch zu den beliebtesten Systemen. Der Einstieg ist nicht einfach, doch hat man sich erst einmal zurechtgefunden, belohnt die Mischung aus Cyberpunk, Horror und Kriminalgeschichten mit enormem Tiefgang. Eine Qualität, die wir uns auch von Altered Carbon versprechen.

    Altered Carbon - Traileranalyse mit Felix und Hoppi
    Der Trailer zur kommenden Netflix-Serie Altered Carbon bietet so manches Detail. Felix und Hoppi haben sich damit mal ein wenig genauer beschäftigt.

    Könnte dichinteressieren

    Kommentarezum Artikel