Test - Monster Energy Supercross : Monster auf zwei Rädern

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Wer an Rennspiele denkt, in denen ihr euch auf den Sattel eines Motorrads schwingt, dem dürfte umgehend der Name des Entwicklerstudios Milestone durch den Kopf schießen. Immerhin war das Team unter anderem für Titel wie MotoGP, Ride 2 oder Valentino Rossi: The Game verantwortlich. Diese Tradition soll jetzt mit Monster Energy Supercross fortgesetzt werden – wenn auch in einer etwas actionreicher inszenierten Art und Weise.

In den meisten Motorradrennspielen drehen wir unsere Runden vornehmlich auf dem Asphalt, während unter unserem virtuellen Hintern eine PS-starke Maschine vibriert. Doch auch wenn dieses Untergenre sicherlich viele Fans hat, klang es wie eine willkommene Abwechslung, als der Entwickler Milestone mit Monster Energy Supercross mal einen etwas anderen Vertreter für PC und Konsolen ankündigte. Außenstehende dürften angesichts des Namens zunächst etwas ungläubig eine Augenbraue heben, doch die Supercross-Rennserie heißt tatsächlich so, da sie von einer bekannten Energy-Drink-Marke gesponsert wird.

In Monster Energy Supercross erwartet euch alles, was zur 2017er-Saison der besagten Supercross-Serie gehörte. Das umfasst nicht nur sämtliche Fahrer und deren Motorräder (sowohl aus der 250SX- als auch der 450SX-Klasse), sondern auch die dazugehörigen Strecken, die euch unter anderem nach Daytona führen. Zwar dürften derlei Details vornehmlich nur Fans des Vorbilds aus dem echten Leben interessieren, doch für die ist es ein wahres Fest. Außenstehende kommen allerdings ebenfalls auf ihre Kosten, denn der Umfang ist dank der offiziellen Lizenz enorm. Über mangelnden Inhalt kann sich demnach wahrlich niemand beschweren.

Steile Karriere

So habt ihr unter anderem die Wahl, ob ihr einzelne Rennen fahrt oder die letztjährige Saison von Monster Energy Supercross nachspielt. Allein damit werdet ihr einige Stunden lang beschäftigt sein. Alternativ könnt ihr euch aber auch im ebenfalls sehr umfangreichen Karrieremodus austoben, bei dem ihr einen anfangs ebenso unerfahrenen wie unbekannten Rookie an die Spitze der Supercross-Szene bringen müsst. Durch Erfolge verdient ihr Punkte, mit deren Hilfe ihr wiederum kosmetische Extras freischaltet, um euren Schützling zu individualisieren.

Dieser Modus bietet am meisten Abwechslung, hat einige durchaus knifflige Herausforderungen zu bieten und hält sicherlich einige Zeit bei der Stange. Allerdings hätten wir uns ein etwas tiefgreifenderes Fortschrittsystem gewünscht, bei dem man beispielsweise bestimmte Fähigkeiten oder Werte für den Fahrer freischaltet beziehungsweise verbessert.

Sollte euch das alles trotzdem nicht reichen, könnt ihr mithilfe eines Editors eigene Strecken bauen und sie mit Spielern aus der ganzen Welt teilen. Genau darin liegt eine große Stärke von Monster Energy Supercross. Das besagte Tool ist nämlich ebenso leicht zu bedienen wie umfangreich.

Zwar braucht es eine Weile, sich in die Steuerung reinzufuchsen, da sie dann doch so manch kleine Tücke bereithält, vor allem bei der Positionierung von eher kleineren Streckenelementen. Sobald das jedoch in Fleisch und Blut übergegangen ist, könnt ihr in relativ kurzer Zeit einige erstaunliche Rennstrecken aus dem Ärmel schütteln – inklusive zahlreicher Rampen, kniffliger Kurven und kleinerer Erhebungen. Der Fantasie sind hierbei kaum Grenzen gesetzt und auch die Bereitstellung der eigenen Werke als Download für andere Spieler funktioniert erfreulich simpel – ebenso wie der Import.

Gute Fahrt mit kleinen Ausrutschern

Inhaltlich hat Monster Energy Supercross also einiges zu bieten, doch wie sieht es mit dem eigentlichen Spielgeschehen aus? Das ist ja bei allem Umfang nicht gerade unwichtig – schon gar nicht bei einem Rennspiel. Fangen wir mit den positiven Aspekten an: Das Gameplay bewegt sich je nach Einstellung auf einem ziemlich guten Niveau genau zwischen Arcade und Simulation. Wer auf der Suche nach einem ultrarealistischen Spiel ist, bei dem im Hintergrund eine ausgeklügelte Physik-Engine jede noch so kleine Unebenheit des Untergrunds berechnet, dürfte etwas enttäuscht werden.

Monster Energy Supercross - Launch Trailer
Auch das Motorrad-Rennspiel Monster Energy Supercross wurde am heutigen Dienstag veröffentlicht.

Andererseits ist Monster Energy Supercross auch nicht wirklich „arcadig“. Das macht sich schon daran bemerkbar, dass ihr das Gewicht der fahrbaren Untersätze regelrecht spüren könnt. Ihr habt nicht einfach nur eine Menge Metall unter dem virtuellen Hintern, sondern müsst schon mit den Eigenarten einer Cross-Maschine umgehen können. Besonders interessant ist übrigens die Transformation der Fahrbahnstrecke während eines Rennens: Mit zunehmender Dauer verändern sich nämlich unter anderem die Konsistenz des Bodens als auch die Menge an Dreck.

All das hat mehr oder weniger direkte Auswirkungen auf den Grip der Räder, die Beschleunigung eures Motorrads und einiges mehr. Monster Energy Supercross geht dabei zwar nicht bis ins letzte Detail, bringt aber eine angenehme Prise Realismus ins Spielgeschehen. Auch grafisch macht das Spiel eine durchgehend gute Figur – von minimalem Texturflackern mal abgesehen.

Deutlich schlechter ist hingegen die Kollisionsabfrage beim Zusammenstoß mit anderen Fahrern. Selbst kleinere Rempler führen mitunter zu ziemlich fragwürdigen Unfällen, was auf Dauer ziemlich frustrieren kann. Wenn ihr nach einer solchen Kollision beispielsweise wieder mitten auf der Strecke erscheint und plötzlich der nächste Rivale in euch reinbrettert, geht das tierisch auf die Nerven. Ebenso unschön sind die teilweise recht heftigen Lags während der Onlinepartien, die auch mal in einen sekundenlangen Freeze münden können. Hier müssen die Entwickler von Milestone unbedingt nachbessern.

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