Test - Madagascar (DS) : Madagascar (DS)

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Passend zum aktuellen Dreamworks-Kinohit ’Madagascar’ ist das gleichnamige Videospiel zum Film für Nintendos DS verfügbar. Ob die gefahrvolle Reise einiger Zoo-Tiere in die Wildnis Madagaskars auch auf dem Handheld für unterhaltsame Stunden sorgen kann, erfahrt ihr im Review.

Unzufriedene Zoo-Bewohner

Ein Zebra, ein Nilpferd, ein Löwe und eine Giraffe im Urwald - das ist vielleicht nichts Besonderes, denkt ihr. Im Gegenteil, diese Konstellation ist das Thema von Dreamworks’ aktuellem Kinostreifen ’Madagascar’. Allerdings handelt es sich bei den Tieren nicht um erfahrene Wildnisbewohner, sondern um ehemalige Zoo-Insassen. Tatsächlich haben das Zebra Marty, der Löwe Alex, das Nilpferd Gloria und die Giraffe Melman das Zoo-Leben satt und fliehen auf die Straßen New Yorks. Danach geht es auf einem Frachtschiff in die ersehnte Freiheit nach Madagaskar - dieses ist allerdings nicht so idyllisch, wie es sich die tierischen Freunde erträumt haben. Es warten also eine Menge Abenteuer auf die animalische Schar.

Hüpferei mit Wechseleinlagen

Die DS-Variante von ’Madagascar’ ist keine Umsetzung des gleichnamigen Action-Adventures für die Heimkonsolen und den PC, sondern ein komplett eigenständiges Spiel, das auch von einem anderen Studio entwickelt wurde. Vielmehr bekommen DS-Besitzer dasselbe Spiel wie die GBA-Anhänger vorgesetzt, das nur marginal an die Stärken des neuen Handhelds angepasst wurde. ’Madagascar’ ist ein klassisches Jump’n’Run, in dem ihr euch wie in 16Bit-Zeiten von links nach rechts durch die 2D-Levels bewegt, von Plattform zu Plattform springt, Höhen erklimmt und zahlreiche Coins einsammelt. Das Salz in der Suppe sind die verschiedenen Tiere: Per Schultertaste oder über ein Menü auf dem Touchscreen könnt ihr in den meisten Levels die Spielfigur wechseln. Jeder Charakter hat eigene Vor- und Nachteile: Der Löwe Alex verfügt beispielsweise über einen Doppelsprung, während Gloria durch Wasserbecken schwimmen kann. Melman steckt gerne seinen Kopf in lockeres Erdreich und öffnet so neue Wege, während Marty sich vor allem mit dem Kriechen durch enge Gänge auszeichnet. Was bei Jump’n’Run-Aufgaben noch durchaus spaßig ist, kann im Kampf weniger überzeugen. Die Attacken der einzelnen Figuren sind stark limitiert, sodass ihr je nach Gegner ein anderes Tier auswählen müsst. Alex kann zum Beispiel nur Feinde direkt über ihm besiegen, Martys Tritte dagegen eignen sich besser für Feinde vor ihm. Diese umständliche Wechselei ist nicht das einzige Manko - auch sind viele Levels nicht gerade toll designt. So müsst ihr öfters nervige Blindsprünge absolvieren, die euch durchaus das eine oder andere Leben kosten. Glücklicherweise sorgen einige Levels im Stil von Mini-Spielen für etwas Abwechslung im wenig spannenden Hüpf-Einerlei. So müsst ihr euch unter anderem an Wachen vorbeischleichen oder über den Touchscreen einige Geschicklichkeitseinlagen meistern. Auch hier gingen die Entwickler allerdings mit wenig Einfallsreichtum zu Werke.

Wie im Daumenkino

Technisch kann ’Madagascar’ ebenfalls nicht gerade begeistern. Die 2D-Grafik ist sehr unspektakulär ausgefallen und orientiert sich stark an der GBA-Hardware. Visuell werden die Stärken des DS also nicht genutzt. Die Hintergründe wirken wie aus dem Baukasten und sind wegen der fehlenden Animationen nicht gerade detailverliebt. Einzig die ordentlichen Animationen der sympathischen Tiere verbreiten ein wenig den Charme der Kinovorlage. Der Sound dümpelt aufgrund uninspirierter Musikuntermalung, karger Soundeffekte, weniger Sprachsamples und eines allgemein ziemlich verrauschten Klangs im unteren Mittelfeld umher.

Fazit

von David Stöckli
’Madagascar’ ist ein uninspiriertes 2D-Jump’n’Run, das trotz einiger passabler Ideen leider enttäuscht. Sowohl in puncto Leveldesign als auch die Technik betreffend haben sich die Entwickler nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Nur fanatische Anhänger der Kinovorlage können einen Blick riskieren.

Überblick

Pro

  • klassische 2D-Hüpfkost
  • Spielfiguren mit unterschiedlichen Fähigkeiten
  • hübsche Animationen

Contra

  • ungenaue Steuerung
  • einige frustige Passagen
  • schwache Ausnutzung der DS-Features

Wertung

  • DS(i)
    57
    %

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