Test - Forza Horizon 2 : Regen im Paradies

  • One
Von Kommentieren

Das Horizon Festival wird wieder zelebriert. Allerdings nicht im sonnigen Colorado, sondern im nicht minder schönen Süden von Europa. Doch anders als in den Vereinigten Staaten von Amerika ziehen hier auch mal düstere Wolken auf. Ist das etwa ein Zeichen? Kann der Nachfolger des stylischen Rasers in die großen Fußstapfen treten, die Playground Studios vor zwei Jahren selbst hinterließ?

Das stylische Horizon Festival ist umgezogen - in großem Stil. Es findet nicht mehr länger in den USA statt, sondern ist nun in Europa beheimatet und größer als jemals zuvor. Sowohl in Frankreich als auch in Italien findet ihr Veranstaltungen und Knotenpunkte. Während die einen im mediterranen Flair feiern und die Musik genießen, machen die anderen in Traumautos die Straßen unsicher. Alle sind ausgelassen. Bis ein Fahrer seinen Lamborghini Huracàn gegen die Wand fährt. Aber selbst dann: Man lebt nur einmal! Kauft man sich halt einen neuen Schlitten.

Ihr nehmt als Fahrer am Horizon Festival teil. Doch ist dieses Mal einiges anders als noch vor zwei Jahren. Es gibt zwar immer noch hübsche Bändchen, die ihr um euer Handgelenk tragt, allerdings ist die eigentlich Meisterschaft anders organisiert. Auf den verschiedenen Horizon-Stützpunkten schreibt ihr euch für Rennserien ein. Gewinnt ihr 15, seid ihr im Finale des Festivals. Klingt eigentlich ganz einfach, oder?

Es ist auf jeden Fall schön, dass ihr euch nicht mehr den Restriktionen unterwerfen müsst. Jedes Auto ist einer bestimmten Meisterschaft zugeordnet. Von denen gibt es übrigens mehr als genug. Jedoch müsst ihr die Wagen nicht mehr einer bestimmten Leistungsklasse unterordnen. Das restliche Fahrerfeld passt sich euren Einstellungen an. Ihr müsst also nicht mehr wie im Vorgänger eifrig hin und her tunen, um an bestimmten Rennserien teilnehmen zu dürfen.

Querbeet

Mit der Fahrspaßliste steigt ihr in noble Karossen und versucht, bestimmte Herausforderungen zu meistern. Mal müsst ihr besonders flott von A nach B kommen, mal eine bestimmte Geschwindigkeit erreichen. Ein netter Zeitvertreib. Ebenso die Tempozonen. Ihr werdet wahrscheinlich die eine oder andere Stunde auf der Autobahn verbringen, um Temporekorde aufzustellen. Schließlich gibt es zu allem Ranglisten, die euch mit euren Freunden vergleichen. Dazu noch unzählige Schilder, die ihr zerstören dürft. Ihr habt wirklich mehr als genug zu tun.

Was die einzelnen Renntypen betrifft, geht es in Forza Horizon 2 vermehrt abseits der Straßen zur Sache. Die Cross-Country-Wettbewerbe machen enorm Spaß. Es herrscht Action pur, wenn ihr von Wegpunkt zu Wegpunkt brettert. Ganze Felder werden umgepflügt, Zäune gehen zu Bruch und Hügel katapultieren euch meterhoch in die Luft. Es wird gedrängelt, es wird geschoben. Auch abseits der Championships könnt ihr in der offenen Welt fahren, wohin ihr wollt. Dieser Schritt hat sich gelohnt, die Offroad-Ausflüge bereichern das Spielgefühl ungemein.

Natürlich gibt es auch wieder Scheunenfunde. Schon im ersten Teil war die Suche nach kultigen Automobilklassikern ein spaßiger Zeitvertreib. Zehn haben sich in der Welt von Forza Horizon 2 versteckt. Ein mageres Sümmchen, weitere Funde hätten dem Spiel nicht geschadet. Immerhin gibt es ein Auto mehr als im Vorgänger. Doch in den Showkämpfen schrumpft die Zahl sogar. Nur noch fünf spezielle Veranstaltungen gegen ungewöhnliche Gegner wie eine Kunstfliegerstaffel, einen Zug oder eine ganze Armada von Heißluftballons stehen auf dem Programm. Sie sind zwar toll inszeniert, trotzdem hätten gerne noch weitere ins fertige Spiel Einzug halten dürfen.

Es kommt nicht auf die Größe an

Von dreimal so viel Platz wie noch im ersten Teil sprachen die Entwickler im Vorfeld. So gesehen haben sie recht. Da ihr nicht mehr auf den Asphalt angewiesen seid, gibt es tatsächlich mehr Platz, um die vielen verschiedenen Fahrzeuge an ihre Grenzen zu bringen. Doch auch wenn das Straßennetz erweitert wurde, wirklich größer ist die Welt nicht geworden, sie wird einfach effizienter genutzt.

Was negativ auffällt: Im Gegensatz zum abwechslungsreichen Colorado des Erstlings lässt die Landschaft im neuen Teil etwas Abwechslung vermissen. Es gibt keine trockenen Wüsten und keine verschneiten Berge, alles erstrahlt in prachtvollem mediterranem Glanz. Da Playground Studio beim Maßstab ohnehin mogelt und sich Südeuropa nach seinem Geschmack gestaltet, hätte man es etwas mehr auf die Spitze treiben können. Colorado bot etwas mehr fürs Auge.

Immerhin bieten Italien und Frankreich viele verspielte Orte. Es gibt einen Flughafen für Drag-Rennen, ein Industriegebiet begrüßt Drift-Freunde mit offenen Armen und diverse Ruinen bieten sich prima für Verfolgungsjagden an. Auf einem Flussbett lässt sich mit Rallye-Fahrzeugen ungestört rasen und ein Schloss ist die ideale Kulisse, um Luxusschlitten abzulichten.