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Test - Lost Planet : Heiße Kämpfe auf Schnee und Eis

  • PC
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Richtig cool inszeniert – und auch schwer zu besiegen – sind die Bossgegner, die am Ende eines fast jeden der elf Levels warten. Oftmals muss man sich für den Fight eine spezielle Taktik zurechtlegen, etwa weil die Gegner erst nach einer bestimmten Aktion verletzbar sind oder mitten im Kampf zu einem noch größeren Monster mutieren. Alternativ zum klassischen Gefecht Mensch gegen Alien-Insekt kann Wayne auch in die überall in den Levels herumstehenden Vital Suites steigen. Das sind verschiedenartige Mechs, die eine unglaubliche Feuerkraft besitzen, aber dafür auch recht träge zu steuern sind. Eine spaßige Angelegenheit sind die Kämpfe im Körper eines Mechs aber allemal.

Des Winters überdrüssig?

Die Levels sind allesamt sehr linear, dafür aber durchgehend schick aufgebaut. Man kämpft so etwa auf einer großen Eiswüste, schlägt sich durch eine verlassene Stadt im Schnee oder kraxelt einen Berg hinauf. Während des Aufstiegs wird man zudem von einem Boss bedrängt, der mit einem Flügelschlag den Helden nach unten reißen kann. Um überhaupt in höhere Bereiche vorstoßen zu können, hat der Held einen Greifhaken zur Hand. Im späteren Spielverlauf wechselt der Schauplatz dann von der Schneewelt zu einer optisch nicht ganz so beeindruckenden Lavahöhle.

Inhaltlich entspricht die PC-Umsetzung im Übrigen 1:1 der X360-Fassung, irgendwelche Erweiterungen oder gar neue Levels sucht man daher vergebens. Somit muss man auch auf dem PC mit dem veralteten Checkpoint-System vorlieb nehmen. An seltenen und nicht sichtbaren Stellen erreicht man die Kontrollpunkte, an denen man nach einem Ableben erneut starten darf. Immerhin ist vor jedem der Bosskämpfe ein solcher Checkpoint platziert, um das erneute Spielen von längeren Abschnitten kommt man aber dennoch nicht ganz herum. Trotzdem fällt die Spielzeit von 'Lost Planet' eher gering aus, geübte Zocker sehen nach gut acht Stunden das Ende. Höhere Schwierigkeitsgrade und versteckte Münzen, die neue Mehrspieleroutfits freischalten, motivieren aber durchaus zu einem erneuten Spiel. Außerdem verfügt der Titel über einen spaßigen Mehrspielermodus. In vier verschiedenen Spielmodi bekämpft man sich mit bis zu 16 Mitspielern. Leider konnten wir den Multiplayer-Modus auf dem PC nicht mittesten, da es vor Release des Titels noch keine Mitspieler gab. Zumindest auf der Xbox 360 ist der Onlinemodus aber sehr beliebt.

Der Durchbruch für Vista?

Fünf Monate nach der Veröffentlichung von Windows Vista und der dort integrierten neuen Grafikschnittstelle DirectX 10 ist 'Lost Planet' wirklich das erste Spiel, das von Haus aus sofort DirectX-10-Hardware unterstützt (natürlich nur unter Vista). Die Unterschiede zur ebenfalls vorhandenen DirectX-9.0c-Version des Titels sind allerdings nur bei genauem Hinsehen erkennbar. Die neue Schnittstelle sorgt für etwas bessere Texturen, knackigere Farben und hübscheren volumetrischen Rauch. Allerdings sind die Hardware-Anforderungen enorm hoch, auf unserem Testrechner gab es bei maximalen Details in einer Auflösung von 1920x1080 regelmäßige Slowdowns. Stellt man dagegen die Schattenqualität auf DirectX-9.0c-Niveau zurück, läuft das Spiel flüssig. Ein Starten der DirectX-9.0C-Version von 'Lost Planet' war unter Vista zwar ebenfalls möglich, doch hier stürzte unsere Testversion nach wenigen Schritten sofort ab. Zocker ohne DirectX-10-Hardware können sich ansonsten aber ebenfalls über ein grafisch opulentes Action-Spiel freuen, das der X360-Version in nichts nachsteht.

Die Konsolenherkunft merkt man 'Lost Planet' bei der Steuerung an. Am besten steuert sich das Spiel mit einem angeschlossenen X360-Pad, die Anzeigen auf dem Bildschirm sind auf dieses zugeschnitten. Ein Spielen mit Maus und Tastatur ist natürlich ebenfalls möglich, trotz zahlreicher unterschiedler Steuerungslayouts mochten wir uns aber nicht so richtig an diese Kombination gewöhnen. Gegenüber dem Pad lenkt sich Wayne mit Maus und Tastatur etwas ungenauer durch die Eiswüste. Um überhaupt erst spielen zu können, muss 'Lost Planet' über Steam registriert werden, ein Weiterverkauf nach dem Durchspielen scheidet somit aus.

Fazit

von Jan Höllger
Schon auf der Xbox 360 hat mir 'Lost Planet' viel Spaß bereitet. Die brachiale Action in dem unverbrauchten Schnee-Setting macht auf jeden Fall einiges her. Insgesamt steht die PC-Umsetzung dem X360-Original in nichts nach. Freunde anspruchsloser (wobei hier nicht der Schwierigkeitsgrad gemeint ist) Action-Ballereien dürfen gefahrlos zugreifen, auch wenn das Abenteuer ruhig ein wenig länger hätte sein können und die Story nicht über Soap-Niveau hinauskommt. Etwas enttäuscht bin ich über den DirecX-10-Support. Die optischen Unterschiede sind allenfalls auf direkten Vergleichscreens sichtbar, zudem steigen die Hardware-Anforderungen unter Vista enorm. Für den besten Spielgenuss sollte man außerdem ein X360-Pad an seinen PC anschließen können, die Maus und Tastatur-Bedienung ist nicht ganz perfekt.

Überblick

Pro

  • fulminante Technik mit DirectX-10-Unterstützung
  • brachiale Action
  • coole Bossfights
  • interessantes Setting

Contra

  • auf Dauer eintönig
  • unter DirectX 10 sehr Hardware-hungrig
  • dümmliche Story
  • recht kurze Spielzeit
  • stellenweise sehr schwer
  • Steuerung mit Maus und Tastatur etwas hakelig
  • Zwangsregistrierung über Steam

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