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Forza Motorsport 2

Realistische Xbox-Raserei

  • X360

So wie sich die PlayStation- und Xbox-Fanboy-Lager seit Jahren beharken, so lieferten ’Gran Turismo’ und ’Forza Motorsport’ auch immer Zündstoff für langatmige Diskussionen und fieses Bashing. Mit ’Forza Motorsport 2’ wird nun eine weitere Runde im Konsolenkrieg eingeläutet, was aber die Rennspiel-Profis der Redaktion nicht davon abhält, einen umfangreichen Blick auf die uns vorliegende Preview-Version zu werfen.

Microsoft Racingschool

Die Entwickler haben ihr Ziel sehr hoch gesteckt und sich allerhand Features einfallen lassen, um endlich den Thron der Konsolensimulationen zu erklimmen, statt wie bisher nur auf dem Treppchen für den zweiten Platz zu landen. Nun ja, die Liste von mehr oder weniger innovativen Features klingt interessant, liest sich aber auch nicht allzu lang. So wurde eher Bestehendes verbessert oder, wie etwa die künstliche Intelligenz, komplett neu aufgerollt. Aber dazu später mehr.

Wer nie zuvor eine Rennsim gespielt hat, bekommt statt einer einschläfernden Präsentation und beinhartem Gameplay einen einsteigerfreundlichen Titel, der mit vielen Fahrhilfen und Erklärungen aus blutigen Anfängern absolute Auto-Nerds zu formen versucht. Seien es einfache Grundlagen, wie etwa das Unter- und Übersteuern, simple Lastwechsel oder komplexe Vorgänge, wie der Reifenverschleiß samt Temperaturänderungen und die aufs Gummi einwirkenden Radialkräfte, mit ’Forza Motorsport’ wollen die Entwickler mit der Zeit jedem Spieler all diese Dinge erklären und beibringen. Für Profis bietet sich hingegen das gewohnte Bild. Man schaltet einfach alle Fahrhilfen aus, schnappt sich das Fahrzeug seiner Wahl, um es anschließend noch etwas zu tunen und sich nach dem Einstellen des Fahrzeug-Setups sofort mit sehr schlauen KI-Gegnern oder menschlichen Spielern per Xbox Live und System Link zu messen.

Man hat hier den Spagat zwischen dem einfachen Einstieg und einer für Profis völlig offenen Plattform geschafft, und das ohne den Spieler erst mal durch ein paar Dutzend absolut nerviger und teils auch völlig sinnfreier Lizenztests zu prügeln. Gelernt wird einfach auf der Strecke in direktem “Feindkontakt“ mit der überaus klugen KI. Hier fahren die Kontrahenten einerseits Kampflinie, andererseits auch sehr zurückhaltend, was schon praktisch die Charaktereigenschaften der einzelnen Fahrer widerspiegelt. Bei Crashs rauscht die Meute zudem nicht in euch hinein, sondern bremst ab und umfährt diszipliniert den Unfallwagen. Das hat man bei ’Gran Turismo’ nach rund sechs Titeln noch nicht geschafft.

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