Test - C.O.P.: The Recruit : Handheld-Action in New York

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GTA Chinatown Wars hat eindrucksvoll gezeigt, wie gut ein Actiontitel in einer großen Spielwelt auf dem Nintendo DS funktionieren kann. Ubisoft schickt nun mit C.O.P.: The Recruit ein ambitioniertes Polizei-Abenteuer mit Prachtgrafik ins Rennen. Ob sich der Ausflug nach New York lohnt?

Ich war noch niemals in New York

Ihr schlüpft in die Rolle des Draufgängers Dan Miles, der sich vom ungehobelten Straßenraser zum ungehobelten Undercover-Cop entwickelt hat, berufen von seinem Mentor Brad Winter. Dieser sieht großes Potenzial in ihm und hat den Spielhelden mal so eben vor dem Knast bewahrt. Wie es das Schicksal so will, steckt nun der Rekrutierer selbst in Schwierigkeiten. Eine vor Klischees triefende Handlung also, die uns das kleine Modul hier präsentiert. Verpackt allerdings in die wohl schönste Spielumgebung, die der DS seit langer Zeit gesehen hat.

New York ist in all seiner dreidimensionalen und jederzeit flüssigen Grafikpracht auch abseits der abwechslungsreichen Haupt- und Nebenmissionen, die übrigens per Funkspruch ganz spontan kommen können, frei begeh- und befahrbar, ähnlich wie etwa GTA IV oder True Crime: New York City. Zwar wirkt das Ganze nicht so lebendig, bietet dafür aber umso mehr Liebe zum Detail: sei es die zerstörbare Umgebung oder unverkennbare Sehenswürdigkeiten, von denen an vorgegebenen Stellen auch Schnappschüsse aufgenommen werden können.

Den ausgezeichneten technischen Eindruck trüben nur ein paar Kleinigkeiten, wenn wir beispielsweise in einer menschenleeren Straße herumlaufen, der Sound uns aber reges Verkehrstreiben vorgaukeln will. Zudem fehlt ein Schadensmodell an Autos und Booten komplett, auch menschliche Nichtspielercharaktere nehmen keinen Schaden, wenn man einmal die Verkehrsregeln missachtet.

C.O.P: The Recruit - Launch Trailer
Der Launch-Trailer zu Ubisofts DS-Titel C.O.P.: The Recruit ist jetzt bei uns im Videobereich verfügbar.

Warum einfach, wenn es auch umständlich geht?!

Die Umständlichkeit in C.O.P.: The Recruit hat einen Namen: 3C! Dieses zentrale Spielelement hat viele nützliche Funktionen, beispielsweise Telefon, E-Mail oder GPS. In manchen Missionen lässt es sich auch zum Errichten von Straßensperren oder zum Mitschneiden von Gesprächen nutzen. Das scheint erst mal sehr komfortabel und hilfreich, aber es offenbart sich schon recht schnell ein zweischneidiges Schwert hinter diesem Gerät. Öfters trefft ihr nämlich auf scheinbar unüberwindbare Schranken, die mangels Sprungfunktion der Spielfigur erst sehr nervig über die Eingabe eines Codes per Touchpen passiert werden können.

Allgemein ist die Steuerung eher mittelmäßig und bietet sehr wenig Komfort. An der Fahrsteuerung gibt es nur wenig bis gar nichts zu beanstanden. Anders die Steuerung per pedes: In der beliebten Third-Person-Ansicht geht und rennt Dan mittels Steuerkreuz durch die Umgebung. Blöderweise lässt sich die Kamera nur justieren, wenn die Spielfigur stillsteht. Bei gezogener Waffe erledigt sich das Problem: Die Ansicht zoomt noch ein bisschen näher ran, während die Schussrichtung vornehmlich per Touchpen frei justiert wird. Die Steuerung reagiert hier aber ein wenig mühsam, sodass ihr öfter mal nachziehen müsst. Selbstverständlich ist hier aber auch weiterhin die Variante mit dem Steuerkreuz möglich. Trotz allem machen die Schießereien eine Menge Spaß.

Fazit

von Christian Schmitz
C.O.P.: The Recruit hat zwar ein paar vermeidbare Mängel, auf dem Nintendo DS hat man nun aber eine durchaus spielenswerte Alternative zu GTA: Chinatown Wars. Der Titel ist für mich eine der positiven Überraschungen dieses Jahres, was aber nicht heißen soll, dass ich nicht auch zugleich ein wenig enttäuscht bin. Grund dafür sind die vielen Kleinigkeiten, die GTA Chinatown Wars weiterhin an der Actionspitze thronen lassen. Oftmals raufte ich mir die Haare: Wieso so umständlich, wenn es doch so viel einfacher geht? Trotzdem wird diese Action ihre Anhänger finden. Wahnsinn ist übrigens, wie gut die Grafik ausfällt. Auf dem kleinen Nintendo-Handheld findet man kaum Besseres.

Überblick

Pro

  • frei begeh- und befahrbares New York
  • fantastische Grafik
  • 60 Missionen
  • tolles Fahrgefühl
  • hilfreiches Tutorial

Contra

  • schwankender Schwierigkeitsgrad
  • schwacher Sound
  • verschenkte Geschichte
  • oft viel zu umständlich

Wertung

  • DS(i)
    79
    %

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