Preview - Forza Horizon 4 : Vivaldis 4 Jahreszeiten können einpacken

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Forza Horizon fing als Spin-off zur regulären, simulationslastig geprägten Forza-Motorsport-Serie an. Weniger Realismus, dafür eine offene Welt und mehrere Radiosender waren die Hauptzutaten des ersten Teils. Die Rechnung ging voll und ganz auf. Forza Horizon hat sich mittlerweile als bester Open-World-Racer etabliert und geht nun bald in die vierte Runde. Die größte Neuerung abseits des Szenarios? Jahreszeiten! Ich konnte das Spiel bereits anzocken und ein paar Einrücke sammeln.

Als das Szenario von Forza Horizon 4 bekannt gegeben wurde, war ich zunächst etwas stutzig. England?! Zumindest in meinem Kopf verbinde ich die Insel nicht gerade mit wunderschönen Urlaubszielen à la Australien, Cote D'Azur oder USA. Und dann schon wieder Linksverkehr? Wobei Letzteres bei einem eher arcadigen Rennspiel in meinen Augen ziemlich egal ist. Die wenigsten Spieler dürften verkehrsregelkonform brav immer auf ihrer Straßenseite fahren, wenn es um schnelle Videospiel-Rennaction geht.

Doch als dann die ersten Bilder von England gezeigt wurden, waren die Vorbehalte schnell aus dem Weg geräumt. Berge, Seen, wilde Natur unterschiedlicher Art und auch Städte und Dörfer. Das sieht schon alles sehr schick aus. Und dieser Eindruck hat sich bei meiner Zocksitzung bestätigt. Ich konnte quasi die erste Stunde des Titels anspielen und dabei die gesamte Map abfahren. Von der Größe wirkt sie nicht viel exorbitanter als die des Vorgängers. Solange die Gegend aber schön und abwechslungsreich designt ist, ist mir das Recht. Qualität schlägt Quantität.

Natürlich erzählt Forza auch dieses Mal wieder eine Geschichte rund um das Horizon-Musikfestival. Diese war schon in den Vorgängern immer der inszenatorische Schwachpunkt. Für Teil 4 mache ich mir diesbezüglich nicht viel Hoffnung. Übertrieben cool dargestellte Personen, die total hip sind, quatschen euren Avatar, den ihr aus diversen Vorlagen aussuchen könnt, an und erklären ihm, was zu tun ist, während ihr schweigend keine Reaktion zeigt. Das wirkt leicht psychopathisch.

Welches Auto darf's denn sein?

Dann sucht ihr euch eines von drei unterschiedlichen Autos aus. Ich habe mich natürlich für das amerikanische Muscle Car entschieden. Ist das erledigt, werden auch schon die ersten Events auf der Karte freigeschaltet. Anfänglich sind es nur ein paar wenige, doch es kommen schnell mehr hinzu. Ich wollte aber erst mal die Karte etwas frei erkunden, um zu sehen, was das virtuelle England so zu bieten hat.

Das erste Ziel, das ich mir auf der Karte setze, ist eine Gegend, die aussieht, als würde dort wilder Lavendel wachsen. Mit dem Fuß auf dem Pedal brettere ich durch die Landschaft. Das saftige Gras um mich herum leuchtet grün bei schönstem Sonnenschein. Immer wieder fahre ich an einem Häuschen vorbei, das deutlich erkennbar die landestypische Architektur aufweist. Die Straßen werden oft gesäumt von einer kleinen Steinmauer, doch keine Sorge, auch die lässt sich durchbrechen und dann kann man jeder Zeit offroad fahren. Das geht mit einem Muscle Car natürlich nicht ganz so gut wie mit einem Geländewagen. Am Ziel angekommen erstreckt sich über Hügel hinweg der Lavendel. Einfach schön.

Nicht nur Natur, sondern auch Städte

Neben Flora und Fauna habe ich mir noch ein paar Orte angeschaut, einen alten Steinbruch zum Beispiel. Ich bin gespannt, welche Herausforderungen hier auf mich warten. Außerdem habe ich mir die größte Stadt im Spiel, Edinburgh, etwas genauer angesehen. Auch dort: überall der typisch britische Flair Kleine Läden und Pubs, wohin man blickt. Und über der der Stadt thront natürlich eine Burg. Ich werde sicherlich wieder stundenlang über die Map fahren, nur um diese zu erforschen.

Selbstverständlich gibt es auf der Karte auch wieder Blitzer und Co., wo man ordentlich Punkte verdienen kann. Sehr amüsant sind auch kleine Rennevents mit dem Namen Stunt Driver. Darin seid ihr auf einem Filmset, während euch der Regisseur Anweisungen gibt. In der Regel läuft das auf einen spektakulären Stunt hinaus, wie zum Beispiel durch den Torbogen eines Gebäudes zu brettern und dann einen gigantischen Sprung zu absolvieren.

Jetzt erwartet mich aber endlich das erste Rennen. Davor kann ich noch mal mein Auto kontrollieren und tunen. Etliche Einstellungen warten hier auf Tüftler. Da ich mich in dieser Hinsicht weniger auskenne, lasse ich einfach alles so, wie es ist, und gehe an den Start. Ein typisches Rennen von Punkt A nach B. Und sofort stellt sich wieder das gewohnt gute Forza-Horizon-Feeling ein. Das Auto steuert sich so, wie man es von einem Dodge Charger erwartet, und das Fahrgefühl entspricht wieder dieser grandiosen Mixtur aus Arcade und Simulation.

Und wie schön das alles aussieht! Das kann ich nicht oft genug betonen. Das Flair des ländlichen Englands, das man durch etliche britische romantische Komödien eingetrichtert bekam, wird perfekt eingefangen. Bloß dass ihr hier mit einem Affenzahn durchbrettert und jederzeit die Natur auch abseits der Piste durchpflügen könnt. Doch ich muss mich aufs Rennen konzentrieren. Das beende ich auf Platz und bekomme dafür nicht nur Credits, sondern kann auch im Rang aufsteigen. So weit, so traditionell.

Die 4 Jahreszeiten

Doch wie läuft das nun mit den Jahreszeiten? Bekanntlich soll jeder Spieler, der Forza Horizon 4 spielt, die gleiche Jahreszeit erleben. Wenn also bei mir gerade Herbst ist, ist auch bei allen anderen im Spiel Herbst. Und jede Woche soll dann die Jahreszeit wechseln. Allerdings trifft das erst nach 5 bis 6 Stunden zu, erklärt uns Ralph Fullton, der Mann hinter diesem Spiel. Denn anfänglich seid ihr quasi alleine unterwegs und noch nicht an die Server gekoppelt.

Zunächst muss eine Einführung absolviert werden, die euch mit den Jahreszeiten vertraut macht. Ihr fangt im Sommer an und wenn eine bestimmte Anzahl an Influence-Punkten, so was wie Erfahrungspunkte, erreicht sind, kommt der Herbst. Dort muss dann auch eine bestimmte Anzahl an Punkten erreicht werden, bis der Winter ansteht. Erst wenn ihr alle Jahreszeiten einmal durchlaufen habt, geht’s auf die Server, wo dann die Jahreszeiten wöchentlich wechseln.

Im Herbst verändert sich etwa das Farbspektrum der Natur. Die Blätter werden bunt, es regnet außerdem öfter und dadurch entstehen mehr Pfützen. Das beeinflusst natürlich das Fahrverhalten. Und Gott, auch diese Pfützen sehen grandios aus!

Vier Wochen wird es dauern, bis man alle Jahreszeiten gesehen hat. Und alle vier Wochen soll etwas Besonderes passieren, das das laufende Jahr krönend abschließt. Wir rechnen mit dem einen oder anderen Event und neuen Inhalten.

Forza Horizon 4 - Official Commercial Trailer
Microsoft zeigt euch hier den langen Werbespot zum nahenden Rennspiel Forza Horizon 4.

Beim Fortschrittsystem hat Digital Playground einiges geändert: Bei Teil 3 wurden die Skills bekanntlich für die Spielfigur freigeschaltet und konnten dann für jedes Auto verwendet werden. Das ist jetzt anders. Nun hat jedes Auto seine eigenen Skills, die nur für dieses eine Auto freigeschaltet werden. Von dem, was ich gesehen habe, besitzt jedes Auto aber die gleichen freischaltbaren Skills.

Was sind das für welche? Zum Beispiel bringen sie den Punktemulitplikator auf Stufe 6 oder die Fähigkeit, dass die Skillchain, die man gerade durch waghalsige Manöver am Laufen hat, erst nach zwei Crashes auf null zurückgeworfen wird.

Diesbezüglich mache ich mir Sorgen, dass das zu grindlastig werden könnte – gerade wenn man gerne viele unterschiedliche Autos fährt. Aber erst längeres Spielen wird zeigen, ob meine Skepsis angebracht ist.

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