Test - Crusader Kings : Crusader Kings

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Paradox Entertainment hält mit 'Crusader Kings' den nächsten Strategietitel bereit, der in die gleiche Richtung der verwandten Genre-Kollegen 'Europa Universalis' oder 'Hearts of Iron' geht.

Paradox Entertainment hält mit 'Crusader Kings' den nächsten Strategietitel bereit, der in die gleiche Richtung der verwandten Genre-Kollegen 'Europa Universalis' oder 'Hearts of Iron' geht. Doch was hat sich gegenüber den besagten Spielen alles geändert?

Familienbanden und Intrigen

Diesmal schicken euch die Entwickler in das europäische Mittelalter und bieten insgesamt drei verschiedene Szenarien. Diese reichen von der legendären Schlacht von Hastings bis hin in die frühe Epoche der Renaissance. Vor dem Start gilt es zunächst, einen der zahlreichen Herrscher für seine folgende Partie auszuwählen. Diese besitzen allesamt unterschiedliche Werte in Kategorien wie Diplomatie oder Intrigieren - danach richten sich auch ihre Stärken und Schwächen. Im Laufe des Spiels entwickelt sich euer virtuelles Ebenbild immer weiter und gewinnt somit an Tiefgang und Individualität. Des Weiteren könnt ihr euch von jedem Charakter eine detaillierte Familienhistorie samt Stammbaum anschauen, was für die eine oder andere taktische Entscheidung nicht gerade unwichtig ist. Die zahlreichen Verbandelungen der Familien legen das passende Fundament für hinterlistige Intrigen. Abwechslungsreiche Spielziele sucht man jedoch vergebens. In jeder Runde gilt es, bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in punkto Prestige und Ruhm an erster Stelle zu stehen und somit seine Widersacher auszustechen.

Beginnend mit eurer eigenen kleinen Provinz fangt ihr damit an, euren Machtbereich nach und nach auszudehnen, Armeen auszubauen, Technologien zu erforschen und die Steuern einzutreiben. Leider sind die direkten Interaktionsmöglichkeiten mit den anderen Ländereien etwas eingeschränkt, was vor allem in Bezug auf das Handling etwas ungewohnt ist. Dies ist aber eigentlich noch das kleinere Problem.

Wer soll das spielen?

Allgemein muss man einen großen Tadel an die Entwickler aussprechen, was die Zugänglichkeit und Einsteigerfreundlichkeit angeht. Ein einführendes Tutorial sucht man genauso vergebens wie eine ausführliche Ingame-Hilfe, die vor allem Genre-Anfänger richtungweisend an die Hand nimmt. Man wird sofort ins kalte Wasser geworfen und muss sich durch die nicht gerade übersichtlichen und selbsterklärenden Menüs hangeln, ohne zu wissen, was man eigentlich genau macht. Ein Großteil der Möglichkeiten bleibt den meisten Spielern somit komplett verwehrt. Nur durch wildes Herumprobieren werden viele Spieler nach und nach herausfinden, wie man gezielt und effektiv vorgeht. Hinzu kommen zahlreiche Bugs, die beispielsweise das komplette Game regelmäßig abstürzen lassen. Zusammen mit der teilweise ärmlichen KI ergibt sich eine nicht sonderlich wohlschmeckende Kombination, die auch den absoluten Hardcore-Strategen sauer aufstoßen wird. Hoffentlich wird hier schon bald mit einem umfangreichen Patch nachgebessert. Der Multiplayer-Modus ist dagegen insgesamt gesehen recht ordentlich gelungen.

Technisch präsentiert sich 'Crusader Kings' in einem schon recht angestaubten Gewand, das nur wenige Glanzlichter mit sich bringt. Vor allem die veraltete Weltkarte darf mittlerweile ruhig mal den Schritt in Richtung 3D wagen und der Sound ist ebenfalls etwas schwach auf der Brust.

Fazit

André Linken - Portraitvon André Linken
'Crusader Kings' ist für Hardcore-Strategen sicherlich mehr als nur einen Blick wert. Alle anderen sollten aber aufgrund der mangelnden Zugänglichkeit und der nervigen Crash-Bugs eher die Finger davon lassen.

Überblick

Pro

  • komplexe Strategien
  • nahezu offene Partien
  • netter Multiplayer-Modus

Contra

  • fehlendes Tutorial
  • keine Einsteigerhilfen
  • umständliche Menüführung
  • Spieltiefe erschließt sich nur Profis
  • nervige Bugs

Wertung

  • PC
    69
    %

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