Test

FIFA 12

Endlich aktuell

  • PC

PC-Spieler hatten lange Zeit das Nachsehen, wenn es um FIFA ging. Bis 2009 bekam man immer noch die alte PlayStation-2-Engine aufgetischt. Auch spielerisch hinkte FIFA 10 auf dem PC seinen Konsolenpendants meilenweit hinterher. Erst mit dem letzten Teil war ein größerer Fortschritt zu sehen. Doch FIFA 11 auf dem PC war nichts anderes als FIFA 10 auf den Konsolen. Mit der aktuellen Ausgabe möchte EA Sports das bisher Versäumte endlich nachholen und den PC-Spielern das gleiche Erlebnis bieten wie den Konsoleros.

Bereits auf einem Event im Sommer, als EA Sports die PC-Version zum ersten Mal präsentierte, versprachen die Entwickler, dass diese inhaltsgleich mit den Konsolenvarianten sein werde. Letztere haben wir bereits ausführlich getestet, für sehr gut befunden und euch unsere Ergebnisse und Eindrücke in allen Details auf satten vier Seiten geschildert. Nun haben wir FIFA 12 auf dem guten alten Heimcomputer gespielt und können bestätigen: Diesmal braucht sich die PC-Version nicht zu verstecken. Das wird schon beim Starten deutlich, denn der Menüaufbau entspricht dem der Konsolenversionen. Jetzt könnte man kleinlich sein und meckern, denn natürlich sind die Menüs an die Konsolen angepasst und mit einem Controller – den wir zum Spielen empfehlen – besser zu bedienen als mit Maus und Tastatur. Auf dem PC sieht man so etwas nicht gerne, allerdings dürfte jeder FIFA-Fan darüber hinwegsehen, wenn er einmal ein Spiel mit seiner Lieblingsmannschaft bestritten hat.

Wie man es haben will

Auf den Konsolen wird euch auf dem Platz feinster Fußball geboten, wie wir schon herausfinden durften. Und das ist auf dem PC nicht anders. Ob Player-Impact-Engine, Tactical Defending oder Precision-Dribbling: Alles ist vorhanden. Zudem kommen PC-Zocker zum ersten Mal in den Genuss der Neuerungen, die FIFA 11 vergangenes Jahr für Konsolenspieler bereithielt, wie Personality Plus oder das überarbeitete Passsystem. Somit haben sie einen noch größeren Aha-Effekt als PlayStation- und Xbox-Besitzer. Da macht das Spielen doch gleich doppelt so viel Spaß.

Auch abseits des klassischen Rasengeschehens glänzt die PC-Version in allen Belangen. Auf Solospieler wartet der umfangreiche Karrieremodus, den man als Spieler, Manager oder Spielertrainer bestreiten kann. Wer online sein Glück versuchen möchte, bekommt mit Ultimate Team, Elf-gegen-elf-Partien und den Online-Ligen ein ordentliches Paket, mit dem man sich monatelang beschäftigen kann. Das Sahnehäubchen bildet dabei der Football Club, bei dem ihr für eure Lieblingsmannschaft Punkte sammelt. Dabei ist es egal, mit welchem Team ihr spielt oder welchen Modus ihr zockt.

FIFA 12 - Release-Event auf St. Pauli

Schöner kicken

Technisch gibt sich FIFA 12 keine Blöße. Die Spielermodelle sehen toll aus, die großen Stars erkennt man sofort wieder. Bei den kleineren Vereinen gibt es jedoch immer noch ziemlich viele Fratzen, die mal eben schnell im Editor gebastelt wurden. Dafür sind die Kicker hervorragend animiert. Auch die Beleuchtung und die Stadien sehen fantastisch aus, die Zuschauer allerdings könnten mittlerweile eine Schönheitskur vertragen. Trotz der guten Grafik sind die Hardware-Anforderungen nicht allzu hoch, die Ladezeiten sind kürzer als auf den Konsolen – und das trotz höherer Auflösungen. Optisch bekommen PC-Spieler also sogar ein klein wenig mehr serviert, während es beim Sound keine Unterschiede gibt: Die Kommentatoren haben teilweise dämliche Sprüche drauf und die Original-Fan-Gesänge sorgen für eine tolle Stadionatmosphäre.

Ein Ärgernis müssen PC-Spieler jedoch hinnehmen: Um FIFA 12 spielen zu können, wird EAs Origin benötigt, das im Prinzip genauso funktioniert wie Steam. Ihr müsst das Spiel online registrieren und an euren Account binden, was einen Weiterverkauf quasi unmöglich macht. Manch ein Spieler dürfte sich an diese Form von Kopierschutz gewöhnt haben, viele werden sich aber trotzdem darüber aufregen. Das Praktische ist: Ihr könnt das Spiel auf jedem beliebigen Rechner installieren, solange ihr auf diesem mit eurem Origin-Account angemeldet seid.

Fazit

Mit FIFA 12 erhaltet ihr auch auf dem PC den bisher besten Teil der Reihe mit enormem Umfang, toller Spielmechanik und der serientypisch dichten Fußballatmosphäre.Ich bin seit Jahren FIFA-Fan und habe es lange Zeit nur auf dem PC gespielt. Doch irgendwann ging mir der enorme Qualitätsunterschied zu den Konsolenversionen auf den Keks, weshalb ich mit FIFA 10 auf die PlayStation 3 umgestiegen bin. Doch nun könnte ich theoretisch wieder auf dem PC spielen, denn EA Sports hat es endlich gerafft und liefert auf dem Heimrechner das gleiche Erlebnis wie auf den Konsolen ab. Damit erhaltet ihr auch auf diesem System das bisher beste FIFA mit enormem Umfang, toller Spielmechanik und der serientypisch dichten Fußballatmosphäre. Wer Fan des Sports ist, muss hier zugreifen – sofern ihn der Online-Zwang nicht allzu sehr stört.

Überblick

Pro

  • neues taktisches Verteidigen, ...
  • neue Physik-Engine, ...
  • realistischere Spielmechanik
  • Originallizenzen
  • aufgebohrter Karrieremodus
  • viele Spielmodi
  • EA Football Club
  • verbesserte KI
  • höhere Auflösungen als auf Konsole

Contra

  • ... das Einarbeitung benötigt
  • ... die nicht frei von Bugs ist
  • unübersichtliche Menüs
  • hässliches Publikum
  • taktisch nicht so tief gehend wie PES
  • kleinere Bedienmacken
  • Origin- und Online-Zwang

Wertung

  • PC
    90
    %
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