Preview - Dungeon Lords : Dungeon Lords

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In der Spielwelt trefft ihr natürlich auch auf zahlreiche NPCs, deren Zahl durchaus in die Hunderte gehen soll. Dabei gibt es auch verschiedene Gruppierungen, mit denen ihr euch anfreunden oder es euch verderben könnt. Generell haben eure Aktionen großen Einfluss auf das Verhalten der Charaktere in der Spielwelt. NPCs können mitunter auch angeheuert werden, verfolgen dabei aber dennoch ihre eigenen Ziele. Heuert ihr einen Dieb an, um an ein seltenes Artefakt zu gelangen, kann es durchaus passieren, dass der Dieb sich mit besagtem Artefakt aus dem Staub macht.

Gut gerüstet in actionreiche Kämpfe

Während ihr allgemein eher klassische Quests absolviert und damit die genretypischen Elemente nicht verlasst, so gibt sich der Kampf gegen die zahlreichen Gegner etwas ungewöhnlicher und gewöhnungsbedürftiger. Wie schon erwähnt, steuert ihr euren Charakter mit der Tastatur aus der Third-Person-Perspektive und nutzt die Maus zum Umschauen und Benutzen von Gegenständen. Im Kampf bekommen die Richtungstasten aber eine neue Funktion und dienen dazu, verschiedene Arten von Schlägen und Kampfmanövern in Verbindung mit den Maustasten auszuführen, nicht ganz unähnlich der Lösung, die in 'Gothic 2' zur Anwendung kam. Ob das im finalen Spiel sauber funktioniert, bleibt abzuwarten, wir hatten den Ersteindruck, dass die Kampfsteuerung etwas sperrig ist und Eingewöhnung benötigt. Ein Trost: es soll auch eine vereinfachte Kampfsteuerung für Einsteiger geben, die automatisch den sinnvollsten Schlag einsetzt. Schön umgesetzt ist das Parieren von Angriffen, das nicht so sehr auf Zufall und Glück beruht, sondern wirklich auf gut getimten Tastendruck.

Als Belohnung für eure Kämpfe bekommt ihr neben Erfahrung natürlich auch stapelweise Ausrüstung. Über 1000 Gegenstände und Waffen werden im Spiel enthalten sein, mit denen ihr euren Recken aufpolieren könnt. Interessanterweise gibt es keine Sperren, was die Nutzung der Ausrüstung angeht. So kann der Magier durchaus auch eine Kettenrüstung anziehen und mit der Axt herumfuchteln. Allerdings gibt es für Gegenstände, deren Anwendung ihr nicht beherrscht, derbe Abzüge und Penalties. Schnappt sich der Zauberer also die Zweihandaxt, so könnt ihr davon ausgehen, dass die Trefferquote im Kampf ins Bodenlose absackt.

Düstere Dungeons und grunzende Gegner

Kommen wir letztendlich noch zu Grafik und Sound des Spektakels. Rein optisch bietet 'Dungeon Lords' sehenswerte Umgebungen, die mit viel Liebe zum Detail umgesetzt werden, auch wenn die Engine sicher nicht mit aktuellen 3D-Engines mithalten kann. Für Rollenspiel-Maßstäbe wird dennoch Ansehnliches geboten, wobei auch eine animierte Vegetation, dynamische Tag-/Nachtwechsel und Wettereffekte nicht fehlen. Die Gegner sind hübsch animiert und bieten ebenfalls eine Menge Details. Etwas zu bemängeln war, dass die gezeigten Umgebungen allesamt sehr dunkel wirkten, was hoffentlich im finalen Spiel nicht so durchgängig der Fall sein wird. Erfreulich ist auch, dass die zahlreichen Dungeons nicht zufällig generiert werden, sondern in Kleinarbeit von Hand erstellt wurden. Die Magieeffekte sehen sehr schick aus.

Die Soundkulisse bietet epische Hintergrundmusik und jede Menge Sprachausgabe und Geräusche, wobei bisher der Sound jedoch einen etwas dumpfen Eindruck macht, was allerdings an den bei den Präsentationen verwendeten Lautsprechern liegen kann. Die Auswirkung von bestimmten magischen Effekten ist übrigens nicht nur sichtbar, sondern auch hörbar. Ein Charakter, der durch giftigen Nebel stapft, fängt gut vernehmlich an zu husten und ist vorerst im Kampf nicht einsatzfähig.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
'Dungeon Lords' versucht, klassisches Rollenspiel mit actionreichen Kämpfen zu vermischen, was auf den ersten Blick auch gelungen wirkt. Gespannt bin ich aber vor allem auf die Spieltiefe, für die Bradley ja eigentlich bekannt ist, und auf die Frage, ob die vielen optionalen Möglichkeiten, die dem Spieler Freiheiten bieten und sowohl Einsteiger als auch Profis ansprechen sollen, letztendlich nicht etwas zu viel sind und das Spiel verwässern. Noch viel spannender ist allerdings die Frage, ob Heuristic Park den Koop-Modus tatsächlich in den Griff bekommt, denn der bietet konzeptionell immense Risiken und Probleme. Sollte das alles gelingen, steht einem echten RPG-Highlight nichts mehr im Wege und die langen Herbst- und Winterabende sind gesichert.

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