Test - FIFA 07 : FIFA 07

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Drei Monate nach dem Ende der von Sönke Wortmann zum "Sommermärchen" erhobenen Weltmeisterschaft ist Fußballdeutschland wieder zurück auf dem Boden der Tatsachen angelangt: Statt Andrea Pirlo treibt Hans Sarpei den Ball durchs Stadion, statt tollem Angriffsfußball gibt’s dreckige Abwehrschlachten und statt Deutschland gegen Argentinien spielt Bielefeld gegen Cottbus. Kann quälender Bundesliga-Alltag grausamer sein? Ein Stück internationale Klasse gibt's derzeit einzig auf dem virtuellen Rasen zu bestaunen, wo sich Konami und EA Sports erneut um die Tabellenspitze duellieren. Wir haben 'FIFA 07' in seinem Trainingslager besucht und geben Auskunft über die spielerische Klasse!

Lassen wir zu Beginn einfach einmal die nackten Zahlen auf uns wirken: EA Sports' Fußball-Simulation erschlägt den gemeinen Fan in diesem Jahr mit insgesamt 27 Ligen aus 20 Nationen, 510 voll lizenzierten Mannschaften und über 10.000 detailgetreu nachgebildeten Originalspielern. Die offizielle Lizenz des Fußball-Weltverbandes ist nach wie vor ein echtes Faustpfand und verleiht dem Spiel eine unerreichte Authentizität. Die Spielerdatenbank datiert dabei auf den 27. August 2006. Alle Transfers, die bis zu diesem Zeitpunkt getätigt wurden, sind daher bereits im Spiel berücksichtigt. Mark van Bommel füllt das Vakuum im Mittelfeld der Bayern, Zlatan Ibrahimovic geht für Inter Mailand auf Torjagd und Tomas Rosicky verstärkt das pfeilschnelle Teamvon Arsenal London. Wer allerdings wie David Odonkor erst in letzter Sekunde den Verein gewechselt hat, läuft gezwungenermaßen noch im Jersey des alten Arbeitgebers auf.

Die Zukunft findet online statt

Abhilfe schafft die in der PlayStation-2- und Xbox-Version neu eingeführte Online-Aktualisierung. Verfügt die jeweilige Konsole nämlich über einen Zugang zum Internet, holt sich das Spiel automatisch die neuesten Daten aus dem Netz. Die Aktualisierungen beinhalten alle bereits vorgenommenen und kommenden Wechsel in den beiden Transferfenstern der Saison 2006/2007 sowie alle überarbeiteten Startaufstellungen, Formationen und Taktiken der im Spiel enthaltenen Vereine. Keine Frage, Entwickler EA Sports legt in diesem Jahr den Schwerpunkt verstärkt auf einen mächtig ausgebauten Onlinemodus. Auf Wunsch ruft ihr automatisch die neuesten Ergebnisse und News aus der Fußballszene ab oder messt euch in den so genannten interaktiven Ligen mit Gleichgesinnten über das Internet.

Das System, das hinter dem neuen Spielmodus steckt, ist so einfach wie genial: Die Spieler übernehmen jeweils ein Team einer der unterstützten Top-Ligen und spielen die Partien der Realität online nach. Tritt am siebten Spieltag etwa der Hamburger SV gegen Schalke 04 an, können alle Teilnehmer, die sich in EAs interaktiver Bundesliga für einen der beiden Kontrahenten entschieden haben, binnen zwei Tagen diese Partie auch online simulieren. Der Verein, der nach Ablauf des Zeitfensters die meisten Siege verbucht, erhält schließlich drei Punkte für die Tabelle. Auch ansonsten weiß die Onlinevariante sowohl auf der PlayStation 2 als auch auf der Xbox dank der guten Matchmaking-Software zu gefallen. Problematisch gibt sich zum jetzigen Zeitpunkt lediglich der Netzwerkcode. Ohne eine pfeilschnelle DSL-Leitung ist an ein flüssiges Spiel derzeit nicht zu denken.

Alles beim Alten

Bei den restlichen Spielmodi lässt sich 'FIFA 07' dagegen auf keine Experimente ein und serviert gewohnte Kost. Im Trainingsmodus macht ihr euch mit der Spielmechanik vertraut, in unverbindlichen Freundschaftsmatches geht's auch gegen internationale Gegner zur Sache und im Turniermodus strebt ihr nach Ruhm und Ehre. Im Managermodus führt ihr dagegen einmal mehr euren Lieblingsverein als Manager und Trainer durch die Saison. Die Neuerungen im Vergleich zur Vorjahresversion sind äußerst dürftig ausgefallen: Statt mit der fiktiven EA-Währung handelt ihr jetzt mit harten Euro, eine visuelle Simulation seziert den Spieltag Szene für Szene und im Verlauf des Jahres dürft ihr wie schon im Meisterliga-Modus der 'Pro Evolution Soccer'-Serie die Entwicklung eurer Spieler begleiten. Spielpraxis und gute Bewertungen wirken sich positiv auf die Entwicklung eures Jungjuwels aus, Verletzungen und ein Schicksal als ewiger Bankdrücker zementieren dagegen seinen Ruf als ewiges Talent. Ansonsten krankt die Spielvariante erneut an dem seichten Transfermodus und dem fehlenden Tiefgang. EA Sports interpretiert den Manageralltag ziemlich öde: Ticketpreise festlegen, im spartanischen Scouting-Menü nach neuen Talenten fahnden und sporadisch die Taktik für das nächste Spiel zurechtlegen. Viel mehr gibt es auch in diesem Jahr nicht zu tun. Ein Kritikpunkt, den wir schon bei der 06er-Ausgabe doppelt und dreifach unterstrichen haben.

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