Test - Devil May Cry : Devil May Cry

  • PS2
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Devil May Cry
Nur noch schnell den Schalter aktivieren.

Nach Erfüllung jedes Auftrags wird eine Zusammenfassung angezeigt, die eure Leistung in Form eines Rankings bewertet. Je besser dieses Ranking ist, desto mehr rote Steine bekommt ihr als Bonus und könnt eure Fähigkeiten dementsprechend schneller entwickeln. Leider sind die einzelnen Abschnitte nicht sehr lang, so dass sich die kürzesten unter fünf Minuten bewältigen lassen, wobei die längsten um die zwanzig Minuten liegen. Wer sich also etwas ranhält, wird das Böse schneller zurück in die Hölle geschickt haben, als ihm lieb ist. Wer Spass daran hat, kann danach jedoch noch versuchen den 'Hard'- oder 'Dante must Die'-Modus freizuspielen.

Allerlei Aufgaben
Bis es allerdings soweit ist, gibt es natürlich noch einiges zu erledigen. In allen Aufträgen müsst ihr nämlich irgendeinen Gegenstand besorgen, den es an einen bestimmten Ort zu schaffen gilt. Dass dies nicht immer leicht ist, versteht sich von selbst. Damit ihr nämlich zu den entsprechenden Objekten kommt, wollen verschiedene Rätsel gelöst werden, die von simplen Schaltern bis hin zum Finden versteckter Lifte und Passagen reichen. Komplizierte Kombinationen sind dabei allerdings nicht nötig und die Rätsel sind durchwegs fair - wer nicht gerade ein Adventure-Anfänger ist, sollte mit den Aufgaben eigentlich nicht in grössere Schwierigkeiten geraten. Normale Schlüssel müsst ihr dabei selten finden, dafür aber ab und zu ein paar Sprungeinlagen einlegen, um an den gewünschten Ort zu gelangen.

Eure Gegner sind natürlich nicht gerade begeistert davon, dass ihr euch ihrem Herrn Mundus entgegenstellt und setzen einiges daran, euch den Garaus zu machen. Während ihr es zu Beginn noch mit ziemlich einfach zu besiegenden Marionetten-Kämpfern zu tun habt, warten später Lavaspinnen, mutierte Echsen und fliegende Hexen mit Riesenscheren auf euch. Daneben müsst ihr aber auch gegen mächtige Boss-Gegner antreten, die teils nur aus einer glibberigen undefinierbaren Masse zu bestehen scheinen und deren Schwachpunkt zuerst gefunden werden will.

Devil May Cry
Wenn das keine Falle ist ...

Augenschmaus
Grafisch ist 'Devil May Cry' ein Leckerbissen. Zum einen sind die verschiedenen Stages sehr schön gemacht: Einmal lauft ihr durch altes Schlossgemäuer, ein anderes Mal sucht ihr euch den Weg durch die Unterwelt, springt über Lavaströme oder rennt an gähnenden Abgründen vorbei. Anders als zum Beispiel bei 'Onimusha Warlods' werden alle Hintergründe in Echtzeit berechnet, was vor allem in den cinematischen, wechselnden Kamerawinkeln zur Geltung kommt. Allerdings dürft ihr die Perspektive nicht selbst bestimmen oder nachjustieren, wodurch zuweilen die Übersicht etwas leidet. Trotz der detailliert gestalteten Umgebung bleibt Framerate ständig konstant und auch Ladezeiten gibt es kaum. In ruckelfreien Animationen hetzt Dante durch die verschiedenen Abschnitte seines Abenteuers und kämpft mit den ebenfalls tadellos in Szene gesetzten Gegnerscharen.

Bei Auseinandersetzungen haben es dann auch die Effekte in sich: Lichtblitze und Feuerstösse fliegen durch die Luft, Patronenhülsen fallen funkelnd zu Boden und das Blut spritzt bei getroffenen Gegnern nur so durch die Luft, bevor sie endgültig verschwinden. Daneben lassen sich auch viele Einrichtungsgegenstände in ihre Einzelteile zerlegen. Weiter sind auch die Cutscenes sehenswert, welche die Handlung immer wieder vorantreiben und den Schauplatz lebendiger wirken lassen.

Devil May Cry
Angriff ist die beste Verteidigung.

Technisches
Auch die Steuerung eures Helden ist gelungen, wobei die Kameraführung stark an diejenige von beispielsweise 'Resident Evil - Code: Veronica X' erinnert. Wie in einem Spielfilm wechselt die Perspektive ständig zwischen den verschiedenen Kameras, der Sicht im Wege stehende Objekte werden kurzerhand transparent. Lediglich Unterwasser wird in eine Ego-Perspektive geschaltet, so dass die Orientierung leichter fällt.

Danben kann auch der Sound gefallen, wobei vor allem die markigen Sprüche den Helden sympathisch machen. Wer wagt es schliesslich schon, vor einem haushohen Gegner stehend, sich noch über diesen lustig zu machen? Sobald ihr in die Nähe von Feinden geratet und ein Kampf bevorsteht, wechselt die Musikuntermalung und gibt dem Spiel einen drängenden Touch, der die packende Atmosphäre zusätzlich unterstützt.

Schade, dass wie schon so oft die Europäer benachteiligt werden, denn leider trüben auch in diesem Titel die PAL-Balken den Gesamteindruck. Die Proportionen werden dadurch etwas verzerrt. Zudem scheint auch Dante etwas langsam zu rennen. Dafür hat man immerhin die coole englische Sprachausgabe belassen und dem Spiel deutsche Untertitel spendiert.

 

Fazit

von Ronny Mathieu
Schnell, heftig und kurz - so in etwa lässt sich 'Devil May Cry' umschreiben. Perfekt in Szene gesetzt, schiesst und prügelt sich Dante durch die verschiedenen schön gemachten Schauplätze, metzelt Horden von dunklen Schergen nieder und schickt dicke Boss-Gegner zurück in die Hölle. Unterstützt wird das ganze durch atmosphärischen Sound und toll aussehenden Spezialeffekten. Die Steuerung ist gelungen und macht eigentlich keine Probleme, die Ladezeiten sind kurz und die Aufgaben abwechslungsreich. Leider ist der ganze Spass trotz anspruchsvollem Schwierigkeitsgrad viel zu schnell zu Ende und die PAL-Balken stören etwas. Wer Spass an actionbreichen, cool inszenierten Horror-Adventures hat, sollte sich den Titel aber getrost zulegen.  

Wertung

  • PS2
    90
    %

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