Preview - Civilization V: Brave New World : Kultur statt Kanonen

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Civilization V hat zwar schon einige Jahre auf dem Buckel, wurde aber 2012 mit einem schicken Add-on in Sachen Religion aufgepeppt und hat immer noch nichts von seinem Reiz verloren. Im Juli folgt nun eine zweite Erweiterung, die dem Titel einige neue Spielelemente verpasst und vor allem das spätere Geschehen um einiges komplexer und interessanter gestalten soll. Bei 2K in München konnten wir schon mal einen Blick riskieren.

Nachdem mit Gods & Kings die von Fans schmerzlich vermisste Religion wieder Einzug in Civilization V gehalten hat, widmet sich Firaxis nun einem weiteren Element, das bei der Einflussnahme auf andere Zivilisationen kaum noch wegzudenken ist: der Kultur. Das ist zwar kein gänzlich neues Element, doch wird es in Brave New World massiv ausgebaut und umgemodelt - so weit, dass der kulturelle Sieg über die anderen Nationen sogar zur Siegbedingung für das Spiel und seine Szenarien werden kann.

Kultur und Ahnenforschung

Es ist eigentlich völlig logisch, dieses Element auszubauen, denkt man mal daran, wie viel Einfluss kulturelle Elemente haben - seien es amerikanische Fastfood-Ketten, die über den ganzen Globus verteilt sind, oder die künstlerischen Errungenschaften beispielsweise des alten Griechenland. Ein Element davon sind die Großen Künstler, die sich zusätzlich zu den anderen großen Gestalten die Ehre geben. Diese Künstler erschaffen kulturelle Meisterwerke, die ihr in den Gebäuden eurer Zivilisation ausstellen könnt, etwa Gemälde, Bücher oder Musikstücke. Spezielle Schlüsselgebäude, wie Museen oder Opernhäuser, verfügen über die entsprechenden Ausstellungsplätze.

Ein weiteres Element ist die Archäologie. In Brave New World könnt ihr Ausgrabungen vornehmen und entdeckt dabei Überbleibsel und Artefakte aus der Vergangenheit, beispielsweise wertvolle Funde an Stätten, an denen ihr in frühen Zeiten eures Reiches Barbarenlager zerstört habt. Ihr könnt sogar Archäologen in andere Länder schicken und dort nach Artefakten suchen lassen. Das allerdings wird nicht gerade mit Wohlwollen gesehen. Ausgestellte Meisterwerke und Artefakte locken wiederum Touristen anderer Nationen an, die, von eurer Kultur geprägt und beeinflusst, in ihre eigenen Länder zurückkehren. Und natürlich gehört es zu euren Aufgaben, euch gegen ebensolche Einflüsse anderer Staaten zu wehren, indem ihr euer eigenes kulturelles Leben auf Vordermann bringt. Neu eingerichtete Übersichten sorgen dafür, dass ihr diesen neuen wichtigen Aspekt nicht aus den Augen verliert.

Handel und der Weltkongress

Ebenfalls neu sind die Handelsrouten über Land und auf dem Wasser, die ihr zusätzlich zu den Handelsvereinbarungen mit anderen Nationen einrichten könnt. Abhängig vom Ausbau eurer Zivilisation dürft ihr mehrere automatisierte Handelsrouten mit anderen Städten gezielt aufbauen, sei es per Karawane oder per Schiff. Das spült zusätzlich Gold und Waren in eure Kassen, kann aber auch eure Entwicklung und Forschung fördern. Zudem könnt ihr damit Überschüsse aus einer eigenen Stadt in eine andere transferieren, um die dortige Entwicklung anzukurbeln. Aufpassen ist allerdings angesagt, denn die Transportwege sollten gut gesichert werden, damit euch Gegner nicht die Transporte wegschnappen und so eurem Konto schaden. Auf jeden Fall bieten euch die Handelsrouten deutlich mehr Flexibilität bei der Beschaffung von Ressourcen.

Eine weitere Neuerung ist der Weltkongress, der beginnt, wenn alle Nationen auf der Karte entdeckt wurden, und später zur UN wird. Im Weltkongress einigen sich die beteiligten Nationen auf Sanktionen, gemeinsame militärische Aktionen oder die Nutzung von Ressourcen. Immer, wenn der Weltkongress stattfindet, können der Gastgeber und die Nation mit den meisten Stimmen Resolutionen einreichen, die weit reichende Auswirkungen auf das gesamte Spiel haben. Umso wichtiger wird es dadurch, dass ihr mit anderen Nationen, inklusive der Stadtstaaten, gute Kontakte pflegt und Allianzen bildet. Diplomaten können entsandt werden, um zu erfahren, wie euch ein anderes Landes gesonnen ist. Außerdem buhlen sie für euch um die Stimme von dessen Anführer. Der dadurch errungene diplomatische Einfluss bietet einige neue Möglichkeiten vor allem im späteren Spiel.

Viele neue Kleinigkeiten

Das Weiteren gibt es neue Politikzweige und Ideologien, die wiederum starken Einfluss auf verschiedenste Aspekte des Spiels und der Siegbedingungen haben. Gleiche Ideologien zwischen Völkern fördern beispielsweise den Zusammenhalt oder sorgen auch mal dafür, dass sich ein Stadtstaat eurer Nation anschließt. Weiterhin mit im Paket sind acht neue Weltwunder, darunter unter anderem das Parthenon und der Broadway. Neun neue Zivilisationen mit speziellen Eigenheiten sind dabei, darunter Polen, Brasilien sowie Portugal, und wir feiern die von vielen Fans gewünschte Rückkehr von Shaka, dem Zulu. Ebenfalls nicht vergessen werden sollten die neuen Szenarien, von denen bisher zwei genannt wurden: der amerikanische Bürgerkrieg und die Kolonisierung von Afrika.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp

Brave New World hinterlässt einen richtig guten Eindruck und wird sicherlich mehr als einen Spieler wieder zum Aufbau neuer Zivilisationen verleiten. Vor allem die Integration und Verstärkung von Kultur und Diplomatie als Machtelemente sind ausgesprochen vielversprechend und dürften vor allem den weniger militärisch orientierten Spielern sehr liegen. Hinzu kommen neue Ideologien, einige neue Völker, ein internationales Handelssystem und viele weitere Kleinigkeiten nebst neuen Szenarien. Das alles klingt nach einem rundum gelungenen Zusatzpaket, das dem Spiel vor allem in moderneren Zeiten mehr Komplexität und Abwechslung verleiht. Ich bin beim Anspielen jedenfalls wieder richtig heiß geworden und freue mich schon auf lange Bastelstunden mit meinen Völkern.

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