Special - Call of Duty : Rückblick auf eine Erfolgsgeschichte

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Die Sonne brennt, blauer Himmel - so ähnlich stellen wir uns das Wetter vor, wenn wir an den US-Bundesstaat Kalifornien denken. Maschinengewehre, riesige Flakgeschütze und das Grauen des Zweiten Weltkrieges kommen einem dabei eigentlich nicht in den Sinn. Und doch sind genau diese Assoziationen - wenn auch indirekt - mit dem Sonnenstaat verknüpft. Dort ist nämlich die Heimat des Entwicklerstudios Infinity Ward, welches das Shooter-Genre im Verlauf dieses Jahrzehnts entscheidend mitgeprägt und enormen Erfolg vorzuweisen hat. Dieser Erfolgt hat einen Namen: Call of Duty.

Und so begann es

Wir schreiben das Jahr 2002, als etwa 20 ehemalige Mitarbeiter des Studios 2015 eine neue Firma namens Infinity Ward ins Leben riefen. Diese Männer und Frauen waren an dem großen Erfolg des Weltkriegs-Shooters Medal of Honor beteiligt, wollten aber jetzt ihre eigenen Ideen umsetzen. Sowohl dem Genre als auch dem Szenario hatten sie jedoch allem Anschein nach die Treue geschworen, denn mit Call of Duty erschien ein Jahr später ein Ego-Shooter, der ebenfalls im Chaos des Zweiten Weltkriegs angesiedelt war. Ähnlich wie bei Medal of Honor wurde dabei viel Wert auf eine möglichst intensive Atmosphäre gelegt, was bis heute eines der Markenzeichen der Serie ist.

Und tatsächlich: Selten zuvor wurden die Kämpfe dieser Ära so dramatisch und gleichzeitig spannend präsentiert. Zahlreiche Skriptereignisse und der gekonnte Einsatz der Soundkulisse jagten den Fans auf der ganzen Welt Schauer über den Rücken. Hinzu kamen eine glaubhafte Mimik und Gestik der Charaktere, die sie real erscheinen ließen. Auch der Multiplayer-Modus fand viel Zuspruch bei den Fans und bot packende Deathmatch-Partien. Die Verkaufszahlen und der Erfolg gaben dem noch jungen Team ebenfalls Recht: Alleine in den USA wurden von Call of Duty über eine Million Exemplare verkauft.

Ein weiteres Markenzeichen des Spiels - und später der gesamten Serie - war der Aufbau der Kampagnen. Im Gegensatz zu vielen anderen Weltkriegs-Shootern erlebte man das Geschehen nicht nur aus der Perspektive eines einzelnen Mannes respektive einer einzigen Fraktion. Vielmehr schlug man sich sowohl aufseiten der Amerikaner als auch der Briten und Russen über verschiedene Schlachtfelder - jedes mit einer individuellen Sichtweise und Erzählstruktur. Nun gut, Oscar-verdächtige Storylines durfte man nicht erwarten, doch es reichte auf jeden Fall aus, um den Spieler ins Geschehen miteinzubeziehen.

Mehr davon

Da sich sowohl die Fachpresse als auch die Käuferschaft mit Lobeshymnen überschlugen, war es für die Verantwortlichen bei Infinity Ward klar, dass man hier etwas Großes erschaffen hatte, worauf man auch in Zukunft aufbauen konnte. So folgten im Jahr darauf sowohl ein Add-on (United Offensive) als auch ein Konsolenableger mit dem Namen Call of Duty: Finest Hour, für deren Entwicklung jedoch die Studios von Grey Matter und Spark Unlimited verantwortlich zeichneten.

Der Grund war simpel: Infinity Ward arbeitete bereits fieberhaft an einem offiziellen Nachfolger, der im Jahre 2005 das Licht der Spielewelt erblicken sollte. Nach dem Motto "never change a winning team" blieb das Studio dem Erfolgsrezept des Vorgängers treu und nahm lediglich einige Detailverbesserung vor. So wurde beispielsweise die Zahl der spielbaren Protagonisten auf vier erhöht und das Lebenspunktesystem war fortan etwas intuitiver. Die packende Inszenierung sowie die dichte Atmosphäre blieben erhalten - und damit auch der Erfolg. So war Call of Duty 2 beispielsweise das erste Xbox-360-Spiel, von dem in den USA mehr als eine Million Exemplare verkauft wurden.

Diese Einnahmen hatte Infinity Ward auch bitter nötig, denn der Aufwand, der für die Entwicklung des Spiels betrieben wurde, war enorm. Man schätzt die Gesamtkosten von Call of Duty 2 auf zirka 15 Millionen Dollar. Zudem kamen erstmals auch einige kritische Stimmen auf, die den Entwicklern vorhielten, zu wenig Innovation in die Serie einfließen zu lassen. Man würde lediglich "mehr vom selben" zu Gesicht bekommen.

Ob dies der Grund war, der den nächsten Ableger aus dem bisherigen Konzept brechen ließ, ist unbekannt. Doch das Team von Treyarch tat sich mit Gray Matter zusammen und veröffentlichte ebenfalls im Jahr 2005 das Konsolenspiel Call of Duty 2: Big Red One. Dieses beschränkte sich auf die Perspektive eines Soldaten und brach somit mit der noch jungen Tradition der Serie - Fachpresse und Käufer waren nicht sonderlich angetan.

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