Test - Burnout 3: Takedown : Spiel der Woche 39/04

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Zahn um Zahn auf drei Kontinenten

Nichts zu meckern gibt es beim Umfang von 'Burnout 3: Takedown'. Ihr fahrt auf drei Kontinenten (Nordamerika, Europa, Asien) über diverse Strassen. Insgesamt über 40 Strecken erwarten euch. Neben klassischen Rennen gegen sechs Kontrahenten tretet ihr im 'Welt-Tour'-Modus in einigen Events gegen einen besonders schnellen einzelnen Gegner an, nehmt an Turnieren teil, zeigt in Eliminationsrennen euer Können, versucht alleine auf der Strecke die Bestzeit zu schlagen oder müsst in einer bestimmten Zeit möglichst viele Takedowns schaffen. Ebenfalls mit von der Partie sind zahllose Crash-Events, wie man sie aus 'Burnout 2' kennt. Ihr rast auf einen dicht befahrenen Straßenabschnitt zu und versucht, einen möglichst großen Unfall zu bauen. Mittels Explosionen und speziellen Bonus-Marken könnt ihr eure erspielten Punkte weiter nach oben schrauben. Außerdem könnt ihr euren Wagen in einer Zeitlupe nach einem Crash noch ein wenig steuern, solange sich die Karosse in der Luft befindet - auch hier gilt: unrealistisch, aber spaßig. Für jede Topplatzierung erhaltet ihr eine Medaille. So schaltet ihr neue Fahrzeuge, Strecken und Fahr-Events frei. Insgesamt mehr als 170 Goldmedaillen gilt es zu erspielen. Das beschäftigt selbst Profis einige Zeit. Wem das noch nicht reicht, kann sich beispielsweise auf die Jagd nach speziellen Takedowns machen oder seine Spielstatistiken verbessern.

Neben dem 'Welt-Tour'-Modus könnt ihr euch in gewöhnlichen Einzelrennen, Zeitfahren, Road Rage und Crash-Sessions austoben. Besonders spaßig und umfangreich ist aber der Mehrspieler-Modus ausgefallen. Entweder fahren zwei Spieler im Splitscreen gegeneinander oder ihr kämpft online um den ersten Platz. Sowohl auf PS2 als auch auf Xbox treten bis zu acht Online-Raser gegeneinander an. Auch hier können neben normalen Rennen diverse sonstige Events wie Crash-Events oder Road Rage-Einlagen bestritten werden. Durch das Takedown-Prinzip und durch den dichten Verkehr in den Rennen kommt online richtig Stimmung auf. Schadenfreudiges Lachen nach einem Takedown oder wildes Gefluche nach einer Massenkarambolage sind an der Tagesordnung. Leider sind die Menüstruktur sowie die Online-Optionen in 'Burnout 3' allerdings weniger überzeugend ausgefallen. Außerdem plagten die EA-Server während unserer Test-Sessions noch einige Probleme. Nichtsdestotrotz ist das Rennspiel auch im Multiplayer-Bereich ein Volltreffer.

Grafik zum Gas geben

Der Begriff Volltreffer passt auch perfekt zur Grafik von 'Burnout 3: Takedown'. Was die Entwickler da aus der Xbox und vor allem der PlayStation 2 herausgekitzelt haben, ist atemberaubend. Das Scrolling ist trotz der irrwitzigen Geschwindigkeit butterweich ausgefallen. Der Boost-Topspeed lässt außerdem diverse SciFi-Racer weit hinter sich. Die Fahrzeuge sehen zwar gut aus, wirken allerdings etwas eckig. Dafür überzeugen sie mit tollen Spiegelungen und einem komplexen Schadensmodell, was vor allem in den Crashs so richtig zur Geltung kommt. Die Fahrzeuge sind nicht lizenziert, dafür können spezielle Karossen wie F1-Boliden oder gepanzerte Transporter freigespielt werden. Die spektakulären Unfälle sind natürlich das Highlight des Spiels. Herrlich viele Partikel sowie Rauch- und Funkeneffekte verwöhnen das Auge. Nur schade, dass keine vernünftige Replay-Funktion vorhanden ist. Trotz all der Crash-Pracht wurde die Umgebungsdarstellung nicht vernachlässigt. Die Strecken liegen in unterschiedlichen Arealen wie Schneehügeln, diversen Städten, sonnigen Gebieten, es geht über Waldwege, durch asiatische Metropolen und so weiter. Die Grafik ist auf beiden Systemen exzellent, die Xbox-Version hat uns aber einen Tick besser gefallen - die sauberere Grafik, das etwas weniger starke Kantenflimmern und der dosiertere Einsatz von Blur-Effekten lassen das Bild schärfer wirken und man kann dem Straßenverkehr etwas besser ausweichen. Außerdem sind die Ladezeiten auf der Microsoft-Konsole etwas kürzer.

Bei der Soundqualität lassen sich hingegen keine Unterschiede feststellen. Auf beiden Konsolen bekommt ihr einen umfangreichen lizenzierten Soundtrack mit Bands wie The Ramones, Franz Ferdinand, The Donots, Pennywise und vielen mehr geboten. Allerdings ist der Sound sicherlich Geschmackssache, zumal er stets irgendwo zwischen klassischem Rock und High School-Rock angesiedelt ist. Wem die Musik nicht zusagt, der kann zumindest in der Xbox-Fassung seine auf der Festplatte gespeicherten Songs nutzen. Ansonsten gibt es nichts zu mäkeln - die Motorengeräusche klingen gut, die Crashsounds scheppern überzeugend und die Surround-Codierung ist über jeden Zweifel erhaben. Größter Sound-Schwachpunkt ist bloß ein absolut nerviger Radiomoderator, der die Rennen kommentiert. Glücklicherweise lässt sich die Nervensäge aber deaktivieren.

Fazit

von David Stöckli
Ok, 'Burnout 3: Takedown' bietet eine extrem simple Fahrphysik, wenig Spieltiefe und ist eher ein Action- als ein Rennspiel. Na und? Trotzdem oder gerade deswegen machen die atemberaubend schnellen und spektakulären Rennen irre Spaß. Egal ob Videospiel-Experte oder blutiger Neuling - jeder kann bei diesem Titel sofort loslegen und kommt nicht mehr so schnell von der Nonstop-Action los. Umso erfreulicher, dass zahlreiche Racing-Events, verschiedene Modi, die Medaillen-Jagd, die Extrawagen-Sammlerei und nicht zuletzt die spaßigen Mehrspieler-Möglichkeiten für viel Beschäftigung sorgen. Außerdem ist es schlicht beeindruckend, was für eine beeindruckende, effektlastige und pfeilschnelle Grafik die Entwickler auf den Bildschirm zaubern können. Wer die Wahl hat, greift aufgrund der etwas besseren Grafik, der kürzeren Ladezeiten und des Custom Soundtrack-Features zur Xbox-Fassung. Aber egal auf welcher Plattform - 'Burnout 3: Takedown' muss man einfach gespielt haben.

Überblick

Pro

  • atemberaubend rasante Racing-Action
  • exzellente Grafik
  • spaßige Spielmodi inklusive Online-Rennen

Contra

  • super simple Fahrphysik
  • Steuerung nicht konfigurierbar
  • nerviger Radio-Kommentar

Wertung

  • PS2
    88
    %
  • Xbox
    89
    %

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