Preview - Anno 1800 : Aufbruch in eine neue Anno-Welt

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Die Rückkehr der Strategie-Klassiker: Erst Age of Empires 4, dann Anno 1800. Nach den vergangenen Ausflügen in die Aufbau-Zukunft reist Blue Byte zurück in die eigene Vergangenheit – und könnte damit goldrichtig liegen.

Wann wäre die Ankündigung eines neuen Anno passender, als genau bei jener Gamescom, die von Kanzlerin Angela Merkel eröffnet wird? Schließlich präsentierte sich Blue Bytes Aufbauserie seit jeher als Vorzeigespiel: Frei von Gewalt und dafür herrlich deutsch und pädagogisch wertvoll. Doch genug der langen Vorrede, Anno 1800 erscheint zwar erst im Winter 2018, hinterließ dafür aber auf der Gamescom einen herausragenden Ersteindruck.

Vergangenheit und Zukunft der Anno-Serie

Blue-Byte-Writer Matt Cook führte durch die Präsentation und stellte zunächst eins klar: „Wir wissen, dass die Quersumme bei neuen Anno-Titeln immer neun sein muss – deshalb auch Anno 1800. Wir greifen allerdings eher Technologien und Wirtschaftskreisläufe um 1860 oder 1870 auf.“ Ganz recht, der kommende Ableger spielt im Zeitalter der industriellen Revolution und der zunehmenden Kolonialisierung. Kein Wunder also, dass in ersten Gameplay-Sequenzen große Dampfschiffe über die Meere tuckern, Eisenraffinerien rauchen und die Eisenbahn durch saftig grüne Täler braust. Anno 1800 wirkt weitaus optimistischer und farbenfroher als seine direkten Vorgänger.

Anno Union - gamescom 2017 Reveal Trailer
Ubisoft hat auf der gamescom nicht nur Anno 1800 angekündigt, sondern mit Anno Union auch eine Community-Plattform zum neuen Spiel vorgestellt.

Ins Detail geht Cook allerdings nicht. So wird es erneut eine Kampagne, das freie Spiel und natürlich einen Multiplayer-Modus geben, bei dem ihr mit euren Freunden und gegen diese antreten könnt. Außerdem kommt es diesmal vermehrt auf Diplomatie an, denn euch stehen Computer-Rivalen gegenüber, die ebenfalls die neue und die alte Welt besiedeln. Militärische Konflikte löst ihr nun direkt im Spiel und nicht mehr in separaten Einsätzen. Und habt ihr ausreichend Rohstoffe gesammelt, könnt ihr wieder Monumente bauen. Offensichtlich spielt Anno 1800 auf sehr großen Karten. Denn die Kolonialisierung neuer Gebiete erfolgt ohne weitere Ladebildschirme – im Gegensatz zur Besiedlung des Mondes in Anno 2205.

Revolte durch Zoo-Upgrade

Einen kleinen Schnipsel Live-Gameplay zeigte Matt Cook dann doch noch. Im Hafen der herrlich detailliert dargestellten Stadt trifft ein Schiff einer Expedition ein. An Bord befinden sich jedoch nicht etwa Edelsteine oder andere wertvolle Ressourcen, sondern weiße Tiger, Papageien und Elefanten. Denn im örtlichen Zoo herrscht gähnende Langeweile. Für Gehege mit Schweinen, Schafen und Möwen gibt niemand Geld aus. Also landen schnell die exotischen Tiere in den Arealen und schon zieht es die Massen auf das Gelände. Anno 1800 beeindruckt schon zu diesem frühen Zeitpunkt mit seiner tollen Grafik und den vielen Feinheiten.

Das Aufmotzen des Zoos sorgt zwar bei den reichen Teilen der Bevölkerung für Belustigung, die Bewohner der Arbeiterviertel aber schimpfen. Das Ergebnis: Die erste Revolte! Sprecher stehen auf Seifenkisten und kloppen Parolen. Banner wehen über den Dächern. Kümmert ihr euch nicht darum, greift der Aufstand auf die gesamte Stadt über. Dann rotten sich Protestgruppen mit Schildern und Fackeln zusammen und sorgen für Chaos in den Straßen. Nun habt ihr zwei Möglichkeiten: Entweder ihr sucht die diplomatische Lösung, oder ihr schlagt den Pöbel einfach nieder. Matt Cook entscheidet sich für die zweite Variante, investiert in die örtliche Polizei und rekrutiert berittene Einheiten. Das Resultat dieser Auseinandersetzung zeigt der Entwickler jedoch nicht.

Anno 1800 entsteht in enger Zusammenarbeit mit der eigenen Community. Zu diesem Zweck gründete Blue Byte die so genannte Anno-Union und gibt seinen Fans die Gelegenheit, aktiv an der Entwicklung teilzunehmen. So bestimmen die Anhänger etwa über einen Computer-Gegenspieler und erhalten zu Testzwecken frühen Zugriff auf das Spiel. Die Teilnahme ist kostenlos und jeder kann sich auf der Website für das Programm registrieren.

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