Test - Eizo Foris FS2434 : Der fast perfekte Spieler

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Eizo ist nicht nur Hoflieferant für viele Bildbearbeiter. Die Monitorschmiede überzeugte in der Vergangenheit mit Gaming-Mattscheiben wie dem Foris FS2333 oder der 240-Hz-Haubitze FG2421. Mit dem FS2434 verschiffen die Japaner einen weiteren 24-Zöller nach Europa, der eine starke Spieleleistung mit einer hohen Bildqualität vereinen will. Wie schlägt sich der Mischling?

Monitorhersteller entscheiden sich bei ihren verzockten Bildschirmen eigentlich für einen Weg. Entweder führt die Straße zu schnellen und schlierenfreien Bildern dank TN-Panels oder zu einer höheren Bildqualität mit der IPS-Technologie. Beides zu kombinieren ist schwierig, da irgendwo immer ein Kompromiss eingegangen werden muss. Eizo versucht mit dem FS2434 trotzdem, die Vorteile beider Lager zusammenzuführen. Oberstes Ziel: Ein für Spieler wichtiger, geringer Input-Lag, eine hübsche Bildqualität und geringe Reaktionszeiten. Für 290 Euro.

Herzstück des fast rahmenlosen Monitors bildet ein IPS-Panel mit Full-HD-Auflösung und 60 Hertz Bildwiederholfrequenz. Die Reaktionszeit soll bei 4,9 ms liegen (Grau-zu-Grau), was für IPS-Flimmerkisten ziemlich flott wäre. Als Sonderausstattung karrt der Spieleschlitten außerdem eine Fernbedienung für die Einstellungen an und verschiedene "Smart"-Funktionen, die euch Spieler bei der optimalen Bildauswahl dynamisch unterstützen sollen.

Kontaktfreudig und gelenkig

Am 5,2 kg leichten Gehäuse lauern Tasten für die Lautstärkeregelung der integrierten Boxen. Einstellungen funktionieren dagegen nur über die Fernbedienung oder Software - dafür aber schnell und intuitiv. Interessant ist auch das Leben auf der schlanken Rückseite: Neben zwei HDMI- und einem DVI-Anschluss könnt ihr seitlich zwei USB-3.0-Häfen sowie 3,5-mm-Klinken für euer Headset nutzen. Weil der Hub auf der rechten Seite liegt, kommt ihr allerdings nur bequem an die Ports, wenn der Monitor frei herumsteht. Ein DVI-Kabel legt Eizo übrigens genauso wie ein USB-3.0- und Audio-Kabel mit in den Karton, nicht aber eine HDMI-Leine.

Als sahniges Schnittchen entpuppt sich der schick dezente Bildschirm bei der Ergonomie. Den nur 1,6 bis 2,8 cm dünnen Spieler könnt ihr nicht nur um bis zu 6,5 cm in der Höhe verstellen, sondern auch über die Drehscheibe im stabilen Standfuß nach links und rechts um satte 170 Grad drehen. Die Neigung reicht von einem Grad nach vorne bis hin zu 28 Grad nach hinten. Wer auf den vorbildlichen Fuß verzichten möchte, kann den FS2434 auch an die Wand werfen - unterstützt wird die VESA-Wandhalterung mit 10 cm Schraubenabstand. Lediglich die Höhenverstellung erweist sich als schwergängig und bockig, sodass eine exakte Einstellung nur mit sehr viel Ausprobieren erreicht werden kann.

Software: die unfaire Erleuchtung

Den Aufpreis will Eizo auch durch Software-Extras rechtfertigen. Dazu gehört die umfangreiche Software G-Ignition, mit der ihr alle erdenklichen Bildeinstellungen per Mausklick anpassen und in Profilen speichern könnt. Diese Profile lassen sich übrigens auch teilen. Für die Aufhellung von dunklen Szenen, um beispielsweise Feinde besser sehen zu können, bringt der mattschwarze Kasten Smart Insight mit. In fünf Stufen lässt sich Insight einstellen und macht dunkle Stellen tatsächlich besser sichtbar, ohne nervig zu überblenden. Smart Resolution schärft derweil das Bild nach, um Objekte im Spiel besser unterscheidbar zu machen. Es ist zwar nicht ganz so praktisch wie Insight, aber durchaus hilfreich. In den höchsten Stufen wirken sich dagegen beide Funktionen negativ auf die Bildqualität aus.

Gerade in Shootern kann Insight als unfair bezeichnet werden. Fiese Feinde, die in dunklen Ecken auf ihre Beute warten, werden in den höheren Aufhellungsstufen gnadenlos ertappt.

Bildqualität: selbst für IPS richtig gut

Es ist nicht nur die relativ gute, aber nicht optimale Entspiegelung, die für eine hervorragende Bildqualität spricht. Das IPS-Panel überzeugt mit einem sehr hohen Kontrastverhältnis, durch die Bank weg äußerst stabilen Blickwinkeln und kräftigen Farben. Die voreingestellten Modi wirken überdurchschnittlich gut kalibriert, gerade Spieler dürften sich für "Dark scene" und "Light scene" interessieren. Weil sich der FS2434 auch sehr gut für Multimedia eignet, liefert er passende Modi für Filme oder zum Lesen. Den sRGB-Farbraum trifft der Bildschirm dagegen nur lückenhaft, Bildbearbeiter sollten lieber einen anderen Monitor nehmen.