Test - Blazing Angels: Squadrons of WWII : Helden der Lüfte

  • PS3
  • Wii
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Dank des sanft ansteigenden Schwierigkeitsgrades sind auch Neulinge nicht überfordert, erfahrene Spieler versuchen dagegen, mit möglichst guten Ergebnissen diverse kleinere Extras, wie Auszeichnungen oder Flugzeuge, freizuspielen. Aber auch das sonstige Spiel macht es euch nicht sonderlich schwer, schließlich will ’Blazing Angels’ keine ernst zu nehmende Flug-Simulation sein. Stattdessen steht Actionspaß pur an erster Stelle. Ihr habt euer Flugzeug innerhalb von Sekunden im Griff und fliegt gekonnt durch die Lüfte. Hier kommt einer der wenigen Unterschiede der neuen Umsetzungen zum Tragen. Sowohl auf der PS3 als auch der Wii kommen die bewegungssensitiven Controller zum Einsatz. Je nachdem wie ihr Wiimote und Sixaxis-Pad bewegt, folgt das Flugzeug auf dem Bildschirm euren Bewegungen. Das klappt insgesamt recht gut und vermittelt zumindest anfangs ein tolles Gefühl der Freiheit. Allerdings sehnt man sich schon bald die deutlich präzisere Analogsteuerung zurück, die vor allem beim Anvisieren der Gegner sehr viel besser arbeitet. Dennoch eine nette Abwechslung,

Motoraussetzer

Neben der Einzelspieler-Kampagne bietet ’Blazing Angels’ noch einen Mehrspieler-Modus sowie drei Singleplayer-Modi, in denen ihr euch rasch in einen Flugeinsatz eurer Wahl stürzen könnt. Vor allem der Mehrspieler-Part hat es durchaus in sich: Entweder zockt ihr zu zweit vor der Glotze oder ihr nutzt zumindest auf der PS3 eine Onlineverbindung, um gegen bis zu 16 User gleichzeitig anzutreten. Ihr könnt zum einen die bekannten Missionen im Koop-Modus gemeinsam mit drei weiteren Spielern bestreiten, zum anderen warten vielerlei Mehrspieler-Modi auf euch: Mit Spielvarianten wie Solo, Team, Staffel, Suchen und Vernichten, Fuchsjagd, Bombardement, Basis erobern oder Luftkampf stehen einige Möglichkeiten zur Verfügung, die sich an beliebten Multiplayer-Arten orientieren. Vor allem online macht der Titel richtig Spaß, auch wenn nicht ganz die Klasse eines ’Crimson Skies’ erreicht wird, was nicht zuletzt an den spielerisch wenig abwechslungsreichen Maps liegt. Weiterhin ist es sehr schade, dass während unserer Test-Sessions kaum Online-Spieler anzutreffen waren. Ach ja, Wii-Besitzer bleiben leider offline. Wii-Spieler müssen sich also mit dem Splitscreen-Modus für zwei Spieler begnügen, was ein wenig enttäuschend ist.

Ebenfalls in die Kategorie "Schade" gehören einige technische Aspekte des Spiels. Denn hier haben die Entwickler Potenzial verschenkt. ’Blazing Angels’ sieht zwar ganz gut aus und besticht durch eine tolle Atmosphäre – ein richtiger Next-Gen-Eindruck wird aber nicht auf PS3 und schon gar nicht in der Wii-Version vermittelt. Während die verschiedenen Flugzeuge ganz gut aussehen und auch mit Effekten, wie Rauch, Bluring, Feuer, partikelreichen Explosionen und animiertem Wasser, nicht gegeizt wird, hinterlassen die Levels einen durchwachsenen Eindruck. Einige Szenarien, wie etwa London oder Pearl Harbor, sehen toll aus, andere Gebiete hingegen enttäuschen mit enorm detailarmem Boden und matschigen Texturen. Unakzeptabel ist aber auf jeden Fall die Framerate: Während das Geschehen auf Standardfernsehern noch einigermaßen flüssig läuft, müssen HDTV-Besitzer für ihre hohe Bildauflösung eine niedrigere Framerate und teils heftige Ruckler in Kauf nehmen. Sowohl in SDTV als auch in HDTV trübt oftmaliges Tearing den visuellen Eindruck. Die PS3-Version ist seltsamerweise keinen Deut besser als beispielsweise die Xbox-360-Variante – im Gegenteil. Die Slowdowns sind stellenweise sogar heftiger und unschöne Fragmentbildung stört das Gesamtbild. Zwar wirken einige Objekte etwas detaillierter, doch insgesamt ist die Präsentation nicht besser geglückt. Selbiges gilt für die Wii-Fassung, die mit unschönem Texturmatsch und geringerer Auflösung daherkommt. Im Gegenzug gibt es jedoch immerhin einen flüssigeren Spielablauf. Weniger zu bemängeln gibt es beim Sound: Die Soundeffekte klingen ordentlich, die Surround-Abmischung stimmt, der heroische Soundtrack passt ganz gut zum WWII-Geschehen und die englischen Sprecher erledigen recht motiviert ihre Arbeit.

Fazit

André Linken - Portraitvon André Linken
Auch auf PS3 und Wii macht 'Blazing Angels: Squadrons of WWII’ durchaus für einige Stunden Spaß. Die bewegungssensitive Steuerung vermittelt zudem ein gewisses Gefühl der Freiheit – auf Kosten der Präzision. Unverständlich: Sowohl Inhalt als auch Grafik wurden gegenüber den früheren Versionen nicht verbessert, obwohl genügend Zeit zur Verfügung stand. Darüber hinaus schmerzt bei der Wii-Fassung das Fehlen des Online-Modus. Wer auf unkomplizierte Action steht, kann ruhig mal einen Blick riskieren – mehr solltet ihr allerdings nicht erwarten.

Überblick

Pro

  • sehr gute und unkomplizierte Steuerung (PS3-Analog)
  • tolle Atmosphäre
  • ordentlicher Umfang im Singleplayer- und Multiplayer-Part
  • leicht zugängliche Action

Contra

  • inakzeptable Slowdowns
  • kein Online-Modus (Wii)
  • Ruckler und Tearing
  • wenig Nervenkitzel oder Spieltiefe

Wertung

  • Wii
    70
    %
  • PS3
    73
    %

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