Preview - Need for Speed: Payback : Fast & Furious als Open-World-Rennspiel

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Der Rennspielwinter 2017 neigt sich dem Ende entgegen: Nach Project Cars 2, Forza Motorsport 7 und Gran Turismo Sport steht jetzt Need for Speed: Payback in der Boxengassen. Der von Ghost Games entwickelte Open-World-Flitzer ist die launige Ausnahme. Schließlich waren reinrassige Arcade-Racer in diesem Jahr Mangelware, und genau deshalb könnte das an den Hollywood-Streifen Fast & Furious erinnernde Spiel die Alternative zu den verkopften Simulationen darstellen.

In Köln präsentierten Electronic Arts und Ghost Games die (fast) fertige Version des Spiels und ließen sich die Fachpresse einen Tag lang damit austoben. Nach knapp sechs Stunden in Fortune Valley stellt sich heraus, dass Need for Speed: Payback vor allem eins ist: außerordentlich spaßig.

Rennspaß direkt aus Hollywood

Die Kampagne und ihre Blockbuster-Missionen könnten direkt aus der Feder mancher Drehbuchschreiber kommen. Handfeste Überraschungen gibt es nicht und dass Hauptdarsteller Tyler Morgan unverwechselbare Ähnlichkeit mit einem gewissen Paul Walker hat, sorgt zumindest zu Beginn für manchen Lacher.

Er legt sich gemeinsam mit seinen Crew-Kumpanen Sean „Mac“ Allister und Jessica „Jess“ Miller an. Die Geschichte dreht sich einmal mehr um einen misslungenen Coup und anschließende Rachepläne. Die Charaktere sind in ihrer Darstellung zwar recht stereotyp, aber das stört in diesem Fall nicht. Stattdessen erfreut Need for Speed: Payback immer wieder mit einer Prise Humor und mancher Anspielung auf das aktuelle Zeitgeschehen.

In einer Mission etwa müsst ihr mit einem YouTuber das Driften üben. Doch schon nach einigen Kurven wird dem Guten übel, und so endet das Rennen mit einem sich übergebenden Internet-Star. Sehr schön: In den großen Story-Einsätzen schneidet das Spiel immer wieder zwischen den drei Hauptcharakteren hin und her. Das sorgt für Dramatik und zeigt gleichzeitig den Zusammenhalt der Crew. Als die Truppe beispielsweise in einen Hinterhalt gerät, manövriert ihr einen nach dem anderen aus der Zwickmühle, ehe die Kumpanen gemeinsam das Weite suchen.

Kartenkloppen für PS-Muffel

Doch neben der Geschichte sind vor allem die Autos das Salz in der Suppe. Tuckert ihr zu Beginn noch mit Tylers Schrottkarre durch die Gegend, erhaltet ihr alsbald Zugriff auf flottere Modelle wie den Subaru Impreza für Offroad-Events oder den Honda S2000 für Straßenrennen. Need for Speed: Payback greift beim Leistungstuning auf ein Spielkartensystem zurück. Nach jedem erfolgreichen Rennen erhaltet ihr eine Speed Card und wertet damit Bereiche wie etwa die Bremsen, das Nitro oder den Motorblock auf.

Bringt ihr etwa mehrere Karten des gleichen Herstellers zusammen, erhaltet ihr einen zusätzlichen Bonus. Natürlich verfügen die Karten auch über bestimmte Eigenschaften, die ihr anhand einfacher Statistiken ablesen könnt. Das gezielte Aufrüsten ist mit zuvor erhaltenen Münzen möglich. Mit ihnen lasst ihr Speed Cars auswürfeln und legt dabei etwa den Hersteller zuvor fest.

Level-Aufstiege bringen euch zudem Shipments – also Lieferungen. Diese Kisten beinhalten ebenfalls verschiedene Bauteile. Einziger Haken: Wer Geld in die Premium-Währung Speed-Points investiert, der kommt hier schneller voran und kann sich Premium-Boxen kaufen. Wie teuer diese sein werden und wie sehr sie den Spielablauf beschleunigen, war in der Anspielrunde noch nicht ersichtlich. Die Entwickler beteuern aber, dass alle Bauteile auch freigespielt werden können.

Schließlich spielt das optische Tuning eine gewaltige Rolle. Über den Editor verändert ihr die Karosserie und passt etwa das Chassis oder die Stoßstange an. Zu diesem Zweck wählt ihr aus zuvor freigespielten Bauteilen. Im Anschluss gibt es den passenden Anstrich und ihr klebt frei konfigurierbare Folien auf oder verändert die Grundfarbe des Boliden.

Auf der Strecke

Aber wie spielt sich Need for Speed: Payback denn nun eigentlich? Sehr gut! Natürlich sollte niemand eine Rennsimulation erwarten. Das Team von Ghost Games möchte, dass jeder sofort einsteigen und Spaß haben kann. Die Fahrzeugkontrollen fühlen sich in der Anfangsphase noch leicht träge an, doch daran gewöhnt ihr euch mit jedem Rennen mehr. Drifts und Offroad-Rennen unterscheiden sich spürbar vom Street-Racing und erfordern ein gewisses Fingerspitzengefühl.

Need for Speed: Payback - Story Trailer
Ein neuer Trailer zu Need for Speed: Payback beleuchtet die Handlung des Story-Modus näher.

Sehr schön: Innerhalb der Kampagne gibt es immer wieder Endgegner mit besonders leistungsstarken Autos. Und wie es sich für Straßenrennen gehört, übernehmt ihr deren Karossen, sofern ihr siegreich aus dem Rennen hervorgeht. Die Gegner-KI erweist sich als solide. Die anderen Fahrer agieren längst nicht so rüpelig wie in Project Cars 2, sondern bleiben meist auf der Ideallinie. Ein künstlich wirkender Gummibandeffekt sorgte gerade in der Mitte der Rennen für etwas mehr Nervenkitzel und selbst wenn ihr mal sehr weit zurück liegt, gibt euch das Spiel noch eine Chance zum Aufschließen.

Die Spielwelt dagegen wirkt noch etwas leblos. Zwar glänzt Fortune Valley mit einer Vielzahl verschiedener Szenarien, jedoch tummeln sich beispielsweise in den Straßen der Städte keinerlei Fußgänger und auch der zivile Verkehr ist überschaubar. Zudem fehlten hübsche Details, die beispielsweise Titel wie Forza Horizon 2 immer abhoben. Apropos: Auch in Need for Speed: Payback geht ihr auf die Suche nach sogenannten Derelicts. Dabei handelt es sich um die bekannten Scheunenfunde, die ihr erst finden und dann aufmotzen müsst. Nur mit ihnen erreicht ihr die oberste Leistungsgrenze, die zum aktuellen Zeitpunkt noch bei 399 liegen wird.

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