Preview - Conflict: Vietnam : Conflict: Vietnam

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Nach zwei Golfkrieg-Szenarien schickt die ’Conflict’-Reihe die PS2- und Xbox-Spieler in den Vietnam-Krieg. Was der Taktik-Shooter 'Conflict: Vietnam’ alles zu bieten hat, haben wir anhand einer Preview-Fassung der Xbox-Version in Erfahrung gebracht.

In the army now

Trotz oder gerade wegen des brisanten Golfkrieg-Themas avancierten die beiden ’Conflict: Desert Storm’-Spiele zu erfolgreichen Titeln. In der dritten Episode gibt es zwar wieder ein umstrittenes Kriegsszenario, es liegt aber etwas länger zurück – die Rede ist natürlich vom Vietnam-Konflikt. Die Story behandelt die gemeinsamen Kriegserlebnisse der vier US-Soldaten Ragman, Junior, Hoss und Cherry. Sie kämpfen in Vietnam im Jahre 1968 während der Tet-Offensive um das tägliche Überleben. In verschiedenen Missionen stellen sie sich den Vietcongs sowie der grünen Hölle, dem dichten und schweißtreibenden Dschungel.

Neuer alter Konflikt

Auf den ersten Blick hat sich am Spielkonzept kaum etwas verändert. Wie bereits in den beiden Vorgängern steuert ihr einen von vier Soldaten aus der Thirdperson- oder Ego-Perspektive, während ihr den anderen Kameraden Befehle geben und jederzeit die Kontrolle über einen der anderen Kämpfer übernehmen könnt. Meist ist es am vorteilhaftesten, wenn euch eure Kumpels einfach nachlaufen und selbständig auf Feinde achten. Besonders überzeugt das erste Level, das einen perfekten Einstieg ins Spielgeschehen bietet. Der Spielcharakter kommt im US-Camp an und kann das Areal frei erkunden, diverse Haupt- sowie Nebenaufgaben ausführen sowie an Trainingseinsätzen teilnehmen, die einem wiederum die Kniffe der Steuerung beibringen. Das ist auch durchaus nötig, denn die Steuerung ist recht komplex ausgefallen. Während das Schiessen und Bewegen wie in einem typischen Shooter gehandhabt wird, fallen die Team-Kommandos und die Item-Verwaltung etwas umständlicher aus. Leider zeigt sich dann auch in den richtigen Gefechten, dass das Hantieren mit Waffen und Ausrüstungsgegenständen und das Erteilen von Befehlen in der Kampfhektik nicht so ganz perfekt funktioniert. Das wichtigste Item der Soldaten ist das Medipack. Mit diesem könnt ihr die Energie des gerade ausgewählten Kämpfers auffrischen oder eure Team-Kameraden versorgen. Falls einer der Soldaten alle Energie verliert und kampfunfähig zu Boden geht, müsst ihr ihn in kurzer Zeit mittels Medipack ’auferstehen’ lassen. Dies ist allerdings alles andere als einfach, da ihr mit dem Medipack in der Hand oftmals ungeschützt ins Feindfeuer zum verletzten Kollegen laufen müsst. Habt ihr eine Mission erfolgreich gelöst, dürft ihr eure Soldaten ähnlich wie in einem Rollenspiel in bestimmten Fertigkeiten individuell hochleveln.

Damit sind wir auch schon bei der KI. Die Entwickler versprechen eine deutlich bessere Intelligenz der CPU-Recken als noch in den Vorgängern. In unserer Preview-Fassung ist der Eindruck aber noch gespalten. Die Kameraden können zwar ganz gut selbständig in die Gefechte eingreifen und Waffen sowie Items nutzen, trotzdem kommt es oftmals vor, dass sie unnötig viele Treffer abbekommen oder ziemlich dämliche Fehler begehen - wie etwa mit leerem Magazin oder fast keiner Energie durch die Gegend zu rennen. Ähnliches gilt für die Feinde. Aus der Entfernung treffen sie verdammt gut und gehen einigermaßen clever vor. Steht man aber direkt vor einem, erkennen diese den Spieler nicht oder erst zu spät. Leider gilt das auch für das automatische Zielsystem. Hoffen wir, dass dies bis zur finalen Version noch verbessert wird. Fans der Vorgänger freuen sich dagegen über den größeren Umfang: Das Spiel ist etwa 40 Prozent größer. Ebenfalls wieder mit dabei ist der gelungene Coop-Modus, in dem man mit bis zu vier Spielern gemeinsam die Kampagne bestreiten kann. Leider wird dagegen auf eine Online-Unterstützung verzichtet.

Atmosphärischer Krieg

Bereits in unserer Preview-Fassung fällt sofort auf, dass ’Conflict: Vietnam’ äußerst atmosphärisch ausgefallen ist. Dies liegt vor allem an den authentischen Missionen und glaubwürdigen Szenarien. Beispielsweise watet ihr mal durch einen schlammigen Fluss, dann durchsucht ihr eine feindliche Höhle, geratet in einem Dorf in eine Falle, säubert eine feindliche Stellung, liefert euch mit den Gegnern gefährliche Grabengefechte, durchsucht in dichtem Regen den Urwald oder hütet euch vor Napalm-Angriffen. Darüber hinaus besetzt ihr ab und zu eine stationäre Kanone, beispielsweise in einem Bunker, auf einem Boot oder in einem Panzer. Die Feinde sind in dem Dickicht schwer zu erkennen, des Weiteren müsst ihr euch vor fiesen Fallen in Acht nehmen. Leider ist der Schwierigkeitsgrad sehr hoch ausgefallen und sorgt öfters für Frust. Auch technisch kann der Titel nur bedingt begeistern. Während das lineare, aber glaubwürdige Dschungel-Ambiente und die vielen Details in den Levels überzeugen können, wirken die eckigen Charaktere und die mäßigen Texturen weniger zeitgemäß. Der Sound dagegen punktet mit Surround-Unterstützung, atmosphärischen Klängen und einer ordentlichen englischen Sprachausgabe.

Fazit

von David Stöckli
Das neue ’Conflict’ überzeugt mit interessanten Levels und großartiger Atmosphäre. Wir sind gespannt, ob in der Verkaufsversion einige Mankos wie der frustige Schwierigkeitsgrad, die schwankende KI-Qualität und die etwas umständliche Steuerung noch behoben werden.

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