Preview - Dishonored 2: Das Vermächtnis der Maske : Besuch in der Clockwork Mansion

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Originelle Fertigkeiten

Unsere Helden verfügen natürlich erneut nicht nur über weltliche Mittel, sondern dank des Outsiders auch über übernatürliche Fertigkeiten. Diese können wie gehabt mittels Runen und Bonecharms freigeschaltet und aufgewertet werden. In dem noch recht frühen Level war nur ein Teil der Skills freigeschaltet, aber wir konnten uns zumindest einen ersten Eindruck von ihnen verschaffen.

So kann sich Corvo wie im Vorgänger mit „Blink“ über gewisse Distanzen teleportieren. Dadurch könnt ihr höher gelegene Ebenen erreichen oder euch flink hinter einen Gegner teleportieren. „Zeit verlangsamen“ entpuppte sich als ungemein nützlich im offenen Kampf gegen harte Gegner. Mit „Windblast“ wiederum holt ihr nicht nur ganze Feindesgruppen von den Füßen, sondern könnt mitunter auch Türen aufbrechen.

Emily hingegen kann mit „Domino“ Gegner markieren. Was sie dem einen Gegner antut, passiert automatisch auch allen weiteren markierten. Mit „Shadow Walk“ wird sie quasi zu einem sich bewegenden Schatten, der von Opponenten schwerer entdeckt wird. „Far Reach“ ist das Gegenstück zu Corvos Teleport - mit dem kleinen Vorteil, dass Emily damit auch Objekte greifen und zu sich ziehen kann. Da die Fertigkeiten allesamt Energie kosten, lohnt es sich, damit ein wenig hauszuhalten.

Praktisch gesehen war die Spielmechanik der beiden Charaktere allerdings sehr ähnlich, zumal sie auf ein nahezu identisches Arsenal zurückgreifen. Es wird noch spannend zu sehen, ob die Unterschiede größer werden, wenn alle Fertigkeiten freigeschaltet und ihre Upgrades sowie die passiven Fähigkeiten weiter fortgeschritten sind. Beide Charaktere machen aber eine Menge Laune und motivieren zusätzlich zu den vielfältigen Wegen dazu, Dishonored 2 mehr als einmal zu spielen.

Es bleiben noch Fragen offen

Abzuwarten bleibt, ob die Story und ihr Verlauf das ebenfalls unterstützen. Wir hatten jedenfalls selbst beim dritten Spielen der Clockwork Mansion noch keine Langeweile, sondern eher Lust, neue Wege zu suchen. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass es in den Umgebungen viel Nützliches gibt, darunter Munition, Handwerksressourcen, Informationen und Sammelobjekte. Bonecharms und Runen, die unsere Fertigkeiten verbessern, können übrigens wieder mit einem schlagenden Herz aufgespürt und markiert werden.

Wie man dann zu dem jeweilige Versteck gelangt, erfordert aber zum Teil viel Erkundungswillen und Experimentierfreudigkeit. Auf der Suche nach einem Bonecharm entdeckten wir zudem unzählige Wege, die uns vorher entgangen waren. Nachdem wir bei den ersten beiden Durchgängen doch recht ähnliche Wege genutzt hatten, war das ein echter Augenöffner, der uns lehrte, auf Kleinigkeiten in der Umgebung zu achten. Wer das Spiel richtig genießen will, sollte also mit offenen Augen und einem gewissen Einfallsreichtum zu Werke gehen. Wenn dieses Niveau im ganzen Spiel gehalten wird, kann man das Level-Design nur als überragend bezeichnen.

Ebenfalls abzuwarten bleibt, wie letztendlich die Balance des Schwierigkeitsgrades aussieht. Dishonored hatte gerade zum Ende hin das Problem, dass es im Grunde zu einfach wurde - erst recht, wenn man mehr oder minder alle Nebenaufgaben erledigt hatte. Die angespielte Version ist kein Maßstab, da die Schwierigkeit etwas abgesenkt wurde, was uns aber nicht daran hinderte, doch einige Male ins Gras zu beißen. Und natürlich sind wir gespannt darauf, was uns in Karnaca noch alles erwartet, wie offen die Umgebungen sind und was Missionen und Story noch hergeben.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Spielerische Freiheit in wunderschönem Ambiente

Dishonored 2 steht schon lange auf meiner Einkaufsliste für dieses Spielejahr. Die spielerischen Freiheiten und das wunderbare Art Design konnten mich schon beim Erstling problemlos fesseln. Natürlich schweben über einem Sequel immer einige Fragezeichen: Kann es dem Vorgänger gerecht werden? Gibt es zu viele negative oder zu wenig positive Neuerungen?

Die Anspielsitzung in der Clockwork Mansion hat aber den Zweifel weitgehend beiseitegefegt. Die spielerische Freiheit ist unter anderem auch dank des cleveren Level-Designs erneut auf einem enorm hohen Niveau, egal, ob ihr gewaltsam oder still und leise vorgeht. Art Design und grafische Gestaltung sind vom Feinsten und das Gameplay flutscht nach kurzer Eingewöhnung, als ob man Corvos Spielwelt nie verlassen hätte.

Natürlich bleiben nach einem etwas begrenzten spielbaren Abschnitt noch viele Fragen offen. Wird das Gameplay von Corvo und Emily noch etwas differenzierter? Wie offen ist letztendlich die laut Karte enorm große Spielwelt? Wird das Spiel zum Ende hin wieder viel zu leicht, weil die Kräfte unserer Helden zu stark sind? Ich bin gespannt, aber mein Vertrauen in die Entwickler ist sehr groß. Dishonored 2 könnte tatsächlich ein Titel werden, der zumindest für mich das restliche Spielejahr trotz einiger Highlights verblassen lässt.

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