Preview - Donkey Kong Country: Tropical Freeze : Familienbande

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Alles an diesem Spiel ist so niedlich. Donkey, Diddy, Dixie und Cranky Kong sehen dank ausgereifter Fellanimation zum knuddeln aus. Kleine Pinguine watscheln umher, Eulen flattern gegen ihr eigenes Körpergewicht an und die pummeligen Hummeln wirken so unbeholfen. Ach ist das alles süß. Zumindest auf den ersten Blick. Doch schon nach den ersten Abschnitten zeigt Donkey Kong Country: Tropical Freeze seine hässliche Fratze. Das hier ist kein Kindervergnügen wie Super Mario 3D World oder Rayman Legends. Der Nachfolger zu Donkey Kong Country Returns ist alles andere als ein Selbstläufer. Wer diesen Geschlickkeitstest bestehen will, braucht ein stabiles Nervenkostüm. 

Donkey Kong Country Returns war schwer. Teils sogar bockschwer. Nun hätte man denken können, dass Nintendo und die Retro Studios auf die Beschwerden einiger Fans eingehen, um niemanden zu vergraulen. Doch weit gefehlt. Tropical Freeze bietet bereits in der ersten von sechs Welten eine stattliche Herausforderung, die mit zunehmenden Fortschritt immer größer wird. Moderne Jump'n'Runs legen zunehmend hohen Wert auf einen angenehmen Spielfluss und kreatives Level-Design. Tropical Freeze setzt den Fokus hingegen auf hohen Anspruch, jedoch ohne Einbußen in der Gestaltung der Schauplätze hinzunehmen. Für manch einen mag das zu hohes Frustpotenzial bergen, andere klopfen sich hingegen auf die stolzgeschwellte Brust, wenn ein Level gemeistert und alles gesammelt wurde.

Erneut könnt ihr euch auf die Suche nach Puzzleteilen und KONG-Buchstaben machen und dadurch Extras freischalten. Und davon gibt es reichlich. Die bisherigen Abschnitte mögen gefühlt länger als bei Rayman oder Mario sein, enden aber stets rechtzeitig, so dass Langeweile nicht zum treuen Begleiter wird. Der Abwechlsungsreichtum hat bis dato auf jede Fall gestimmt. Es wird nicht nur eine optisch große Bandbeite an Gegnern sowie Landschaften geboten. Auch spielerisch macht Tropical Freeze den bisherigen Eindrücken nach einen vielversprechenden Eindruck. Mal hüpft ihr auf Wackelpudding umher oder löscht eine in Brand gesteckte Savanne. Der Titel reduziert das Geschehen nicht nur auf bloßes Rennen und Springen, sondern setzt auch immer wieder neue Akzente.

Platsch!

Die im Vorgänger sträflich vernachlässigten Wasser-Level feiern in Tropical Freeze eine Rückkehr. Um euch das Leben noch ein wenig schwerer zu machen, besitzt die Affenbande eine Sauerstoffanzeige, die sich zunehmend leert. Abhilfe leisten da nur aufsteigende Luftblasen, die an bestimmten Stellen auftauchen. Egal ob zu Land oder zu Wasser: Die Steuerung ist wunderbar präzise. Wer mit dem Wii U GamePad spielt, kann fortan die Rolle ohne Bewegungseingabe ausführen. Damit gehören die ungewollte Rolleninsätze aus Donkey Kong Country Returns der Vergangenheit an. Der kooperative Modus bleibt weiterhin ein zweischneidiges Schwert. Zwar behindert ihr euch nicht gegenseitig, doch ein zweiter Mitspieler macht vieles schwerer statt einfacher. Hier sind zwei gute Spieler vonnöten, um die unterschiedlichen Aufgaben zu bewältigen.

Loren- und Flugfass-Level sind erneut mit von der Partie und erfordern nach wie vor schnelle Reaktionen. Die Loren-Abschnitte sind im Gegensatz zum Vorgänger jedoch etwas komplexer geraten. Durch einen leicht schrägen Kamerawinkel nehmt ihr die Dreidimensionalität des Raumes stärker wahr. Das erlaubt mehrere parallel verlaufenden Schienen. Um das Ende zu erreichen, müsst ihr also zwischen den einzelnen Schienen wechseln, um einer Vielzahl an Hindernissen auszuweichen.

Donkey Kong Country: Tropical Freeze - Official Gameplay Trailer
Donkey Kong Country: Tropical Freeze ist noch aufgeflippter als der Vorgänger.

Verwandtschaftverhältnisse

Neu ist auch die größere Anzahl an spielbaren Charakteren. Ab sofort sind auch Dixie und Cranky Kong Teil der Charakterriege. Dixie ist dank ihrer Haarpracht in der Lage kurz zu schweben und dadurch an Höhe zu gewinnen. Höher gelegene Plattformen sind somit um ein vielfaches leichter zu erreichen. Cranky greift hingegen wie Onkel Dagobert aus Ducktales Remastered auf seinen Gehstock zurück, um wie ein Flummi durch die Gegend zu hüpfen. Stachelige Untergründe stellen für den alten Greis somit keine Herausforderung dar. Um jedes Geheimnis zu erforschen, müsst ihr gelegentlich auf die individuellen Fähigkeiten der vier Affen zurückgreifen.

Zudem verfügen zwei Affen im Verbund über eine Spezialfähigkeit, die alle Gegner auf dem Bildschirm attackiert. Die Wirkung wird durch die Kombination der Spielfiguren bestimmt und verwandelt eure Widersacher beispielsweise in Extra-Leben oder Bananenmünzen. Die Münzen tauscht ihr gegen Items ein, die euch bei euren Abenteuern unter die Arme greifen.

Fazit

David Kepler - Portraitvon David Kepler

Fazit: Donkey Kong Country: Tropical Freeze verhält sich zu Donkey Kong Country Returns wie Rayman Legends zu Rayman Origins. Es baut auf den zuvor etablierten Stärken des Vorgängers auf und setzt kleine, aber wichtige Akzente. Die Schauplätze bieten mehr Abwechslung – sowohl in spielerischer als auch optischer Hinsicht. Die Steuerung ist tadellos und so präzise wie es bei einem Spiel dieser Art sein muss. Der hohe Anspruch der an euch gestellt wird, mag den einen oder anderen vielleicht abschrecken. Doch dafür ist die anschließende Befriedigung, wenn ihr eine schwere Stelle gemeistert habt, um ein Vielfaches größer, als bei Genrekollegen. Donkey Kong: Tropical Freeze wird aller Voraussicht nach nicht im Schatten von Mario und Rayman stehen, sondern aus diesem heraustreten.  

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